Der Tourismus zieht an – Kanaren erwachen aus dem Dornröschen-Schlaf


Die Kanarischen Inseln befinden sich mitten in ihrem Tourismus-Comeback. Der nun gestartete Winterflugplan erwartet 6,4 Millionen Sitzplätze. In Teneriffas Süden sind nahezu 100 Prozent der Hotels und Ferienwohnungen wieder geöffnet. Das ist die Lage auf den Kanaren - auch im Vergleich zum Vorjahr.

Lesedauer: 3 Min.

Die Kanaren erholen sich von den Rückschlägen der vergangenen Jahre. Nach der Pleite des Reise-Giganten Thomas Cook kam der Brexit – und mit ihm die Unsicherheit, was das für den wichtigsten Reisemarkt der Kanarischen Inseln bedeutet. Beide Dämpfer verkrafteten die Inseln mehr oder weniger gut. Doch dann kam Corona.

Vor einem Jahr waren die Strände der Touristen-Hochburgen auf Teneriffa und seinen Nachbarinseln menschenleer. Kaum Besucher, viele Hotels geschlossen, teilweise verbarrikadiert. Einige wenige Betriebe in der ersten Reihe hielten eine Not-Besetzung aufrecht, um die wenigen Nachfragen zu bedienen und Stammkunden nicht zu vergrätzen. Doch dieser Weitblick kostete viele Ketten Teile der Rücklagen und für kleinere Betriebe war er undenkbar.

Inzwischen hat sich das Bild komplett gewandelt. Die Strände füllen sich, der Betrieb auf den Promenaden hat zugenommen und das Meeresrauschen ist nicht mehr bis in die Ortskerne zu hören. Es versinkt im Trubel der Touristen. Die Prognosen für die anstehende Hauptsaison sind entsprechend positiv.

Winterflugplan bringt bis zu 6,4 Millionen Touristen auf die Kanaren

Zum 1. November startet der Winterflugplan. Und mit ihm sind wieder 6,4 Millionen Sitzplätze in den Maschinen eingeplant. Diese von der AENA, dem kanarischen Flughafenbetreiber, bestätigten Zahlen bedeuten ein Plus von rund 25 Prozent – im Vergleich zur Vor-Corona-Situation. Das Tourismus-Ministerium plant nur leicht konservativer: Von dort ist die Zahl von sechs Millionen Touristen zu hören.

Die Tourismus-Branche hofft, dass die meisten vorherigen Destinationen ihre Verbindung zu den Kanaren wieder aufnehmen. Damals waren das 153. Heute hoffen die Verantwortlichen auf 140 Ziele.

Auch durch die wirtschaftliche Situation von Norwegian sind einige Verbindungen in Richtung Norden verloren gegangen. Dafür sind vor allem Frankreich und Italien stärker angebunden. Und Großbritannien bleibt trotz der einstigen Brexit-Sorgen mit 2,2 Millionen Sitzplätzen unangefochtener Reisemarkt Nummer eins für die Kanaren.

Teneriffas Süden führend beim Tourismus-Aufschwung

Im Süden Teneriffas stehen schon jetzt wieder fast alle Toruismus-Betten zur Verfügung. Die Hotel- und Nicht-Hotelbetriebe bieten dort in Summe gut 73.500 Betten. Davon können wieder knapp 70.500 gebucht werden. Das sind etwa 96 Prozent.

Die Branche hofft stark auf den Winter. Zuletzt war sie insbesondere vom Last-Minute-Urlaub gerettet worden. Viele Besucher wollten aufgrund der Pandemie-Lage nicht zu weit im Voraus planen. Nun hofft der wichtigste Wirtschaftssektor, dass auch länger geplante Reisen wieder anziehen.

Die aktuellen Zahlen geben Grund zur Hoffnung. Zwar stieg die Inzidenz rund zwei Wochen lang wieder an, seit dem Wochenende sinken die Zahlen jedoch leicht. Entsprechend entscheid sich die Regierung dazu vorerst, keine der Inseln aus der grünen Warnstufe zu verbannen. Dennoch ist die Zahl der aktiven Corona-Fälle wieder im vierstelligen Bereich angelangt. Vorsicht bleibt also an der Tagesordnung.

Tourismus-Sektor der Kanaren trotz Corona positiv gestimmt

Die Stimmung der Reisebranche bleibt dennoch positiv. Der Branchenverband berichtet davon, dass bei den hauptsächlich Touristen entsendenden Ländern ein „Reisewunsch besteht“.

Entsprechend hoffen die Verantwortlichen der Kanarischen Inseln darauf, in diesem Winter ein anderes Bild zu zeichnen als noch vor einem Jahr. Damals wirkten die Kanarischen Inseln größtenteils verwaist. Wie es seinerzeit aussah, können Sie in unserer großen Reportage nachlesen. Diese finden Sie nachfolgend:

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Über den Autor
Johannes Bornewasser sw klein

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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