Auf Beschluss des spanischen Ministerrats übernimmt der Netzbetreiber Red Eléctrica de España (REE) künftig das Pumpspeicherkraftwerk bei Güímar auf Teneriffa. Der Beschluss fiel am Dienstag und übergibt Bau und Betrieb an Red Eléctrica de España. Die Investition übersteigt den Wert von einer Milliarde Euro.
Nach Angaben der Regierung soll das Kraftwerk die Stromkosten der Kanarischen Inseln um 200 Millionen Euro pro Jahr senken. Errichtet wird es in den Schluchten von Güímar, auf einem Gelände, das durch Kiesabbau ohnehin als unattraktiv für andere Bebauung gilt.
Das neue Kraftwerk ermöglicht damit zugleich, die Landschaft ökologisch wiederherzustellen. Den Standort wählten Ministerium und Kommunen aus, nachdem sie mehr als 60 mögliche Flächen geprüft hatten. Das Projekt verspricht neben der Kostenreduktion weitere Vorteile für die größte Kanaren-Insel:
Teneriffa investiert in neues Kraftwerk
Die Anlage erreicht eine Leistung von 200 Megawatt und speichert rund 3200 Megawattstunden, ein Drittel des täglichen Strombedarfs von Teneriffa. Bei einem Überschuss aus erneuerbaren Quellen pumpt das Kraftwerk Wasser in ein oberes Becken. Steigt die Nachfrage, lässt es das Wasser durch Turbinen ab und erzeugt auf diesem Weg sofort Strom. Die geschätzte Nutzungsdauer der Anlage liegt bei mehr als 75 Jahren.
Das Projekt läuft seit rund sieben Jahren, getragen von der spanischen Zentralregierung und der Regierung der Kanarischen Inseln. Offiziell gestartet hatte das Ministerium für ökologischen Wandel die konkrete Planung im Februar: „Es gibt kein Zurück mehr für das Wasserkraftwerk Güímar“, sagte Ángel Víctor Torres, Minister für Territorialpolitik und vorheriger Kanaren-Präsident, in einer Erklärung seines Ressorts.
Das Kraftwerk soll die Versorgung von Teneriffa und La Gomera stabilisieren. Beide Inseln bilden seit dem 1. Juli ein gemeinsames Stromsystem, verbunden durch ein Unterwasserkabel für mehr als 170 Millionen Euro. Es gilt als das tiefste seiner Kategorie weltweit.
Auf Gran Canaria entsteht bereits ein ähnliches Kraftwerk. Auch dieses Projekt erreicht eine maximale Leistung von 200 Megawatt. Es verfügt über eine eigene Meerwasserentsalzung und soll die CO₂-Emissionen auf der Nachbarinsel um 20 Prozent verringern.















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