So heftig hat es auf La Palma in den letzten 4000 Jahren nicht mehr gerumort. Das legen jedenfalls wissenschaftliche Analysen des paläomagnetischen Feldes nahe, mit denen sich erstmals acht Eruptionen aus dem Holozän, also dem Nacheiszeit-Alter, zeitlich genau einordnen lassen.
Aus den jüngsten Untersuchungen geht hervor, dass die vulkanischen Ereignisse auf der Kanaren-Insel inzwischen deutlich häufiger auftreten. So häufig, dass mittlerweile etwa jede Generation einen Vulkanausbruch auf La Palma miterleben kann.
Verantwortlich für die Erkenntnisse ist ein internationales Forscherteam, zu dem auch Experten des Nationalen Geographischen Instituts in Spanien, IGN, gehören. Drei Hauptphasen vulkanischer Aktivität haben die Wissenschaftler dabei ausgemacht.
La Palma vulkanisch aktiv wie selten
In der ersten Phase brach es etwa alle 600 Jahre aus. Danach kehrte für rund tausend Jahre Ruhe ein, ehe die Ausbrüche im Durchschnitt auf alle 100 Jahre zusammenrückten. Die Forscher lesen daraus eine wachsende vulkanische Dynamik auf La Palma ab.
Den Trend bestätigt nicht zuletzt der jüngste Vulkanausbruch auf La Palma, der sich 2021 am Vulkan Tajogaite ereignete. Um das Alter der Lavaströme festzustellen, griffen die Wissenschaftler zu paläomagnetischen Messungen.
Untersucht wurde dabei, wie die magnetischen Minerale in den Gesteinen ausgerichtet sind. Beim Abkühlen des Magmas hatten sie sich an der damaligen Lage des Erdmagnetfeldes orientiert, was eine genaue Datierung der vulkanischen Ereignisse erlaubte.
Weitere Vulkanausbrüche auf La Palma möglich
Für das Risikomanagement auf La Palma sind die Resultate der jüngsten Studie von erheblicher Bedeutung. Weil die Eruptionen häufiger werden, muss die vulkanische Aktivität dauerhaft überwacht werden. Die Behörden verweisen darauf, dass nur präzise wissenschaftliche Daten ein frühzeitiges Reagieren auf mögliche Gefahren ermöglichen.
Die Wissenschaftler ordnen die aktuellen Entwicklungen auf La Palma einem langfristigen geologischen Prozess zu. Demnach steckt die Insel in einer aktiven Phase, die von häufigeren vulkanischen Ereignissen geprägt sei.
















Noch keine Kommentare zu diesem Artikel.