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Samstag, 1. August 2026
Gran Canaria

28.000 Tonnen Futter nötig: Kanaren wollen riesige Oktopus-Farm bauen lassen

28.000 Tonnen Futter wären nötig und das Ökosystem könnte leiden. Trotzdem wird eine riesige Oktopus-Farm vor den Kanaren geplant.
Das Wichtigste in Kürze:
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  • Das griechische Unternehmen Nueva Pescanova plant eine Oktopus-Farm vor Gran Canaria mit einer jährlichen Produktion von 3.000 Tonnen, wofür 28.000 Tonnen Fisch als Futter benötigt würden.
  • Tierschutzorganisation CIWF warnt vor ethischen und ökologischen Problemen durch die intensive Haltung der intelligenten Tiere sowie vor negativen Auswirkungen auf das bereits durch Überfischung belastete Ökosystem.
  • Das Projekt durchläuft derzeit eine Umweltverträglichkeitsprüfung, während Umweltschützer Bedenken zur Wasserqualität am Hafenstandort und zur Essbarkeit der gezüchteten Tiere äußern.
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Bis zu 2,1 Milliarden Fische wären jedes Jahr nötig, um eine Oktopus-Farm der geplanten Größe vor den Kanaren zu betreiben. Ob die Tiere, die zum Verzehr gezüchtet werden sollen, überhaupt gegessen werden können, ist dabei offen.

Das griechische Unternehmen Nueva Pescanova möchte Oktopusse im Atlantik vor den Kanaren züchten. Die jährliche Menge wird dabei nicht in Exemplaren angegeben, sondern in Gewicht: 3000 Tonnen Oktopus sollen jedes Jahr „geerntet“ werden.

Dafür nötig: 28.000 Tonnen Fisch. Das wiederum geht aus einem Bericht der internationalen Organisation Compassion in World Farming (CIFW) hervor. Sie kritisierte das Vorhaben am gestrigen Welttag des Oktopus. Denn es sei auch für die Kanaren gefährlich.

Oktopus-Farm vor den Kanaren umweltschädlich?

Geplant ist die Farm nahe dem Hafen von Las Palmas auf Gran Canaria. Derzeit befindet sich das Projekt in einer der am meisten gefürchteten Phasen für Bauvorhaben aller Art: die Umweltverträglichkeitsprüfung.



Dabei werde geprüft, ob die Oktopus-Farm Auswirkungen auf das Meer vor den Kanaren hätte. Und Umweltschützer warnen schon jetzt: Die Aquakultur werde von Farmen dieser Art einer „wachsenden Bedrohung ausgesetzt“, heißt es seitens der CIFW.

Laut Organisation müssten drei Kilo Futter eingebracht werden, um ein Kilo Oktopus zu züchten. Nueva Pescanova spricht jedoch von nur zwei Kilo Futter. Tierschützer fordern nun eine Prüfung, ob damit überhaupt eine artgerechte Zucht möglich ist.

Auf der Kanaren-Insel selbst ist bereits eine Debatte über die Frage nach artgerechter Zucht von Kraken entbrannt. Während das Unternehmen den Tierschutz als wichtiges Gut in der täglichen Arbeit ausgibt, sagt Elena Lara vom CIFW: „Oktopusse sind unglaublich intelligente und sensible Tiere. Ihre intensive Haltung in Tanks stellt nicht nur ein ernstes ethisches, sondern auch ein ökologisches Problem dar.“

Oktopus-Zucht vor den Kanaren: Nachhaltigkeit vs. Geschäft

Das gelte auch für Gran Canaria. Denn während sich die Insel bemühe, ein „nachhaltiges Image“ aufzubauen, würden die Container genau das Gegenteil ausdrücken. Zudem seien Kraken eine fleischfressende Art. Während durch Überfischung und den Klimawandel die Fischbestände bereits zurück gingen, sei die künstliche Ansiedlung tausender Tiere auch für das Ökosystem problematisch.

Zudem ist weiterhin die Frage offen, ob die Tiere, die für den Verzehr gezüchtet werden, überhaupt essbar wären. Denn nahe dem Hafen könnten die Wasserwerte zumindest phasenweise unzureichend sein, heißt es aus Umweltschutz-Kreisen.

Der CIFW versucht derzeit mit allen legalen Mitteln, gegen die Oktopus-Farm vorzugehen. Ob das Umweltverträglichkeitsgutachten den angeführten Argumenten folgt, bleibt abzuwarten. Bei Kilopreisen zwischen 30 und 75 Euro beim Verkauf auf dem EU-Festland dürfte Nueva Pescanova alles daran setzen, vor den Kanaren günstig zu züchten.

Kommentare (1)
  • R RFK 11.10.2025

    Danke, dass Sie das geschrieben haben: „Oktopusse sind unglaublich intelligente und sensible Tiere. Ihre intensive Haltung in Tanks stellt nicht nur ein ernstes ethisches, sondern auch ein ökologisches Problem dar.“

    Dabei möchte ich vor allem auf die Intelligenz der Tiere hinweisen und die brutale Tötungsform. Wer sie fängt, schlägt sie tot! Immer wieder auf den Boden, weil dadurch die Masse des Tieres angeblich weicher zu genießen sei. Eine Methode, die vor allem in Griechenland angewandt wird.

    Wer sich einerseits über den Genuss von Pferdefleisch echauffiert, andererseits aber Pulpo Gallega isst, der hat gar nichts begriffen. Denn welches von diesen beiden Tieren „edler“ ist, kann man jederzeit diskutieren.

    Die Kanaren sind gut beraten, sich Gedanken darüber zu machen, warum ein Unternehmen eines Landes, das fast vollständig von Wasser umgeben ist, mit diesem Ansinnen auf die Kanaren zukommt.

    Wenn’s nach mir ginge, käme der Oktopus auf die Liste der verbotenen Lebensmittel.

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