Billigflieger Ryanair kehrt nach Teneriffa und Lanzarote zurück


Der irische Billigflieger Ryanair will zwei der geschlossenen Basen auf den Kanarischen Inseln reaktivieren. Künftig könne es sein, dass auch Gran Canaria und weitere Destinationen wieder mit einer eigenen Basis bedacht werden, hieß es. Gewerkschaften kritisieren Airline und Politik.

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Bei der Präsentation gab sich Ryanair gönnerhaft: „Wir freuen uns, mehr als 400 Millionen Euro in die Kanaren zu investieren“, sagte der DACH-Chef von Ryanair, Eddie Wilson, bei der Bekanntgabe. Bis zum Sommer 2023 wolle man „nicht nur eine, sondern zwei neue Basen eröffnen“, hieß es weiter.

Die Neueröffnungen auf Lanzarote und Teneriffa seien „fantastische Neuigkeiten für diese beiden Urlaubsregionen, die Millionen von Touristen anziehen, die auf der Suche nach günstigen Tarifen und einer unglaublichen Auswahl sind“, fuhr der Ryanair-Vertreter fort.

Nach der Ankündigung zur Wiedereröffnung im Süden Teneriffas und auf Lanzarote zum Sommerflugplan 2023 wolle man im weiteren Verlauf vielleicht mehr Standorte eröffnen. Im Gespräch sind Basen an Teneriffas Nord-Flughafen sowie auf Gran Canaria und La Palma. Als frühstmöglicher Zeitpunkt dafür gilt der Winterflugplan 2023/24. Allerdings gibt es derzeit keine konkreten Anhaltspunkte für eine Umsetzung.

Gewerkschaft kritisiert Ryanair und Kanaren-Regierung

Was Wilson bei der Präsentation nicht vertiefte: Keine zwei Jahre zuvor waren alle Ryanair-Basen auf den Kanarischen Inseln geschlossen worden. Damals sei der Billigflieger nach Aussagen der Gewerkschaft USO Zahlungen in Millionenhöhe bei den ehemaligen Mitarbeitenden schuldig geblieben (mehr dazu am Ende des Beitrags).


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Die Gewerkschaft hatte Kanaren-Präsident Ángel Víctor Torres dazu aufgerufen, die „Image-Wäsche“ des Billigfliegers nicht zu unterstützen. Jairo Gonzalo, Organisationssekretär der USO auf den Kanarischen Inseln und ehemaliger Mitarbeiter der Fluggesellschaft am Flughafen Teneriffa Süd, sagte: „Von unserer Gewerkschaftsorganisation begrüßen wir Investitionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen.“

Allerdings, so Gonzalo weiter, werde das Regierungspräsidium „als Propagandakulisse benutzt, um ein ‚Low-Cost‘-Modell zu loben das auf öffentlicher Hilfe und Arbeitsplatzunsicherheit beruht“. Ryanair würde „die Kanarischen Inseln verlassen, sobald sie den Geldhahn schließen“, sagte der Gewerkschafter. Damit spielte Gonzalo auf mögliche finanzielle Anreize für die Airline durch die Kanarischen Inseln an.

Politik lobt Ryanair für Rückkehr auf die Kanaren

Torres sagte bei der gemeinsamen Präsentation mit Vertretern des Billigfliegers: „Heute ist einer dieser Tage, an denen wir viel glücklicher ins Bett gehen.“ Tourismusministerin Yaiza Castilla erklärte zudem, dass die Fluggesellschaft auf die Anreize des spezifischen Flugentwicklungsfonds für La Palma zugreifen könne und die kanarische Exekutive die Werbeausgaben mit dem Unternehmen teilen werde.

Ryanair kündigte an, insgesamt 70 Flugverbindungen mit den Kanarischen Inseln zu betreiben. Sechs davon sollen neu geschaffen werden. Es solle wöchentlich 520 Flüge geben, wodurch 120 Arbeitsplätze geschaffen würden.

Ryanair wolle dadurch mehr als zwei Millionen Touristen pro Jahr auf die Kanarischen Inseln bringen. Bis zum Geschäftsjahr 2026 wolle man 225 Millionen Fluggäste von oder nach Spanien befördern, hieß es.

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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Er ist auf den Kanaren zuhause und schreibt bereits seit vielen Jahren unter anderem über die Inseln.

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