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Donnerstag, 4. Juni 2026
Gran Canaria

Skurriler Aufstand: Rentner protestiert auf Gran Canaria als Hund

Seit mehr als drei Jahren wartet Ángel Ateca auf Antworten. Am Mittwoch trat der 74-Jährige im Hundekostüm vor die Stadtverwaltung von Las Palmas de Gran Canaria. Das steckt hinter der skurrilen Aktion.

In einem Hundekostüm demonstriert Ángel Ateca vor dem Rathaus von Las Palmas de Gran Canaria. Der 74-Jährige fordert seit mehr als drei Jahren eine Aufklärung des Falls, bei dem sein Hund von einem Elektroroller überfahren wurde. Das Tier starb in der Folge.

Spanien hat eines der schärfsten Tierschutzgesetze Europas. Davon merkt Ateca nichts. Er will mit seiner Verkleidung auf den Tod seines kleinen Freundes aufmerksam machen und Verantwortliche finden. Nach eigenen Angaben hat die Stadtverwaltung bislang nicht auf seine Forderungen reagiert.

Der Vorfall reiht sich in seit Jahren ungelöste Konflikte zwischen Elektroroller-Unternehmen und andere Verkehrsteilnehmer auf Gran Canaria ein. Die Roller bewegen sich in vielen Stadtteilen von Las Palmas auf Gehwegen und in Fußgängerzonen, in denen sich auch Passanten mit Kindern und Haustieren aufhalten.

Drei Jahre Streit um überfahrenen Hund in Las Palmas

Ateca verlangt von der Stadtverwaltung Antworten auf die Frage, wer für den Tod seines Hundes verantwortlich ist. Der Mann erschien dafür am Mittwoch persönlich und in Kostüm vor dem Gebäude, um seinem Anliegen öffentlich Nachdruck zu verleihen und an seinen Zwergpinscher-Chihuahua-Mischling „Cubin“ zu erinnern.

„Ich protestiere hier dagegen, dass ich seit dreieinhalb Jahren auf eine Erklärung warte“, sagte Ateca Inforcasa und ergänzt, dass er einen Kredit über 3000 Euro aufnehmen musste, um die Operation seines Hundes zu bezahlen, die dem Tier dennoch nicht das Leben retten konnte.

Konkrete Maßnahmen seitens der Stadtverwaltung zum Vorfall sind bisher weiterhin nicht angekündigt. Und das, obwohl Spanien mit seinem 2023 in Kraft getretenen Tierschutz-Gesetz neue Maßstäbe in Europa setzt. Ziel der Zentralregelung war es, Misshandlungen, Vernachlässigung und das Aussetzen von Tieren konsequenter zu bekämpfen. Missachtung kann hohe Strafen nach sich ziehen. Bei absichtlicher Tierquälerei droht sogar Gefängnis.

Ob der vorliegende Fall ein tragischer Unfall oder eine gezielte Attacke war, ist seit drei Jahren ungeklärt. Für den Rollerfahrer würde diese Entscheidung einen entscheidenden Unterschied machen. Ateca ist das egal. Der Rentner möchte vor allem gehört werden – und danach Gerechtigkeit für seinen verstorbenen vierbeinigen Freund. Zudem wolle er „Erklärungen“, denn „solange Roller ohne Einhaltung der Vorschriften unterwegs sind, muss jemand zur Rechenschaft gezogen werden“.

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