Gran Canarias Inselverwaltung hat die spanische Regierung aufgefordert, die geplante Übernahme von 45 Prozent der Anteile an Boluda Corporación Marítima durch ein marokkanisches Staatsunternehmen zu prüfen. Die Transaktion könne erhebliche strategische Auswirkungen haben, lautet die Sorge.
Gran Canarias Insel-Präsident Antonio Morales wandte sich an das Ministerium für Industrie und Tourismus. Der Politiker betonte die Notwendigkeit, die Übernahme im Rahmen der nationalen Bestimmungen zur Kontrolle ausländischer Direktinvestitionen zu prüfen.
Insbesondere, wenn der Investor mit einem ausländischen Staat verbunden sei und in strategischen Sektoren tätig wird, müsse genauer hingesehen werden, hieß es aus Las Palmas. Das ist die konkrete Sorge:
Gran Canarias Hafen ist Job- und Wirtschaftstreiber
Boluda ist tief mit dem Hafen La Luz in Las Palmas verwurzelt. Der Hafen allgemein, jedoch auch das Unternehmen, sind für die Wirtschaft Gran Canarias strategisch relevant. Gran Canarias Regierung warnt nun, dass der Einstieg des marokkanischen Staatskapitals die Verwaltung und Entwicklung dieses Hafens beeinflussen könnte.
Morales sagte, die Übernahme erreiche deutlich mehr als den Schwellenwert für signifikante ausländische Direktinvestitionen. Dies erfordere eine umfassende Prüfung durch den spanischen Staat. Die aktuelle Gesetzgebung erlaubt es, den allgemeinen Liberalisierungsrahmen für Investitionen auszusetzen, wenn Sicherheits- oder strategische Interessen betroffen sind.
Das Cabildo betonte, dass es nicht um eine generelle Ablehnung ausländischer Investitionen gehe. Vielmehr sei es eine Notwendigkeit, sicherzustellen, dass solche Transaktionen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen und keine strategischen Interessen gefährden.
Gran Canarias Hafen gilt als strategisches Gut
Der Hauptstadt-Hafen La Luz in Las Palmas de Gran Canaria gilt als zentraler Faktor für die Konnektivität und die wirtschaftliche Entwicklung der Kanarischen Inseln. Daher müsse jede Transaktion, die seinen Betrieb beeinflussen könnte, gründlich und transparent geprüft werden, hieß es.
Die Boluda-Reederei ist ein Familienunternehmen, das sich aktuell komplett im Besitz der Eigner befindet. Der geschäftliche Schwerpunkt liegt im Bereich der Schlepp-Schifffahrt.














Leserkommentare zu:
Milliarden-Deal: Kanaren haben Angst vor Investoren aus Marokko
Diese Funktion ist unseren Mitgliedern vorbehalten. Hier finden Sie unsere Angebote.