Ein Stück Kuba auf Teneriffa: Alcalá feiert „Fiesta del Son“
Einmal im Jahr verwandelt sich der kleine Fischerort Alcalá an der Westküste Teneriffas auf rhythmische Weise in eine Art Vorort von Havanna, der Hauptstadt Kubas. Zu afro-kubanischen Rhythmen feierten am ersten Februarwochenende Einheimische sowie Touristen, größtenteils in weiß gekleidet, die "Fiesta del Son" mit viel Mojito, Cuba Libre und guter Laune. Hier die schönsten Eindrücke:
Kathrin Lucia Meyer ist freie Journalistin. Sie berichtet über verschiedene Themen von den Kanarischen Inseln, am liebsten von La Palma sowie über Themen rund um Landwirtschaft, Tourismus und Umwelt.
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Kathrin Lucia MeyerDie Fiesta del Son de Alcalá, die in den frühen 2000er Jahren zum ersten Mal auf Teneriffa stattfand, hat sich schnell zu einer beliebten Veranstaltung auf der Insel entwickelt. Das Fest wurde ins Leben gerufen, um die musikalischen und kulturellen Verbindungen zwischen der Karibik und den Kanarischen Inseln zu feiern.
Im Mittelpunkt des zweitägigen Festivals stehen der Son Cubano, aber auch andere karibische Musikstile wie Salsa, Rumba, Mambo und Cha-Cha-Cha, die sich aus dem Son ableiten.
Die Fiesta del Son de Alcalá, die in den frühen 2000er Jahren zum ersten Mal auf Teneriffa stattfand, hat sich schnell zu einer beliebten Veranstaltung auf der Insel entwickelt.
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Jedes Jahr versammeln sich mehrere tausend Menschen in den bunt geschmückten Straßen und auf dem Marktplatz von Alcalá.
Vor allem der Son Cubano, eine Mischung aus spanischen, afrikanischen und karibischen Rhythmen, ist durch den Einfluss der lateinamerikanischen Einwanderer von den Kanaren nicht mehr wegzudenken.
Das Fest wurde ins Leben gerufen, um die musikalischen und kulturellen Verbindungen zwischen der Karibik und den Kanarischen Inseln zu feiern.
Zu afro-kubanischen Rhythmen feierten am ersten Februarwochenende Einheimische sowie Touristen, vorwiegend in weiß gekleidet, die „Fiesta del Son“ – natürlich mit viel Mojito und Cuba Libre.
Wer erinnert sich noch an die Musik des „Buena Vista Social Club“ und den gleichnamigen Dokumentarfilm von Wim Wenders? Mit tatkräftiger Unterstützung des US-amerikanischen Musikers Ry Cooder erschien 1996 die CD Buena Vista Social Club und verhalf dem Musikstil vor allem im Ausland zu großer Bekanntheit.
Viel Spaß hatten die Besucherinnen und Besucher auch bei der Salsa-Tanzanimation des Orchesters.
Seine große Bedeutung in der kubanischen Musikgeschichte erlangte der Son Cubano auch dadurch, dass er nach der Unabhängigkeit von Spanien bei weißen und schwarzen Musikern gleichermaßen Anhänger fand.
Für die Kubaner aber ist er der Urklang der Musik, die Mutter aller Rhythmen. Aus ihm gingen so bedeutende lateinamerikanische Musikstile wie der Cha-Cha-Cha, die Rumba und der Mambo hervor. Oft wird er auch als Vorläufer der Salsa bezeichnet. Die Clave, auch Rumbaholz genannt, bestimmt, ob im Takt oder gegen den Takt („contratiempo“) getanzt wird. Im Contratiempo tanzt man Son und Cha-Cha-Cha sowie NY-Style oder auch Mambo.
Nach der Revolution hatte er an Bedeutung verloren. Gegenüber westlichen musikalischen Einflüssen wie Jazz oder Blues schottete sich Kuba regelrecht ab. So verschwand der Son im Laufe der Zeit auch in Kuba weitgehend aus dem öffentlichen Leben oder wurde zur „Musik der Alten“ degradiert. Seit der Wiederbelebung in den 90ern durch besagten „Buena Vista Social Club“ finden sich seitdem wieder vermehrt neu formierte Musikgruppen, die sich dem Son Cubano widmen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelangte der Son schließlich in die Hauptstadt Havanna. Die spärliche Besetzung der Son-Gruppen – meist Trios mit Tres, Marimbula, Maracas oder Claves – wurde bald durch zusätzliche Instrumente (Kontrabass statt Marimbula, Gitarre, Bongos, Trompete) zum Sextett oder Septett erweitert.
Zum Sonnenuntergang traf man sich mit Salsa-Klängen im Hintergrund.
Und auch die Konzertpausen wurden genutzt und gefeiert, wenn es kurzfristig vom kubanischen Son zu elektronischen Sounds und Reggaeton mit DJ überging.
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