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Donnerstag, 4. Juni 2026
CD Teneriffa

Wird dieses Millionenprojekt Teneriffas neues Stadion?

Es erinnert stark an die Arena des FC Bayern München. Mit diesem Projekt will Teneriffa seinen frischgebackenen Zweitliga-Fußballern eine neue Heimat schaffen. Doch das Millionenprojekt erntet scharfe Kritik.

Der Umbau des Estadio Heliodoro Rodríguez López soll Teneriffas wichtigstes Stadion bis 2040 grundlegend verändern. Der von Teneriffas Inselverwaltung vorgestellte Plan beschreibt eine schrittweise Modernisierung des traditionsreichen Stadions, in dem der frisch in die zweite Liga aufgestiegene CD Teneriffa seine Heimspiele austrägt. Zudem ist eine langfristige Neuordnung seines städtischen Umfelds geplant.

Die Debatte darüber wurde in einer außerordentlichen Sitzung des Cabildo geführt, die auf Antrag der sozialistischen Inselgruppe einberufen worden war. Im Mittelpunkt standen drei Begriffe: Konsens, Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Die Regierungskoalition aus Coalición Canaria und Partido Popular verteidigte den Plan als notwendige Roadmap für die Zukunft des Stadions. Die Opposition stellte dagegen infrage, ob hinter der Präsentation bereits ein verbindliches Bauprojekt mit klaren Fristen, Genehmigungen und abgesicherter Umsetzung steht.

Der sozialistische Inselrat Aarón Afonso warf der Inselregierung vor, erneut mit den Erwartungen der Fans zu spielen. Er erinnerte daran, dass dem früheren Clubpräsidenten Paulino Rivero bereits im Oktober 2023 ein Reformplan zum hundertjährigen Bestehen des CD Teneriffa präsentiert worden sei. Aus Sicht der Opposition enthält der neue Plan bislang keine festen Termine, sondern mögliche zeitliche Szenarien, die eintreten könnten oder auch nicht. Zudem geht es um Kosten in Millionenhöhe.

Streit um neues Hauptstadt-Stadion für CD Teneriffa

Die Inselregierung weist diesen Vorwurf zurück. Vizepräsident Lope Afonso erklärte, der Plan sei nie als geschlossenes Einzelprojekt gedacht gewesen, sondern als Instrument, um notwendige Eingriffe am Stadion zu ordnen, zu priorisieren und zeitlich sinnvoll zu staffeln. Genau darin liege nach Darstellung des Cabildo der Unterschied zwischen einer politischen Ankündigung und einer technischen Arbeitsgrundlage: Der Plan solle die bereits laufenden Maßnahmen bündeln und die nächsten Phasen vorbereiten.

Ausgangspunkt ist der Zustand, in dem das Stadion zu Beginn der aktuellen Legislaturperiode im Juli 2023 vorgefunden wurde. Nach Angaben der Inselregierung fehlte damals ein gültiger habilitierender Titel. Hinzu kamen Schäden an der Außenkante der Tribüne San Sebastián, Probleme mit den sanitären Einrichtungen, Lecks in Rohrleitungen und unter dem Rasen, beschädigte Sitze, reparaturbedürftiger Strukturbeton sowie Mängel bei Sicherheit, Barrierefreiheit, Beleuchtung, Wartung und Probleme mit Serviceeinrichtungen.

Deshalb wurden bereits zahlreiche Sofortmaßnahmen eingeleitet. Insgesamt spricht das Cabildo von 36 umgesetzten oder angestoßenen Eingriffen mit einem Volumen von 10,3 Millionen Euro. Dazu gehören neue Sitze, strukturelle Reparaturen, Arbeiten an Elektro- und Wasserinstallationen, die Sanierung der Marquesina, ein verbessertes Brandschutzsystem und zwei neue großformatige Videotafeln.

Teneriffa hat bereits viele Millionen Euro in altes Stadion investiert

Finanziell wurde die Modernisierung in mehreren Schritten hinterlegt. 2024 standen laut Inselregierung fünf Millionen Euro für erste Modernisierungs- und Anpassungsarbeiten zu Buche. 2025 wurden demnach weitere 2,83 Millionen Euro für die Erneuerung der Sitze auf den Tribünen ausgegeben.

Laut Inselpolitik liegt inzwischen auch ein Projekt für die Erweiterung der Umkleidebereiche, der Mixed Zone und der Presseflächen vor. Diese Arbeiten sind jedoch komplex, weil sie zusätzlichen Raum nach außen benötigen und Teile des öffentlichen Bereichs sowie die Calle La Mutine betreffen. Dafür ist eine Abstimmung mit dem Ayuntamiento de Santa Cruz de Tenerife erforderlich, zudem besteht nach Darstellung des Cabildo noch keine vollständige Deckung im geltenden Stadtplanungsrecht.

Nächster großer Umbau an Teneriffas Stadion ab 2027 geplant

Die nächste große Bauphase soll ab 2027 beginnen. Sie ist auf rund 18 Monate angelegt und mit weiteren 8,5 Millionen Euro veranschlagt. Geplant sind ein umfassender Umbau der Umkleiden, Verbesserungen bei der Zugänglichkeit, zusätzliche Flächen für Medienvertreter und weitere strukturelle Eingriffe. Das entsprechende Projekt zur ersten Phase wurde nach Angaben aus der Debatte am Montag übergeben.

Für 2030 ist eine zweite große Phase vorgesehen. Dann soll vor allem die Außenfassade des Heliodoro erneuert werden. Geplant ist eine moderne Hülle, die das Stadion auch architektonisch stärker als urbanes Wahrzeichen sichtbar machen soll. Dazu zählen Elemente wie eine neue Fassadengestaltung, ein umlaufendes Gitternetz und ein neuer Sockelbereich. Für diese Phase, die stark an die Arena des FC Bayern München in Deutschland erinnert, wird eine Anfangsinvestition von mindestens acht Millionen Euro genannt. Zusammen werden die ersten beiden großen Phasen auf 27 bis 33 Millionen Euro geschätzt.

Teneriffa plant Umbau in Santa Cruz

Der Plan endet jedoch nicht beim Stadion selbst. Spätere Etappen sehen Verbesserungen vor, die als sinnvoll, jedoch nicht unmittelbar zwingend beschrieben werden. Dazu gehören eine mögliche Erhöhung der Zuschauerkapazität und eine Modernisierung der Hospitality-Bereiche. Die ehrgeizigste Stufe betrifft das gesamte Umfeld des Stadions. Dabei geht es um Mobilität, Zugänglichkeit, Parkplätze, städtebauliche Einbindung und sogar die Möglichkeit, die Avenida San Sebastián zu untertunneln.

Daher reicht der Planungshorizont auch bis 2040. Nach Darstellung von Lope Afonso geht es in dieser letzten Stufe weniger um das Stadion allein als um die Neuordnung seines Umfelds. Zugleich bleibt die Grundsatzfrage offen, ob das Heliodoro dauerhaft an seinem aktuellen Standort weiterentwickelt werden soll oder ob langfristig auch Alternativen geprüft werden könnten. Der Vizepräsident betonte, eine solche Entscheidung könne nicht einseitig vom Cabildo getroffen werden, sondern müsse im Konsens mit anderen Institutionen und der sozialen Basis erfolgen.

Teneriffas Insel-Präsidentin Rosa Dávila verteidigte den Plan als Ende der Improvisation. Das Stadion müsse während der Transformation weiterleben, da es keine leere Fläche sei, sondern die Heimat des Club Deportivo Tenerife, ein Ort für Fans, Beschäftigte, Medien, Veranstaltungen und Tausende Besucher im Jahr. Der laufende Betrieb mit Spielen und anderen Events soll deshalb parallel zu den Arbeiten gesichert bleiben.

Präsidentin: Teneriffas Stadion steht für mehr als Fußball

Die Inselregierung verweist zudem darauf, dass das Heliodoro bereits wieder an Bedeutung gewonnen habe. Die Anpassung an internationale Anforderungen und die Koordination mit dem CD Teneriffa hätten dazu beigetragen, dass wieder größere Ereignisse auf Teneriffa stattfinden konnten. Genannt werden offizielle Spiele der spanischen Männer- und Frauen-Nationalmannschaften, Finals der Kings League und Queens League sowie Konzerte und audiovisuelle Großveranstaltungen.

Parallel zu den Arbeiten am Heliodoro verweist das Sportressort des Cabildo auf Investitionen in weitere Sportstätten der Insel. Dazu zählen das Pabellón Santiago Martín, das Centro de Atletismo de Tenerife in Tíncer, das Centro de Deportes Acuáticos de Tenerife in Puerto de la Cruz und das Centro de Deportes del Mar de Tenerife. Damit will die Inselregierung zeigen, dass die Stadionreform Teil einer breiteren Sportinfrastruktur-Strategie ist.

Am Ende bleibt der Plan zum Umbau des Hauptstadt-Stadions ein politisch umstrittenes Zukunftsprogramm. Die Regierung sieht darin eine geordnete Abfolge von Sofortmaßnahmen, Bauphasen und langfristigen Stadtentwicklungsoptionen. Die Opposition fordert hingegen mehr Verbindlichkeit, feste Fristen und belastbare Genehmigungen.

Für die Fans von CD Teneriffa bedeutet das vor allem: Das Heliodoro bleibt vorerst die sportliche Heimat des Clubs. Doch seine Zukunft wird in Etappen entschieden.

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