Kaum hatte der Streik in der Hotel- und Gastronomiebranche auf Teneriffa, La Palma, El Hierro und La Gomera begonnen, da wuchs auch schon die Kritik an der Regierung der Kanarischen Inseln. Am deutlichsten gingen Vertreter der PSOE ins Gericht, doch die bekommen ihrerseits jetzt Gegenwind von der Coalición Canaria.
Die PSOE hält dem regionalen Kabinett vor, die Verhandlungen mit den Gewerkschaften fahrlässig vernachlässigt zu haben. Die Coalición Canaria wiederum pocht auf eine „nützliche Politik“, die sich an konkreten Lösungen orientiert und nicht an Partei- und Symbolpolitik.
Für die sozialistische Partei PSOE hat die Kanaren-Regierung bei der Konfliktvermeidung versagt. Obwohl der Streik schon seit Wochen angekündigt gewesen sei, habe es bislang keine Gespräche mit den Gewerkschaften gegeben, so der Vorwurf. Nun folgen weitere Anschuldigungen:
Parteipolitik nach Tourismus-Streik auf den Kanaren
Kanaren-Präsident Fernando Clavijo und Tourismusministerin Jessica de León hätten untätig zugesehen, kritisiert die PSOE, obwohl sich ein Arbeitskampf mit erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen längst abzeichnete. Aus Sicht der Partei kommt diese Eskalation keineswegs überraschend, sie sei vielmehr die direkte Folge politischen Desinteresses.
Kritik gibt es auch aus den eigenen Reihen der Regierungskoalition. Die Coalición Canaria, die derzeit mit der konservativen Partido Popular verbündet ist, macht deutlich, dass sich die Probleme der Beschäftigten im Tourismussektor allein durch ernsthafte Gespräche lösen lassen.
Man müsse aufhören, politische Gegner zu beschuldigen, forderten Sprecher der Partei, und sich stattdessen einer „nützlichen Politik“ für die Menschen auf den Kanaren widmen. Gelingen müsse dabei ein Ausgleich zwischen den wirtschaftlichen Interessen der Hotelbetriebe und den Arbeitsbedingungen der Angestellten.
Im Mittelpunkt steht die Forderung der Beschäftigten nach besseren Arbeitsbedingungen, höheren Löhnen und kürzeren Arbeitszeiten. Seit Monaten verlangen die Gewerkschaften deshalb einen Branchentarifvertrag, der den hohen Belastungen des Sektors gerecht wird.
Streik trifft Kanaren-Tourismus zur wichtigsten Zeit
Ausgerechnet in der wichtigsten Zeit mit stellenweise 95 Prozent Auslastung trifft der Konflikt die Branche. Dem wichtigsten Wirtschaftsmotor, der für rund 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steht, drohen damit herbe finanzielle Einbußen.
Die Politik sorgt sich obendrein um einen Image-Schaden. Die Gewerkschaften wiederum heben hervor, dass es sich um einen legalen und legitimen Protest handle, der auf strukturelle Missstände aufmerksam mache.
Immerhin: Auf den östlichen Inseln ließ sich der Streik in letzter Sekunde noch abwenden. Und im Westen distanzierte sich bereits die erste Gewerkschaft von den Streiks. Eine Lösung gilt daher als Frage der Zeit.























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