Neue Abwasser-Probleme an der Playa Jardín in Puerto de la Cruz werfen die Frage auf, ob Gesundheitsgefahren auf Teneriffa weiterhin verschleiert werden. Ende Juni wurden erneut Bakterien-Grenzwerte überschritten. Das nationale Badegewässer-System Náyade verzeichnete für den Zeitraum vom 22. bis 24. Juni eine Belastung. Dennoch blieb der Strand in Puerto de la Cruz nach Angaben des PSOE de Teneriffa in diesen Tagen geöffnet.
Die Partei machte den Fall am Donnerstag öffentlich. Sie wirft der Inselverwaltung von Teneriffa, der Stadtverwaltung von Puerto de la Cruz und der Generaldirektion für öffentliche Gesundheit vor, die Bevölkerung nicht informiert zu haben.
Der Vorfall fiel mit der Johannisnacht zusammen. Tausende Menschen kamen traditionell an der Küste von Puerto de la Cruz zusammen. Für Warnungen bei Kontaminationen ist die Generaldirektion für öffentliche Gesundheit zuständig, die formelle Schließung eines Badebereichs muss dagegen die Stadtverwaltung von Puerto de la Cruz anordnen. Jetzt gibt ein Dokument vom 25. Juni Einblick in die Entscheidungen.
Behördenschreiben belegt Badeverbot an der Playa Jardín
Das auf den 25. Juni datierte Schreiben informierte das Rathaus über eine mikrobiologische Kontamination am 22. Juni. Es warnte die Bevölkerung vor möglicher biologischer Wasserverschmutzung, meldete den Fall der Stadtverwaltung und hielt für die betroffene Zone ein vorübergehendes Badeverbot fest.
Die Meldung wurde durch ein Überschreiten der Grenzwerte am Messpunkt PM5 ausgelöst. Dieser Punkt liegt an der Playa Chica nahe dem beschädigten Abwasserrohr. Quantitative Analysewerte fehlten laut den vorliegenden Angaben.
Mikrobiologische Kontamination bedeutet, dass gesundheitsgefährdende Mikroorganismen wie Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten im Wasser vorkommen. Solche Belastungen werden typischerweise durch Abwasser ausgelöst.
Playa Jardín knapp ein Jahr wegen Abwassers gesperrt
Die Playa Jardín war zwischen dem 3. Juli 2024 und dem 17. Juni 2025 geschlossen. Die Sperre dauerte 349 Tage, also fast ein Jahr, ausgelöst durch schlechte Wasserwerte aufgrund eines beschädigten Abwasserrohrs. Dieses soll das teilgeklärte Abwasser weit vor die Küste transportieren. Aufgrund von Lecks traten Teile des Abwassers jedoch in Strandnähe aus.
Hauptursache dieser Einleitungen ist die Kläranlage von Punta Brava. Leitungen sollen den Stadtteil Puertos mit der Anlage verbinden. Die Inselverwaltung von Teneriffa kündigte im März 2025 eine dringliche Sanierung an. Nach offiziellen Unterlagen des Wasseramts haben die Arbeiten jedoch auch im Sommer dieses Jahres noch nicht begonnen.
Auch Mitte Juni wurden somit weiterhin täglich 13.000 Kubikmeter Abwasser vor Puerto de la Cruz ins Meer geleitet. Noch aus stehen demnach die Erweiterung der Kläranlage im Valle de La Orotava, die Reparatur von 240 Metern der Leitung und die Inbetriebnahme der Tertiärbehandlung.
Abwasser vor Teneriffa sorgt weiter für politische Spannungen
PSOE-Generalsekretärin Tamara Raya sagte vor Pressevertretern: „Wir gehen dabei absolut sorgfältig vor. Wir behaupten nicht, dass der Emissär die direkte Ursache ist, weil das die technischen Berichte klären müssen. Aber wir verlangen, dass der Fall untersucht, die Ursache identifiziert und alle Informationen veröffentlicht werden.“
Die Justiz ermittelt bereits wegen des früheren Abwasserskandals an der Playa Jardín. Das Verfahren liegt beim Gericht Nr. 2 in Puerto de la Cruz. Die Ermittlungen richten sich gegen den früheren Bürgermeister Marco González, die Insularrätin Blanca Pérez und den Geschäftsführer des Wasseramts, Javier Davara.
Die PSOE beantragte inzwischen bei der Stadtverwaltung von Puerto de la Cruz und bei der Generaldirektion für öffentliche Gesundheit die Herausgabe von Analysedaten, Behördenkommunikation und technischen Unterlagen zum neuen Vorfall.
















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