Das neue Waldbrand-Szenario ist ernster. Spanien erwartet weniger Flächenbrände in Wäldern und an Berghängen. Doch die verbleibenden Feuer sollen wesentlich schlimmer ausfallen. Grund dafür seien der Klimawandel und das oft fehlende Aufräumen wilder Flächen.
Die Naturschützer von Greenpeace stützen die These der spanischen Experten. Demnach waren im vergangenen Jahr kaum ein Prozent aller Waldbrände für weit mehr als die Hälfte aller verbrannten Quadratmeter verantwortlich.
Im laufenden Sommer kam es rund um das westlich von Madrid gelegene Ávila zum größten Waldbrand in der Geschichte Spaniens. Zehntausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, viele verloren ihr Hab und Gut. Mehrere europäische Länder kämpfen gegen die größten Feuer ihrer Geschichte. Und 2026 setzt sich das fort, was sich bereits im Vorjahr abzeichnete.
Europa kämpft gegen Rekord-Waldbrände
Verbrannten bis zum Sommer 2025 noch 190.000 Hektar Fläche in Europa, waren es laut dem EU-Waldbrandinformationssystem EFFIS in diesem Jahr bereits 265.000. Das bedeutete eine Erhöhung um fast 40 Prozent – bei abnehmenden Waldbrandzahlen.
Als Gründe werden zwei Hauptfaktoren genannt: Immer mehr Menschen verlassen ländliche Gebiete. Das begünstigt das unkontrollierte Ausbreiten von Wäldern und Büschen. Hinzu kommt die globale Erwärmung, die für stärkere Dürreperioden sorgt. So entstehen zunderartige Flächen, die die Ausbreitung von Waldbränden stark begünstigen.
Die spanische Nachrichtenagentur Efe zitiert Eduardo Tolosana. Der Forstingenieur sagt, dass die ausbleibende Pflege ländlicher Gebiete „letztendlich zu einer Ansammlung von Brennstoff“ führt.
Hitzewellen begünstigen Waldbrände – auch auf den Kanaren
Die Kanarischen Inseln verzeichneten Anfang August Temperaturen von mehr als 44 Grad. Hitzewellen und Rekorde wie diese gab es europaweit. Trocknen die Gebiete aus, sorgt das zusätzlich für waldbrandfördernde Bedingungen. Sieben von zehn Waldbränden ereigneten sich im vergangenen Jahr während einer Hitzewelle.
Experten zufolge müsse dringend in Waldbrandprävention investiert werden. Und dazu gehöre auch die Wiederbelebung landwirtschaftlicher Flächen, die sich andernfalls in eine Art Zunder verwandeln. Die Feuerschäden erreichen höhere Summen als die Subventionen es je würden, sagt Tolosana. Greenpeace bestätigt das rechnerisch. Ganz nebenbei würde so auch die Wirtschaft auf dem Land belebt werden.
Laut Greenpeace verursachten die Waldbrände des laufenden Jahres Schäden von bis zu 3,8 Milliarden Euro. Und diese Summen würden die Reparaturen beschädigter Infrastruktur noch gar nicht beinhalten. Hinzu komme, dass noch immer Feuer lodern, die Schäden also noch wesentlich größer würden. Die Prävention sei mit rund einer Milliarde Euro pro Jahr also sogar lukrativ.
Auf den Kanarischen Inseln erreichen große Waldbrände ebenfalls hohe Millionenschäden. Als im Sommer 2023 rund 14.000 Hektar Fläche auf Teneriffa den Flammen zum Opfer fielen, war das nicht nur der größte Waldbrand der jüngeren kanarischen Geschichte. Es war auch der teuerste: Experten schätzten die Kosten für den Wiederaufbau und die sozioökonomischen Verluste auf mindestens 177 Millionen Euro.
















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