Kanaren haben Corona-Zahlen wie vor einem Monat – doch das reicht noch nicht


Den Kanarischen Inseln bleibt etwa eine Woche, um den Schwellwert für ein Ende der derzeitigen Reisewarnung zu erreichen. Der aktuelle Wert liegt in etwa auf dem Niveau von vor einem Monat. Doch für die Rettung der Wintersaison müssen die Zahlen weiter sinken.

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Die Kanarischen Inseln sind ihrem Etappenziel im Kampf gegen das Corona-Virus einen großen Schritt näher gekommen. Die Zahl von maximal 50 Erkrankten pro 100.000 Einwohner ist erreichbar. Diese auf siebe Tage errechnete kumulative Inzidenz (CI) gilt als Schwellwert für ein Ende der aktuellen Reisewarnung. Und die Kanaren haben den Wert fast erreicht.

Aktuell liegt der Archipel bei einer CI von 55,5 – und damit in etwa auf dem Wert von vor einem Monat. Für den Präsident der Kanarischen Inseln, Ángel Víctor Torres, ist das „eine sehr gute Zahl, denn wir waren bei mehr als 100 und wir nähern uns nun der Schwelle, ab der Länder wie Deutschland uns wieder zu den sicheren Reisezielen zählen“.

Bei einem Treffen mit dem Präsident von Gran Canaria, Antonio Morales, resümierte Torres die vergangenen Wochen und die darin festgelegten Vorgaben. „Wir müssen die getroffenen Maßnahmen bewahren und wachsam bleiben. Es kann alles wieder schief gehen, wenn wir die Regeln nicht einhalten“, mahnte der Kanaren-Präsident.

Gran Canaria weiter stark von Covid-19 betroffen

Wie schnell das gehen kann, zeigten insbesondere die Zahlen auf Gran Canaria, das von der zweiten Welle mit Abstand am stärksten getroffen wurde. Von den insgesamt 12.059 kumulierten Corona-Fällen des Archipels waren dort mit 6808 deutlich mehr als die Hälfte gezählt worden. Und 4785 davon sind weiterhin aktiv.

Dennoch geht die Zahl der Neuinfektionen weiter zurück. In der vergangenen Mess-Periode zählte der Archipel 127 neue Fälle. Zuletzt war erneut ein Todesfall in die Statistik eingegangen, womit auf den Kanarischen Inseln 215 Personen an oder mit Corona starben. 212 Personen liegen derzeit in Krankenhäusern des Archipels, 59 von ihnen auf Intensivstationen.

Corona auf den Kanaren: Keine Trennung in sichere und unsichere Inseln

Mit Blick auf die derzeitige Entwicklung, zeigte sich Torres bei seinem Treffen auf Gran Canaria zwar zufrieden, von Entwarnung wollte der Politiker hingegen ausdrücklich nichts wissen. Dennoch reichte der Chef der kanarischen Exekutive auch seinen Kritikern symbolisch die Hand, als er ankündigte, dass, wenn die Raten weiter sinken, „Entscheidungen im Verhältnis zur Entwicklung der Pandemie getroffen werden“.

Das nächste zu erreichende Ziel sei nun die Unterschreitung des Schwellwerts, wenn am 28. September innerhalb der EU über neue Reisebeschränkungen diskutiert werde. Für die anstehende Wintersaison „arbeiten wir mit den Verantwortlichen für auswärtige Angelegenheiten und Tourismus zusammen“, sagte Torres. Diskussionen über die Aufteilung des Archipels in sichere und unsichere Inseln gab der Präsident hingegen indirekt einen Korb, als er anfügte, dass der Archipel ein Zusammenschluss von „von acht herrlichen Inseln“ sei.

Für die rechtzeitige Rettung der für die regionale Wirtschaft so wichtigen Wintersaison müssen die Inseln allerdings bis zum Stichtag ihr Etappenziel erreicht haben und die Werte weiter senken. Mit Blick auf die CI der vergangenen Tage ist das realistisch. Der Wert war in einer Woche um rund 20 Punkte gefallen. In den nächsten Tagen müssen weitere 5,5 hinzukommen.

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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.