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Sonntag, 19. Juli 2026
Gran Canaria

Gran Canaria: Ärger um Hotel-Bau auf archäologischen Fundstätten

In Veneguera auf Gran Canaria sollen Bauarbeiten einer Lopesan-Tochter fünf archäologische Fundstätten zerstört haben. Die Inselverwaltung schaltete den Naturschutzdienst ein. Eine Bürgerinitiative ruft zum Protest auf.
Das Wichtigste in Kürze:
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  • Bauarbeiten einer Lopesan-Tochter sollen im Barranco de Veneguera auf Gran Canaria fünf archäologische Fundstätten beschädigt haben.
  • Die Inselverwaltung dokumentierte Schäden und übergab dem Naturschutzdienst Seprona ihre Berichte.
  • Lopesan verteidigt die Eingriffe als genehmigt. Eine Bürgerinitiative ruft für den 24. Juli zu einer Kundgebung auf.
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Die Bürgerinitiative „Salvar Veneguera“ hat für Freitag eine Kundgebung vor dem Sitz der Inselverwaltung von Gran Canaria angekündigt. Der Protest beginnt um 11 Uhr und richtet sich gegen Bauarbeiten, die eine Tochtergesellschaft der Hotelgruppe Lopesan im Barranco de Veneguera ausführt. Die Bewegung fordert Transparenz, einen wirksamen Schutz des Gebiets und Respekt für den Naturraum im Gemeindegebiet von Mogán.

Für die Arbeiten verantwortlich zeichnete die Costa Canaria de Veneguera S.A. Das Lopesan-Tochterunternehmen besitzt die Finca im Barranco. Teil des Parque Rural del Nublo und des Biosphäre-Reservats auf Gran Canaria ist der Barranco de Veneguera. Das Gebiet beherbergt Habitate von gemeinschaftlichem Interesse und gilt als Schutzgebiet für Vögel.

Gran Canarias Inselverwaltung hat Seprona, dem Naturschutzdienst der Guardia Civil, die Berichte ihrer Fachdienste übermittelt. Die Sondereinheit hatte die Unterlagen in der Vorwoche angefordert. Am Freitag flogen Umweltagenten der Inselverwaltung das Gebiet per Hubschrauber an und erstellten Protokolle. Dabei wurden archäologische Schäden dokumentiert.

Archäologische Fundstätten auf Gran Canaria beschädigt

Nach Angaben des Fachdienstes Patrimonio Histórico wurden bei den Erdarbeiten fünf archäologische Fundstätten beschädigt. Bis zu 17 Meter tief reichten die Abtragungen in die Zona Arqueológica de Cañada de la Mar, ein als von kulturellem Interesse eingestuftes Gebiet. Betroffen sein sollen mindestens vier Steinstrukturen, die mit den vorspanischen Gemeinschaften Gran Canarias in Verbindung stehen.



Nach Feststellung der Fachleute wurde die Fundstätte Lomo de Los Gatos de Tabaibales beinahe komplett zerstört, ebenso die wichtigsten Güter der Fundstätte Lomo de la Canal. Patrimonio Histórico bemängelt, dass für das Gesamtvorhaben keine globale archäologische Studie erstellt wurde, obwohl diese wegen der Bedeutung des Erbes vorgeschrieben gewesen sei. Eine Überwachung zum Schutz der Güter habe gefehlt. Der Sachverhalt ging an die Regierung der Kanarischen Inseln, die für Verstöße gegen archäologisches Erbe zuständig ist.

Wegen einer mutmaßlichen städtebaulichen Ordnungswidrigkeit unterrichtete das Umweltministerium die kanarische Behörde für Naturschutz, die für ein mögliches Sanktionsverfahren zuständig wäre. Die Inselverwaltung verweist zudem auf mögliche Auswirkungen auf die Umwelt und auf den öffentlichen Wasserbereich.

In ihrem Aufruf in sozialen Netzwerken teilt „Salvar Veneguera“ mit: „Veneguera kann nicht länger wie ein Geschäft oder wie ein für Privatinteressen verfügbares Territorium behandelt werden.“ Die Bewegung bezeichnet den Barranco als einen der letzten freien Orte der Insel. Die Kundgebung steht unter dem Motto „Veneguera ist nicht zu verkaufen, sondern muss beschützt werden“.

Lopesan verteidigt die Arbeiten auf Gran Canaria

Die Hotelgruppe veröffentlichte am Samstag ein Kommuniqué. Alle Eingriffe auf der Finca Veneguera verfügten über die entsprechenden behördlichen Genehmigungen, heißt es dort. Jede Maßnahme sei ein eigenständiges Projekt mit differenzierten Verfahren. Man lehne es ab, sämtliche Arbeiten als ein einziges Gesamtvorhaben zu bewerten.

Das Projekt diene der Wiederherstellung des Gebiets und der Reparatur von Schäden durch den Sturm Therese. Die Genehmigung habe die Regierung der Kanarischen Inseln erteilt. Für den Bau von Brücken auf dem Innenweg lägen Genehmigungen der Stadtverwaltung von Mogán und des Wasserrats der Kanaren-Insel vor. Lopesan bedauere, von der Anzeige der Inselverwaltung erst über die Medien erfahren zu haben, und betont, keine offizielle Benachrichtigung erhalten zu haben. Das Unternehmen erklärte sich zur vollständigen Zusammenarbeit mit den Behörden bereit.

Auf Gran Canaria sind derzeit rund 16.791 Ferienunterkünfte mit zusammen etwa 73.036 Gästebetten im kanarischen Tourismusregister eingetragen. Ähnliche Auseinandersetzungen um touristische Bauvorhaben in geschützten Naturräumen gibt es auch auf den Nachbarinseln. Im unberührten Küstenort Puertito de Adeje auf Teneriffa soll ein als illegal eingestuftes Projekt eine Luxus-Touristenstadt entstehen lassen. Dafür vergab die Umweltorganisation Ecologistas en Acción dem Ort eine Schwarze Flagge, da bei bisherigen Arbeiten mehrere Verstöße festgestellt wurden und geschützte Vogel- und Pflanzenarten gefährdet seien.

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