Nemesio Pérez ist stinksauer. Der Involcán-Chef hat sich auf seinem privaten Facebook-Profil Luft gemacht. Und er bittet um Unterstützung.
Pérez berichtet von einer schwerwiegenden Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte. In Puerto de la Cruz, insbesondere nahe dem großen Parkplatz am Hafen, sind Plakate aufgetaucht. Darauf zu sehen: Nemesio Pérez. Zusammen mit „falschen Anschuldigungen“, wie Pérez beteuert, und seinen persönlichen Daten.
Pérez sagt konkret: „Es sind in Puerto de la Cruz Plakate mit meinem Bild und meinen persönlichen Daten ohne meine Zustimmung aufgetaucht, zusammen mit falschen Anschuldigungen. Das verletzt meine Rechte schwerwiegend und ich habe bereits Anzeige bei der Policía Nacional erstattet.“
Plakate in Puerto de la Cruz auf Teneriffa
Pérez forderte die Bevölkerung zur Mithilfe auf, um die Verantwortlichen für die Verbreitung der Plakate zu ermitteln. Die Veröffentlichung persönlicher Daten ohne Zustimmung ist nach spanischem Recht strafbar.
Pérez ist Koordinator von Involcán, dem Institut zur Überwachung von Vulkanen auf den Kanarischen Inseln. An dem Institut gibt gibt es regelmäßig Kritik. So herrscht aktuell beispielsweise ein Streit über die Genauigkeit von Gas-Messungen an den aktiven Vulkanen der Kanaren. Ob das für eine Veröffentlichung persönlicher Daten genügt, wird seitens der Polizei bezweifelt.
Was genau hinter der Aktion steckt, wird derzeit von den Behörden ausgewertet. Dazu werden mögliche Zeugen gebeten, sich mit Hinweisen zu melden.


























Diese Aktion zeigt mir, dass manche Menschen ihrer Ohnmacht, nicht nur bei dreisten politischen Entscheidungen, Luft verschaffen müssen. Wer ständig einer Vergeblichkeitserfahrung ausgesetzt ist, wer erlebt, dass andere Personen sich beispielsweise unberechtigte Vorteile verschaffen, ohne, dass sie oder Mitwirkende zur Rechenschaft gezogen werden, wem bei der Aufklärung von Vetternwirtschaft Steine in den Weg gelegt werden und wer erlebt, dass demokratische Rechtsmittel offenbar versagen, der handelt so.
Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Ich befürworte diese Aktion nicht, bin aber für mehr Transparenz und eine persönliche Haftung von Entscheidungsträgern in der Politik, der Verwaltung und in Unternehmen.
Denn ich bin „gebranntes Kind“: Vetternwirtschaft zweier bestimmter Parteien in Deutschland, die Machtlosigkeit gegen deren dreiste (Personal-)Entscheidungen, die Kriminalisierung kritischer Köpfe als Mittel zur Durchsetzung persönlicher und parteipolitischer Interessen. All das hat leider zum Erstarken faschistischer Kräfte geführt!.
Diese Aktion, die jemanden an den Pranger stellt, sollte nachdenklich machen, aber auch aufgeklärt werden. Erst recht, wenn sie unberechtigt war!