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Sonntag, 28. Juni 2026
Teneriffa

Anaga auf Teneriffa: Wandern nur mit Busticket und Mietwagen-Stopp

Das beliebte Anaga-Gebirge soll entlastet werden. Teneriffas Inselverwaltung diskutiert, dass Wanderer künftig das Auto stehen lassen sollen, auch Mietwagen würden beschränkt. Es werden bis zu 17 Millionen Euro investiert. Das ist geplant.
Das Wichtigste in Kürze:
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  • Die Inselverwaltung von Teneriffa prüft für Wanderer im Anaga-Gebirge eine Busticket-Pflicht und will den Privatverkehr stark einschränken.
  • Die Verwaltung steckte in drei Jahren zwölf Millionen Euro in Anaga, bis Jahresende könnten es rund 17 Millionen Euro werden.
  • Anwohner und die PSOE werfen der Inselregierung jahrelange leere Versprechen vor. Angekündigte Maßnahmen würden nicht umgesetzt.
Unsere Mitglieder sehen hier eine praktische Zusammenfassung

Die Inselverwaltung von Teneriffa prüft ein Pflicht-Busticket für den Zugang zu den Wanderwegen im Anaga-Gebirge. Wer in dem bei Besuchern äußerst beliebten Gebiet künftig wandern möchte, müsste dann das eigene Auto stehen lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.

Den Stand der Mobilitätsstrategie für das Anaga-Gebirge und den umliegenden Naturpark stellte die zuständige Rätin, Eulalia García, am Freitag im Plenum der Inselverwaltung auf Anfrage der PSOE vor. Die Strategie umfasst 24 Maßnahmen, darunter eine Regulierung des Privatverkehrs und der Parkplätze, ein Zugangs- und Kapazitätsmanagement mit Sensoren und Zählern sowie Zubringerbusse. Geplant sind außerdem eine digitale Buchungsplattform und ein institutioneller Runder Tisch.

Den Auftrag zur Ausarbeitung des Mobilitätsplans für den Parque Rural de Anaga vergab die Inselverwaltung bereits im Dezember 2024. Der nun eingereichte Entwurf liegt den Stadtverwaltungen und den Anwohnern vor. Die Bewohnergruppen prüfen ihn derzeit und wollen ihre Beiträge bis September einbringen. Welche Zugangsregeln am Ende gelten, ist damit noch offen. Doch es werden umfangreiche Änderungen erwartet:

Zwölf Millionen Euro Investition in Anaga auf Teneriffa

Der Bereich Medio Natural der Inselverwaltung hat in den drei Jahren des laufenden Mandats zwölf Millionen Euro in Anaga investiert. Rechnet man die Arbeiten des Straßenbau-Bereichs unter Dámaso Arteaga hinzu, könnte die Gesamtinvestition bis zum Ende des Haushaltsjahres auf rund 17 Millionen Euro steigen. In Roque Negro ist eine Maßnahme im Wert von 700.000 Euro vorgesehen.



Bei der Vorstellung des Strategie-Entwurfs, der bereits am Montag im Besucherzentrum von Anaga in Cruz del Carmen erfolgte, verteidigte die für Umweltschutz zuständige Rätin Blanca Pérez die Ausgaben: „Wir investieren in eine nachhaltige Wirtschaft; das ist Wirtschaftsförderung“, sagte Pérez bei der Versammlung. Als Beispiel nannte sie El Batán: Dank besserer Anbindung in El Batán Alto werde dort wieder angebaut, und das sei den Anwohnern zu verdanken.

Anwohner & PSOE kritisieren leere Versprechen in Anaga

Anwohner beklagten bei der Versammlung, Anaga werde als touristisches Topziel vermarktet, während die Einwohner kaum etwas vom Rückfluss der mit dem Biosphärenreservat verbundenen EU-Mittel spürten. Fulgencio Ramos vom Ortsteil Casas de la Cumbre zählte zu den schärfsten Kritikern und warf der Verwaltung jahrelange leere Ankündigungen vor, die den Bewohnern geschadet hätten. Der sozialistische Inselrat Javier Rodríguez sagte, die Inselregierung sei „viele Male nach Anaga gegangen, hat Maßnahmen versprochen und keine einzige umgesetzt“.

Im November 2024 hatte die Inselpräsidentin angekündigt, ab Januar 2025 keine großen Reisebusse mehr ins Macizo de Anaga zu lassen, doch laut PSOE fahren sie anderthalb Jahre später weiter durch die Region. Im April 2025 unterzeichnete die Inselverwaltung mit dem Transportunternehmer-Verband der Kanaren ein Protokoll für eine vorübergehende Fahrzeuglängenbeschränkung von 12,2 Metern. Die zuständige Provinzielle Verkehrsbehörde setzte diese Grenze trotz Antrags nie um.

Mietwagen-Stopp fürs Anaga-Gebirge

Geplant ist nun ein Netz aus Shuttle-Bussen, das Ausweichparkplätze mit Cruz del Carmen, den wichtigsten Aussichtspunkten und den meistgenutzten Wanderwegzugängen verbindet. Den regulären Busbetrieb von Titsa will die Inselverwaltung mit höheren Taktfolgen, angepassten Fahrplänen und überarbeiteten Linienführungen verbessern. Für verstreut liegende Ortschaften ist ein Rufbussystem vorgesehen, das zunächst in Pilotversuchen erprobt und später auf das gesamte Gebirge ausgeweitet werden soll.

Bei einer Umfrage kam heraus, dass rund 74 Prozent der Befragten regelmäßig über ein Auto verfügen, mehr als die Hälfte nutzt es als Hauptverkehrsmittel in Anaga. Acht von zehn Teilnehmern erleben regelmäßig Staus an den Zufahrten zu Aussichtspunkten, mehr als 70 Prozent finden nur schwer einen Parkplatz. Drei von vier Befragten halten eine Zugangsbeschränkung für notwendig, sobald die Kapazitätsgrenze des Gebiets überschritten wird.

„Die Priorität ist es, das Biosphärenreservat zu erhalten, indem wir den Druck der Privatfahrzeuge auf einen fragilen Raum reduzieren“, sagte Pérez. Daher wird einhergehend auch eine Beschränkung für die Zufahrt mit Mietwagen diskutiert.

Das Anaga-Gebirge liegt im Nordosten Teneriffas. Es ist rund neun Millionen Jahre alt und besteht maßgeblich aus einem schroffen Vulkanmassiv. Anaga gilt als Paradies für Natur- und Wanderliebhaber. Es ist bekannt für seine tiefen Schluchten und schroffen Küsten. Zudem beheimatet das Anagagebirge den beliebten Mercedeswald, einen feuchten Nebelurwald mit moosbewachsenen Bäumen. Es ist bekannt für spektakuläre Panoramablicke am Mirador Pico del Inglés sowie für einzigartige Höhlendörfer wie Chinamada.

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