Feuer auf La Palma: Hitze und Wind fachen die Flammen weiter an


Ausdrücklich kein Waldbrand sei das Feuer, das seit Dienstag auf La Palma wütet. Für die Anwohner der Gemeinde El Paso ist die Definition egal. Sie bangen um ihr Hab und Gut. Innerhalb kürzester Zeit wurden 120 Anwohner in Sicherheit gebracht. Nun drohen die Flammen auch auf die Nachbargemeinde Los Llanos überzugehen.

Lesedauer: 2 Min.

Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 74 Kilometern pro Stunde fachen ein im Westen von La Palma ausgebrochenes Feuer immer wieder an. Die aktuelle Hitzewelle hat die Kanarischen Inseln zu einem metaphorischen Pulverfass gemacht, Zusammen mit dem Wind werden Funken und Flammen weitergetragen und es entstehen neue Brände.

Zwei Personen mit Corona-Diagnose stellten die Hilfskräfte zunächst vor Probleme. Nachdem beide Patienten in ein Krankenhaus eingeliefert wurden, konnten die übrigen 120 Personen im betroffenen Gebiet in Sicherheit gebracht werden. In der Zwischenzeit trafen von den übrigen Inseln Hilfskräfte ein.

Die Einsatzleitung meldete, dass mehr als 100 Personen gegen die Flammen ankämpfen. Die Teams bestehen demnach aus Mitarbeitenden der regionalen Umweltbehörde sowie verschiedenen Feuerwehren und Sondereinsatz-Trupps von La Palma, Teneriffa, La Gomera und El Hierro. Außerdem unterstützen bei Tageslicht sieben Luft-Einheiten, bestehend aus Hubschraubern und Löschflugzeugen, den Einsatz.

Der Präsident des Cabildo de La Palma, Mariano Hernandez Zapata, lobte die Koordination zwischen den unterschiedlichen Verwaltungen. Nur dadurch sei es auch gelungen, nebenbei eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen in Triana zu räumen und die Bewohner nach Llanos de Aridane zu verlegen.

Feuer auf La Palma außer Kontrolle – Einsatzleitung „sehr mäßig optimistisch“

Die Regierung der Kanarischen Inseln erklärte das Feuer zwischenzeitlich zu einem Einsatz der Stufe zwei und übernahm die zentrale Koordination. Der Einsatzleiter der Löscharbeiten, Rafael García, sagte, dass der Wind die Kontrolle über die Flammen übernommen habe. Es sei wichtig zu verstehen, dass es sich nicht um einen klassischen Waldbrand handle, sondern um eine Waldschnittstelle. Darunter seien auch Obstgärten und sehr trockene Felder.

Problematisch sei die Nähe zu den Städten. Ein Feuer dieser Art benötige mehr Ressourcen als ein klassischer Waldbrand. Dies erschwere die Löscharbeiten abgesehen von den meteorologischen Bedingungen zusätzlich. Dennoch sei man „sehr mäßig optimistisch“ bald örtlich erste Kontrolle über einige der Feuerfronten zu erlangen.

Über den Grund des Ausbruchs wollte García nicht spekulieren. Dieser sei noch nicht ermittelt. Eine zwischenzeitlich aufgekommene These, es könne sich um eine arglos weggeworfene Zigarettenkippe handeln, wolle man weder bestätigen noch ausschließen, hieß es knapp.

Bis Donnerstagabend waren mehr als 300 Hektar Fläche verbrannt. Die Feuerfront hatte eine Länge von rund zehn Kilometern erreicht. Viele Häuser wurden zerstört. Die genaue Bilanz steht noch aus.

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Über den Autor

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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