Für den Flughafen Teneriffa Süd steht die größte Umgestaltung seiner Geschichte an. Aena bestätigte, dass die umfassenden Umbauarbeiten im Herbst 2027 beginnen sollen. Die Gesamtinvestition liegt bei mehr als 550 Millionen Euro. Rosa Dávila, Präsidentin der Inselverwaltung von Teneriffa, bezeichnete die Ankündigung am Freitag als „sehr gute Nachricht“ für die Insel.
Schon am Donnerstag schrieb Aena die Hauptbauarbeiten mit einem Volumen von 512,4 Millionen Euro aus. Davon sind 464 Millionen Euro für eine große Sanierung des Terminalgebäudes samt Außenanlagen vorgesehen. Weitere 48,4 Millionen Euro fließen in die Erweiterung der Parkplätze.
„Die Transformation des Flughafens Teneriffa Süd ist eine ausgezeichnete Nachricht für Teneriffa. Wir haben Hand in Hand mit Aena gearbeitet, damit dieses Projekt den realen Bedürfnissen der Insel entspricht und in die Zukunft blickt“, sagte Dávila weiter. Das Vorhaben ist Teil eines größeren Plans.
Bauzeit von acht Jahren bei laufendem Betrieb
Aena kündigte die größte Umgestaltung seit der Eröffnung des Flughafens im Jahr 1978 an. Auf den Kanarischen Inseln werden mehrere Arbeiten im Gesamtwert von bis zu 1,8 Milliarden Euro an den Flugplätzen geplant. Das geht aus dem Flughafenregulierungsdokument DORA hervor. Die Arbeiten sind demnach bis 2031 angesetzt.
Rund acht Jahre Bauzeit sind damit für das Gesamtprojekt veranschlagt. Einzelne Maßnahmen sollen sogar bis in das Jahr 2036 reichen. Damit der Flugbetrieb während des gesamten Prozesses weiterlaufen kann, will Aena die Arbeiten in Phasen abwickeln. Am Anfang stehen die Neuordnung der Parkplätze, der Zufahrten und der Mietwagen-Zonen auf dem Programm.
Im Anschluss will Aena den Bereich für die künftige Zug-Haltestelle des geplanten Süd-Zuges auf Teneriffa angehen. Ferner ist die Erweiterung des neuen Passagierterminals geplant. Das Gebäude wird nach Norden und Westen vergrößert, wodurch die verfügbare Fläche um rund 28 Prozent wächst.
Zugleich wird der Check-in-Bereich mit 125 Schaltern zusammengeführt. Geplant sind außerdem eine zentralisierte Passkontrolle, eine neue Gepäckausgabe-Halle, größere Ankunfts- und Gate-Bereiche sowie neue Einzelhandels- und Gastronomieflächen. Auch zusätzliche VIP-Lounges sind vorgesehen.
Erweiterung der Parkplätze um mehr als 2000 Stellplätze
Für die Erweiterung der Parkplätze P1 und P3 ist ein dreigeschossiges Gebäude vorgesehen, das 1255 Stellplätze für Mietwagen und 807 für Privatfahrzeuge bietet. Geplant sind außerdem Fußgängerbrücken zum Terminal und zur künftigen Bahnstation, 28 Stellplätze für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, 27 Elektroladepunkte und Photovoltaikanlagen. Die Ausführungsfrist für dieses Teilprojekt liegt bei zweieinhalb Jahren.
Ein zentrales Element des Projekts ist die so genannte Rambla Intermodal. Sie soll das Terminal mit dem öffentlichen Nahverkehr, Taxis und der künftigen Bahnstation verbinden. Dávila sagte, durch die Integration des „Tren del Sur“ werde der Flughafen zu einem echten Knotenpunkt auf Teneriffa. Die Anbindung sei „ein entscheidender Schritt, um die Insel besser zu verbinden und die Lebensqualität derer zu verbessern, die im Süden Teneriffas leben.“
Teneriffa Süd: Modernisierung oder mehr Kapazität?
Nach Darstellung von Aena ziele die Maßnahme nicht darauf ab, die Kapazität des Flughafens zu erhöhen, sondern die Infrastruktur zu modernisieren. Das neue Gebäude orientiere sich an Kriterien für Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und barrierefreien Zugang.
2025 kam der Flughafen Teneriffa Süd auf rund 14 Millionen Passagiere und war damit der siebtgrößte Spaniens. Nach Angaben des Statistikamts ISTAC kamen im Juni 422.534 Fluggäste aus dem Ausland auf Teneriffa an, das waren 5,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig ist das Passagieraufkommen trotz dieses zuletzt leichten Rückgangs so hoch, dass der Airport regelmäßig an seine Kapazitäts- und Abfertigungsgrenzen stößt.
















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