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Mittwoch, 26. August 2026
Loro Parque Teneriffa

Marineland-Orcas fliegen in den Loro Parque auf Teneriffa

Zwei Orcas aus Frankreich sollen schon bald in den Becken des Loro Parque auf Teneriffa schwimmen. Sie kommen mit dem Flugzeug. Der Zoo sieht sich als «einzige Lösung», Tierschützer üben Kritik.
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  • Zwei Orcas aus dem geschlossenen Marineland an der Côte d’Azur fliegen bald in den Loro Parque auf Teneriffa.
  • Der Loro Parque bezeichnet sich als einzige Rettung für die Tiere, während Tierschützer die Verlegung scharf kritisieren.
  • Kritiker werfen Frankreich vor, sein Haltungsverbot zu umgehen, da der Park weiter auf Zucht setzt.
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Teneriffa bekommt zwei Orcas per Luftpost. Damit endet ein gut anderthalb Jahre dauernder Streit über den Verbleib der Meeressäuger. Das Marineland an der Côte d’Azur muss wegen strengerer Tierschutzbestimmungen die Haltung von Orcas in Gefangenschaft beenden. Daraufhin wurde der gesamte Park wegen fehlender Wirtschaftlichkeit geschlossen.

Vielleicht auch deshalb zeigte sich der Loro Parque auf Teneriffa von vornherein äußerst interessiert an der Übernahme der Wale. Wie die Nachrichtenagentur Efe berichtet, sollen die Meeressäuger «in Kürze» nach Teneriffa überführt werden.

Wiki ist 24 und Keijo elf Jahre alt. Die beiden Orcas drehen seit der Schließung des Marineland Anfang 2025 einsam ihre Runden. Die über Jahre antrainierten Kunststücke werden seit dem Ende des Parks keinen Besuchern mehr vorgeführt. Inzwischen gelten auch die Becken als marode. Der Parkbetreiber unternahm nur noch das Mindestnötige, seit die Einnahmen ausbleiben. Der Loro Parque sieht sich entsprechend als «die einzige Lösung, um die Orcas zu retten». Tierschützer widersprechen entschieden.

Loro Parque auf Teneriffa bekommt wohl Orca-Zuwachs

Tierschützer hatten wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass Frankreichs Verbot der Haltung von Orcas in Gefangenschaft untergraben werde, wenn diese dann einfach nur außer Landes gebracht werden und beispielsweise in Spanien weiterhin in engen Becken leben müssen. Unter anderem die Tierschutzorganisation Peta forderte die zuständige Ministerin in Frankreich dazu auf, dass «die derzeit eingesperrten Orcas in Meeresauffangstationen verlegt werden, um den Rest ihres Lebens in einer natürlicheren Umgebung zu verbringen.»



Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine lobte das Gesetz als «richtungsweisend». Sie kritisiert das Bemühen des Loro Parque um Wiki und Keijo und benennt ausdrücklich den Leiter des Zoos in Puerto de la Cruz, Wolfgang Kiessling, als Antreiber der Verlegung. Für die Delfinschützer – auch Orcas gehören der Familie der Delfine an – ist «das Whale Sanctuary Project in Kanada» wie «von der Regierung» die «bevorzugte Lösung».

Während die vier verbliebenen Delfine nach Valencia verlegt werden sollen, scheint die Übernahme der beiden Orcas durch den Loro Parque nun beschlossene Sache. Schon Ende Juli waren acht Delfine über den Flughafen Nizza nach Málaga ausgeflogen worden. Auch diesmal soll die Verlegung über den «Nice Côte d’Azur Airport» vollzogen werden.

Loro Parque setzt auf Zucht – Frankreichs Tierschutzgesetz wird so ausgehebelt

Frankreich hatte sein Tierschutzgesetz bereits im Jahr 2021 verabschiedet. Der Park schloss seine Türen daraufhin Anfang 2025 – und damit noch bevor das Gesetz griff. Dennoch blieb die Verlegung lange Zeit ungeklärt. Der Loro Parque bemüht sich bereits seit Bekanntwerden des Endes um die beiden Orcas.

Der Tierpark auf Teneriffa hatte viele Jahre ein Abkommen mit Sea World in Amerika. Nachdem das US-Unternehmen bekanntgegeben hatte, sein Orca-Programm zu beenden und der Loro Parque diesen Schritt für sich ausschloss, war es für den Zoo in Puerto de la Cruz deutlich schwieriger geworden, an Nachwuchs für Orcas in Gefangenschaft zu kommen. Die eigene Zucht sorgte zunächst für Nachwuchs, allerdings starben in dem Tierpark auch vier Orcas innerhalb von nur drei Jahren. Eine frische Blutlinie ist daher für den Zoo besonders interessant.

Statistisch erfüllt Frankreich mit der Umsiedlung der verbliebenen Tiere das eigene Gesetz. Es muss jedoch damit gerechnet werden, dass die 14 nun von Frankreich nach Spanien verlegten Meeressäuger künftig ebenfalls für die Zucht eingesetzt werden. Der Gedanke hinter dem eigentlich progressiven Gesetz wird durch die französische Entscheidung, die Wale in einen Park zu geben, der weiterhin auf Nachzucht setzt, ausgehebelt.

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