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Donnerstag, 23. Juli 2026
Gran Canaria

Telde auf Gran Canaria lässt seine Busunternehmen ausbluten

In Telde könnte das kostenlose Busfahren ab August enden. Transportes La Pardilla will Fahrpreise einführen, falls die Stadt eine gerichtlich anerkannte Schuld von knapp 700.000 Euro nicht rechtzeitig bezahlt.
Das Wichtigste in Kürze:
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  • Das Busunternehmen Transportes La Pardilla verlangt vom 1. August an Fahrpreise im Stadtverkehr von Telde, wenn die Stadt ihre Schuld nicht zahlt.
  • Die Stadtverwaltung schuldet dem Unternehmen laut Urteil vom Oktober 2025 knapp 690.000 Euro aus den Defiziten der Jahre 2021 bis 2023.
  • Das Stadtplenum genehmigte die Zahlung im Mai 2026 vorläufig, doch bis heute erhielt das Unternehmen nach eigenen Angaben kein Geld.
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Das Busunternehmen Transportes La Pardilla SL hat angekündigt, ab dem 1. August Fahrtgebühren im Stadtverkehr von Telde zu verlangen. Bislang fuhren die Fahrgäste in der Stadt auf Gran Canaria kostenlos. Der Betreiber knüpfte die Gebühr an eine Bedingung: Zahlt die Stadtverwaltung von Telde bis dahin ihre gerichtlich anerkannte Schuld nicht, endet die bisherige Gratisbeförderung.

Konkret geht es um 689.092,66 Euro. Diesen Betrag schuldet die Stadtverwaltung dem Unternehmen laut einem rechtskräftigen Urteil aus dem Oktober 2025. Die Summe entspricht dem Defizit, das der kostenlose Stadtverkehr in den Jahren 2021, 2022 und 2023 verursacht hatte. Das Busunternehmen trägt diese Kosten seit Jahren aus eigenen Mitteln.

Bereits im April machte das Unternehmen öffentlich, dass die Stadtverwaltung das Urteil nicht erfüllte und der Dienst in einer kritischen Finanzlage steckt. Die Stadtverwaltung von Telde kündigte daraufhin ein außerordentliches Verfahren zur Haushaltsänderung an, um die Schuld zu begleichen. Das Stadtplenum genehmigte dieses Verfahren am 15. Mai 2026 vorläufig.

Telde zahlt Schulden für Stadtbus nicht

Die gesetzlich vorgeschriebene öffentliche Auslegungsfrist endete am 10. Juni. Während des Gerichtsverfahrens teilte die Stadtverwaltung dem Gericht mit, dass die Mittel nach Ablauf dieser Frist endgültig genehmigt seien und die Erfüllung des Urteils ermöglichen werde.



Mehr als einen Monat nach Ende der Auslegungsfrist und mehr als zwei Monate nach der Plenargenehmigung erhielt Transportes La Pardilla nach eigenen Angaben noch immer keinen Cent. Das Unternehmen hielt den Betrieb des Stadtverkehrs in dieser Zeit vollständig aufrecht und beförderte täglich tausende Bürger von Telde.

Transportes La Pardilla teilte nun mit, die Einführung von Fahrpreisen sei keine freiwillige unternehmerische Entscheidung. Es sei schlicht unmöglich, einen öffentlichen Dienst unbegrenzt zu finanzieren, dessen Kosten die Verwaltung zu tragen habe. An die Stadtverwaltung richtete das Unternehmen einen letzten Appell, die Schuld unverzüglich zu begleichen. Diese bewirbt den Service des Busunternehmens derweil über ihre Internetseiten unverändert weiter.

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