Via Luftpost sollen zwei Orcas in den Loro Parque auf Teneriffa umziehen. Damit endet ein mehr als anderthalb Jahre dauernder Streit über den Verbleib der beiden französischen Meeressäuger. Das Marineland an der Côte d’Azur muss wegen strengerer Tierschutzbestimmungen die Haltung von Orcas in Gefangenschaft beenden. Daraufhin wurde der gesamte Park wegen fehlender Wirtschaftlichkeit geschlossen.
Möglicherweise auch deshalb zeigte sich der Loro Parque auf Teneriffa von Beginn an äußerst interessiert an der Übernahme der Schwertwale. Wie die Nachrichtenagentur Efe berichtet, sollen die Meeressäuger «in Kürze» nach Teneriffa überführt werden.
Wiki ist 24 und Keijo elf Jahre alt. Die beiden Orcas drehen seit der Schließung des Marineland Anfang 2025 einsam ihre Runden. Die über Jahre antrainierten Kunststücke werden seit dem Ende des Parks keinen Besuchern mehr vorgeführt. Inzwischen gelten auch die Becken als marode. Der Parkbetreiber unternahm nur noch das Mindestnötige, seit die Einnahmen ausbleiben. Der Loro Parque sieht sich entsprechend als «die einzige Lösung, um die Orcas zu retten». Tierschützer widersprechen entschieden.
Wohl Orca-Zuwachs für Loro Parque auf Teneriffa
Tierschützer hatten wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass Frankreichs Verbot der Haltung von Orcas in Gefangenschaft untergraben werde, wenn diese dann einfach nur außer Landes gebracht werden und beispielsweise in Spanien weiterhin in engen Becken leben müssen. Unter anderem die Tierschutzorganisation Peta forderte die zuständige Ministerin in Frankreich dazu auf, dass «die derzeit eingesperrten Orcas in Meeresauffangstationen verlegt werden, um den Rest ihres Lebens in einer natürlicheren Umgebung zu verbringen.»
Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine lobte das Gesetz als «richtungsweisend». Sie kritisiert das Bemühen des Loro Parque um Wiki und Keijo und benennt ausdrücklich den Leiter des Zoos in Puerto de la Cruz, Wolfgang Kiessling, als Antreiber der Verlegung. Für die Delfinschützer – auch Orcas gehören der Familie der Delfine an – ist «das Whale Sanctuary Project in Kanada» wie «von der Regierung» die «bevorzugte Lösung».
Während die vier verbliebenen Delfine nach Valencia verlegt werden sollen, scheint die Übernahme der beiden Orcas durch den Loro Parque nun beschlossene Sache. Schon Ende Juli waren acht Delfine über den Flughafen Nizza nach Málaga ausgeflogen worden. Auch diesmal soll die Verlegung über den «Nice Côte d’Azur Airport» vollzogen werden.
Loro Parque: Orca-Zucht hebelt Frankreichs Tierschutzgesetz aus
Die französische Regierung hatte ihr Tierschutzgesetz bereits im Jahr 2021 verabschiedet. Der Park schloss seine Türen daraufhin Anfang 2025 – und damit noch bevor das Gesetz griff. Dennoch blieb die Verlegung lange Zeit ungeklärt. Der Loro Parque bemüht sich bereits seit Bekanntwerden des Endes um die beiden Orcas.
Der Tierpark auf Teneriffa hatte viele Jahre ein Abkommen mit Sea World in Amerika. Nachdem das US-Unternehmen bekanntgegeben hatte, sein Orca-Programm zu beenden und der Loro Parque diesen Schritt für sich ausschloss, war es für den Zoo in Puerto de la Cruz deutlich schwieriger geworden, an Nachwuchs für Orcas in Gefangenschaft zu kommen. Die eigene Zucht sorgte zunächst für Nachwuchs, allerdings starben in dem Tierpark auch vier Orcas innerhalb von nur drei Jahren. Eine frische Blutlinie ist daher für den Zoo besonders interessant.
Statistisch erfüllt Frankreich mit der Umsiedlung der verbliebenen Tiere das eigene Gesetz. Es muss jedoch damit gerechnet werden, dass die 14 nun von Frankreich nach Spanien verlegten Meeressäuger künftig ebenfalls für die Zucht eingesetzt werden. Der Gedanke hinter dem eigentlich progressiven Gesetz wird durch die französische Entscheidung, die Wale in einen Park zu geben, der weiterhin auf Nachzucht setzt, ausgehebelt.
















«Marineland-Orcas sollen per Flugzeug in Loro Parque auf Teneriffa umziehen»
1752 wurde der älteste noch existierende Zoo in Wien eröffnet. Zu einer Zeit, in der, bis heute, Menschen mit Gewehren auf Großwildjagd gingen, um sich heroisch auf Fotos abbilden zu lassen und um sich ihre Trophäen an die Wand zu hängen. Zu einer Zeit, wie auch schon lange zuvor, wo das Tier beim Zusammentreffen mit dem Menschen immer der Verlierer war.
Die, die das Töten der Tiere nicht wollten, weil sie in der Zurschaustellung der Tiere, ein lukrativeres Geschäft sahen, gründeten Zoos und verwiesen darauf, wie gut es den Tieren, im Gegensatz zur grausamen Außenwelt dort gehen würde.
Einige schafften sich privat wilde Tiere an, zähmten sie auf grausame Weise und ließen sie gegen Eintritt in einer Manege auftreten. Jeder Zirkus hatte damals solche Tiere.
Ein erstes wirkungsvolles Umdenken im Umgang mit wilden Tieren verdanken wir Greenpeace. Sie richteten unseren Blick auf den grausamen kommerziellen Walfang, bei dem durch riesige Harpunen gnadenlos junge und alte Tiere getötet und direkt an Bord der Walfänger verarbeitet wurden. Japan und Norwegen waren die Länder, die einen Schutz der Tiere immer wieder verhinderten.
Dann zeigte uns Greenpeace, wie Robbenjäger mit einem „Hickapick“, einem Holzknüppel, der an einem Ende einen Eisenhaken hatte, junge und alte Robben töteten. Sie schlugen den Eisenhaken in den Kopf der Tiere, und zogen sie, teils tot, teils lebend, hinter sich her, um ihnen letztlich das Fell abzuziehen.
Das alles schreibe ich, weil ich sicher bin, dass sowohl Befürworter, als auch Gegner des Loro Park, darüber entsetzt waren bzw. sind. Das alles schreibe ich, weil ich überzeugt davon bin, dass beim Zusammentreffen Mensch-Tier, das Tier immer der Verlierer ist. Wir alle haben uns beispielsweise an das Springreiten gewöhnt. Glaubt wirklich jemand, Pferde würden es genießen, mit einer Person auf dem Rücken, über viel zu hohe Hindernisse zu springen? Bei Hunde- und Hahnenkämpfen sind wir entsetzt, warum schauen wir bei anderen Tierquälereien nicht genauer hin?
Wenn in Asien Hunde gegessen werden, ist der Aufschrei groß, wenn alte Menschen bei uns, aus falsch verstandener Tierliebe, ihre Hunde fett und fetter füttern, geschieht nichts. Wenn große Hunde in kleinen Wohnungen der Städte nicht artgerecht gehalten werden, geschieht nichts. Halbstarken, teils drogenabhängigen Gestalten, die trainierte Kampfhunde mit sich führen, während die auf ihre Eltern angemeldet sind, geschieht nichts.
Das Fazit aller Erkenntnisse der vergangenen Jahrhunderte muss doch sein: kein Geschäft mit Tieren und Tiere in ihrer natürlichen Umgebung lassen. Langsames, behutsamen Ausklingen bei der Haltung wilder Tiere in Parks und Zoos. Es gibt so viele Auswilderungsprojekte, für die das Geld, das Menschen in Eintritte für Tiershows ausgeben, viel wichtiger wäre.
Dieses Bewusstsein, Tiere künftig in ihrer natürlichen Umgebung zu lassen, jegliche Form von Großwildjagd und Tierquälerei (als Tierliebe getarnt) abzulehnen, muss man Familien, Kindergärten und Schulen vermitteln. Dann sähe die Zukunft für Tiere sicher besser aus.