Knöllchen aus der Luft: Kanaren setzen auf Verkehrs-Drohnen


Auf den Kanarischen Inseln kommen die Knöllchen ab sofort aus der Luft. Wer sich beispielsweise mit Handy am Ohr immer dann in Sicherheit wähnte, wenn kein Polizeiauto zu sehen war, muss ab sofort damit rechnen, dennoch teure Post zu bekommen.

Sie werden geliebt und gehasst zugleich: Wer beispielsweise Landschaftsfotografie betreibt, weiß Kamera-Drohnen längst zu schätzen. Andere finden das Surren aus der Luft einfach nur nervig. In Spanien sollen neue Drohnen ab sofort für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen.

Die Dirección General de Tráfico (DGT) verfügt seit kurzem über die ersten beiden von zunächst drei reinen Verkehrsdrohnen in Spanien. Das Pilotprojekt soll Verkehrssünder auffliegen lassen und mittelfristig für mehr Sicherheit auf den Straßen der Kanaren sorgen.

Verkehrsdrohen auf den Kanaren jagen nicht nur Handy-Sünder und Gurt-Muffel

Mit der neuen Technologie sollen insbesondere Vergehen am Steuer aufgedeckt werden. Dazu verfügen die Drohnen über Kameras, die bei guten Bedingungen aus bis zu zwei Kilometern Entfernung punktgenaue Bilder übertragen können. Wer also mit dem Handy hantiert oder nicht angeschnallt ist, braucht künftig nicht mehr Ausschau nach Polizeiwagen oder -kontrollen zu halten. Verkehrssünder könnten längst aus der Luft überführt worden sein.

Weitere Vergehen, die aktuell von den neuen Drohnen überwacht werden, sind zu dichtes Auffahren oder das Missachten von Stoppschildern und Zebrastreifen. Geschwindigkeitsverstöße sind nach Angaben der Guardia Civil aktuell noch nicht möglich. Eine Nachrüstung von Laser-Technologie sei jedoch denkbar, hieß es.

Bereits jetzt lassen sich die Sicherheitsbehörden die Drohnen je nach Ausstattung zwischen 5000 und 8000 Euro kosten. Und die seien nach Ansicht der Verantwortlichen bestens investiert. Denn auch wenn der Versuchszeitraum für einwandfreie Statistiken noch viel zu kurz ist, würden bereits seit der bloßen Ankündigung, den Verkehr ab sofort auch aus der Luft zu überwachen, weniger Verkehrsverstöße an neuralgischen Punkten verzeichnet, hieß es.

So funktioniert das spanische Punktesystem für Autofahrer

In Spanien verfügt jeder Autofahrer über ein Punktekonto. Fahranfänger erhalten acht Punkte, alle anderen Personen starten mit zwölf Punkten. Wer dann im Straßenverkehr beispielsweise mit einem Mobiltelefonen am Steuer erwischt wird, verliert drei dieser „Führerschein-Punkte“ und muss 200 Euro Strafe zahlen. Fahren ohne Sicherheitsgurt kostet sogar vier Punkte und 200 Euro. Andersherum können Autofahrer nach drei Jahren ohne Vergehen zusätzlich zu ihren zwölf Punkten weitere zwei Punkte dazuverdienen. Nach weiteren drei Jahren kann ein Maximum von 15 Punkten erreicht werden.

Verkehrsdrohnen könnten landesweit deutlich aufgestockt werden

Auf den Kanaren sind die Drohnen aktuell im Doppelpack zwischen Teneriffa und Gran Canaria unterwegs. In Kürze soll jeweils eine Drohne fest in der Provinz Teneriffa verbleiben und eine in der Provinz Gran Canaria. Von dort aus sollen die Fluggeräte dann auf allen Inseln zum Einsatz kommen.

Das spanische Drohnen-Überwachungssystem startet mit elf Geräten dieser Art. Drei der Drohnen sind für meteorologische Einsätze zertifiziert und sollen überwiegend hierfür eingesetzt werden. Nachdem alle elf Drohnen ausgeliefert wurden, soll eine Zwischenbilanz gezogen werden. Stellt sich das Programm tatsächlich als Erfolg heraus, ist die Anschaffung von 20 weiteren Drohnen geplant.

Daran, dass das neue Programm ein Erfolg wird, hat zumindest die Provinzleiterin der DGT in Las Palmas, Eva Canitrot, schon jetzt keine Zweifel mehr: „Was heute neu ist, wird bald alltäglich sein. Das neue Programm wird dabei helfen, die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten, egal ob Autofahrer oder Fußgänger.“

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Johannes Bornewasser

Johannes ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zur Autorenseite