Spaniens Marine schaut derzeit deutlich genauer hin, und das ausgerechnet dort, wo es maritim heikel wird. Rund um die Kanarischen Inseln, in der Straße von Gibraltar und im Alborán-Meer liefen in den vergangenen Tagen gleich mehrere Operationen. Im Visier stehen Schiffe, die für Russland unterwegs sind. Engmaschig sollen sie beobachtet werden, damit die Kontrolle über sensible Seegebiete gewahrt bleibt und sich mögliche Risiken früh erkennen lassen.
Den Kern der Maßnahmen bilden mehrere Marineeinheiten, die russische Schiffe gezielt begleiteten. Das Hochseepatrouillenschiff Vigía löste dabei das zuvor eingesetzte Serviola ab und nahm jene Einheiten ins Visier, die aus dem östlichen Mittelmeer Richtung Atlantik fuhren.
Zusätzlich wurde das auf Gran Canaria stationierte Aktionsschiff Meteoro aktiviert. Dessen Aufgabe war es, ein weiteres russisches Schiff in den Gewässern rund um die Kanaren aufzuspüren und zu kontrollieren.
Kanaren in Sorge vor russischen Schiffen
Die Marine selbst sieht in der Präsenz nicht allein ein Mittel der Abschreckung, sondern auch einen Beitrag zur Stabilität. Wer militärisch sichtbar sei, könne Spannungen vermeiden und zugleich die territoriale Integrität schützen.
Überwachungsmissionen dieser Art zählen ohnehin zum normalen Aufgabenbereich der Streitkräfte. Sie stehen im Einklang mit internationalem Recht und gehören zu einer langfristig angelegten Strategie, mit der sich Seegebiete absichern lassen. Geführt werden die Operationen zentral über die Strukturen des maritimen Einsatzkommandos. Das Ziel dahinter ist ein jederzeit genaues Lagebild, damit sämtliche Aktivitäten auf dem Wasser ohne Zwischenfälle ablaufen.
Neben der militärischen Seite wächst auch wirtschaftlich die Aufmerksamkeit. Im Blick steht vor allem die sogenannte Schattenflotte, ein Geflecht von Frachtern mit russischem Hintergrund, die oft mit abgeschalteten Identifikationssystemen unterwegs sind.
Russlands Schattenflotte bleibt EU Dorn im Auge
Geladen haben diese Schiffe meist Erdölprodukte, ihre Routen sind kaum nachzuvollziehen, und es steht der Verdacht im Raum, dass sie internationale Sanktionen umgehen. Spanien arbeitet hier mit der Europäischen Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs zusammen und verlässt sich auf satellitengestützte Überwachung. So lassen sich solche Bewegungen verfolgen und verdächtige Vorgänge erkennen, etwa Umladungen auf offener See.
Bereits im Parlament war zur Sprache gekommen, dass wichtige Routen russischer Schiffe durch spanische Gewässer führen, gerade zwischen der Ostsee und dem östlichen Mittelmeer. Genau dadurch gewinnen die Kanarischen Inseln immer mehr an strategischem Gewicht. Ihre Lage macht sie zu einem zentralen Knotenpunkt für Beobachtung und Kontrolle, und das in einer Phase, in der der südliche Atlantik für die europäische Sicherheit wichtiger wird.
Sorge vor Öl-Katastrophe vor den Kanaren
Auch der Umweltschutz drängt sich neben den sicherheitspolitischen Fragen stärker nach vorne. Je mehr Schiffe unterwegs sind, darunter marode Öltanker, desto größer wird die Gefahr von Unfällen und Ölverschmutzungen. Verstärkt hatte diese Sorge schon ein Vorfall mit einem russischen Tanker südlich von Teneriffa. Die Region gilt als ökologisch empfindlich und ist gleichzeitig für Fischerei und Tourismus von großer Bedeutung.
Dazu kommt, dass sich immer mehr Schiffe unter ausländischer Flagge in der Nähe der Kanaren tummeln. Ein Grund liegt darin, dass afrikanische Häfen weniger strenge Auflagen haben als europäische und deshalb öfter angefahren werden. Damit verschieben sich die Handelsrouten, und zugleich steigt die Notwendigkeit, das Geschehen auf See noch genauer im Auge zu behalten.
















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