„Beschissene Einwanderer“: Polizisten wegen Hassverbrechen vor Gericht


Die Staatsanwaltschaft hat zwei Polizisten auf Gran Canaria angeklagt. Den Beamten wird zur Last gelegt, gegen Personen ausländischer Herkunft gehetzt zu haben. Außerdem sollen sie gewalttätig geworden sein. Diese Strafen werden jetzt gefordert.

Lesedauer: 3 Min.

Es sollte ein lustiger Abend unter Kollegen werden, doch im Alkoholrausch sind zwei Polizisten auf Gran Canaria mutmaßlich gewalttätig und ausländerfeindlich geworden. Jetzt stehen die beiden Beamten vor Gericht. Ihnen drohen empfindliche Strafen. Sogar Gefängnis wird gefordert.

Die Staatsanwaltschaft hat schon mit ihrer Forderung klargestellt, dass der Vorwurf gegen die beiden Polizisten in keiner Weise tolerabel ist. Den beiden Männern wird vorgeworfen, im alkoholisierten Zustand wahllos auf Personen ausländischer Herkunft losgegangen zu sein.

Der Anklage zufolge sollen die zwei Polizisten am späten Abend des 2. Februar in las Palmas de Gran Canaria privat unterwegs gewesen sein. An der Kreuzung der Straßen Secretario Artiles und Nicolás Estévanez sollen sie auf eine Gruppe von vier Fußgängern getroffen sein. An einer Unterhaltung der Passanten sollen sie bemerkt haben, dass einer der Männer einen ausländischen Dialekt gesprochen habe.

Polizist auf Gran Canaria habe gerufen: „Was machst du auf meiner Insel?“

Augenzeugen zufolge soll einer der beiden Polizisten zunächst gefragt haben: „Was machst du auf meiner Insel?“ Dann sollen sie den Mann argentinischer Herkunft beleidigt haben. Einem anderen Passanten sollen sie eine abfällige Bemerkung über dessen dunkle Hautfarbe hinterhergerufen haben.

Nach den Beleidigungen sollen die beiden Angeklagten auf die Vierergruppe eingeschlagen haben. Dabei hätten sie sich als Polizisten zu erkennen gegeben und obwohl sie nicht im Dienst waren, auch ihre Polizeiausweise gezeigt.

Gran Canaria: Polizisten sollen Unbeteiligten geschlagen haben

Laut Staatsanwaltschaft hätten die Polizisten „im Einvernehmen miteinander“ nicht nur „auf sie eingeschlagen“, sondern durch Rufe wie „wir sind die Autorität“, auch einen „natürlichen Effekt der Unterwerfung“ provoziert. Als eine Person aus der Gruppe darum bat, die Aggressivität herunterzufahren, sei auch sie körperlich angegangen worden.

Dann schließlich sollen die zwei Polizisten eine andere Person gesehen haben, die ihrer Ansicht nach ausländisch aussah. Auch gegen den Mann soll es zunächst rassistische Beleidigungen gegeben haben. Da der Nepalese die Sprache kaum verstand, habe er die Beleidigungen nicht in Gänze wahrgenommen. Als er stehenblieb, um zu verstehen was die Männer von ihm wollen, sollen sie auch auf ihn eingeschlagen haben.

Polizeigewalt auf Gran Canaria? Eintreffende Beamte mussten Waffe ziehen

Durch Anrufe der Nachbarn kamen nach einiger Zeit mehrere Streifen der Nationalpolizei am Tatort an. Diese hätten versucht, „die Situation unter Kontrolle zu bringen“, heißt es in der Anklage. Aufgrund der Aggression der Angeklagten, habe einer der Polizisten sogar seine Waffe ziehen müssen.

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Männern vor, gemeinsam und „im gegenseitigen Einvernehmen“ gehandelt zu haben. Die Anklage spricht neben ausländerfeindlichem Handeln von einem „natürlichen Gefühl der Verachtung“ und „grundloser körperlicher Misshandlung“.

Gefordert werden für beide Angeklagten jeweils anderthalb Jahre Freiheitsstrafe und ein langjähriges Berufsverbot. Außerdem soll eine Geldstrafe in Höhe von 8550 Euro gezahlt sowie Schadenersatz in Höhe von 2400 Euro an die Opfer geleistet werden. Die Privatankläger fordern die gleichen Strafen, lediglich beim Schadenersatz höhere Summen.

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Johannes Bornewasser sw klein

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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