Zum Inhalt springen
Mittwoch, 21. Oktober 2026
Kanaren

Mapfre Canarias fördert vier Medizinprojekte auf den Kanaren

Vier Studien auf den Kanaren erhalten neue Mittel. Eine davon untersucht, warum Kinder dort so häufig an Typ-1-Diabetes erkranken.
Das Wichtigste in Kürze: Zusammenfassung zeigen Zusammenfassung ausblenden
  • Die Fundación Mapfre Canarias fördert vier medizinische Forschungsprojekte auf den Kanaren mit je 20.000 Euro.
  • Ein Projekt untersucht, warum Kinder auf den Kanaren so häufig an Typ-1-Diabetes erkranken, denn die Inseln verzeichnen die höchste Rate Spaniens.
  • Weitere Projekte erforschen Asthma, familiäre Hypercholesterinämie und die Früherkennung von Lungenkrebs im Blut.
Unsere Mitglieder sehen hier eine praktische Zusammenfassung

Die Fundación Mapfre Canarias hat vier medizinische Forschungsprojekte auf den Kanaren mit jeweils 20.000 Euro gefördert. Neun Assistenzärzte aus den vier Universitätskliniken erhielten zugleich Preise über jeweils 5000 Euro, um ihre Spezialisierung fortzusetzen.

Für die Forschungsstipendien und sechs MIR-Auszeichnungen stellte die Stiftung 110.000 Euro bereit. Mehrere Kategorien gingen geteilt an jeweils zwei Personen. Damit flossen in diesem Jahr 246.500 Euro von der Organisation an das öffentliche Gesundheitswesen der Kanaren und seine Fachkräfte.

Stiftungspräsident Ignacio Baeza verwies auf die öffentlich-private Zusammenarbeit und die Bedeutung der geförderten Projekte für die Inseln. Sie befassen sich mit Diabetes, Atemwegserkrankungen und Lungenkrebs. Auch die kanarische Gesundheitsministerin Esther Monzón bezeichnete die Initiative als wichtig für Forschung und Ärzte nach Abschluss ihrer Facharztausbildung. Eine zentrale Frage bleibt, warum Typ-1-Diabetes bei Kindern auf den Kanaren so häufig auftritt.

Kanaren: Drei Projekte erforschen Diabetes, Asthma und Cholesterin

Dieser Frage geht der Kinderendokrinologe Yeray Novoa vom Universitätskrankenhaus der Kanaren nach. Die Inseln verzeichnen bei Kindern die höchste Typ-1-Diabetes-Inzidenz Spaniens und eine der höchsten Europas. Die Gründe sind noch nicht vollständig geklärt. Novoa will die genetischen Grundlagen untersuchen, spezielle Testreihen für Screenings auf den Kanaren entwickeln und gefährdete Menschen erkennen. Das Stipendium ermöglicht wegen der hohen Kosten genetischer Untersuchungen die Sequenzierung bei mehr Patienten.



Am Universitätskrankenhaus Doctor Negrín erforscht der Pneumologe Carlos Cabrera eosinophile Subtypen als Ersatzmarker für eine Th2-Entzündung und die Bedeutung der iEos. Das Projekt reicht von Zelluntersuchungen bis zur Anwendung in der Sprechstunde. Es soll Diagnosemethoden für Asthma verbessern, bislang unerkannte Fälle aufdecken und diesen Patienten Behandlungen eröffnen, die bisher nur für häufigere Gruppen empfohlen werden. Cabrera sagte: «Forschung ist immer schwierig, sie erfordert viel Mühe und großes Engagement».

Ein weiteres Stipendium nahm die Endokrinologin Ana Wägner vom Hospital Insular stellvertretend für Projektleiterin Rosa María Sánchez entgegen. Das Team analysiert die Genome von Patienten mit familiärer Hypercholesterinämie und einer auf Gran Canaria verbreiteten Mutation sowie deren Zusammenhang mit Diabetes. Die Erkrankung verursacht sehr hohe Cholesterinwerte und erhöht schon früh das Risiko für Herz-Kreislauf-Leiden, besonders für Herzinfarkte. Bei 70 Prozent der Menschen mit einem positiven genetischen Befund liegt dieselbe Mutation vor, was weltweit nur an wenigen Orten vorkommt. Die Forscher wollen Gemeinsamkeiten verschiedener Familien sowie genetische Faktoren finden, wegen derer Diabetes und andere Krankheiten in manchen Familien auftreten und in anderen nicht.

Lungenkrebs-Screening und Ärzte-Ausbildung erhalten Förderung

María Cecilia Martín Fernández de Basoa vom Universitätskrankenhaus Nuestra Señora de la Candelaria leitet das Projekt LUCAS 2.0 (Lung CAncer Screening). Die Pilotstudie prüft ein Modell zur Früherkennung von Lungenkrebs anhand von Tumormarkern im Blut. Auf den Kanaren verursacht Lungenkrebs inzwischen mehr Todesfälle als Herzerkrankungen, bei Frauen auch mehr als Brustkrebs. Die Krankheit bleibt häufig lange unbemerkt und wird deshalb oft spät entdeckt. Eine Blutprobe könnte Tumormarker nachweisen. Für früh erkannte Fälle gibt es Behandlungen mit einer hohen Überlebensrate.

Zu den ausgezeichneten Assistenzärzten gehört Pablo Alonso vom Hospital Insular de Gran Canaria. Er setzt seine Ausbildung in der Gastroenterologie mit Schwerpunkten auf Endoskopie und Spezialtechniken fort, will seinen Master abschließen und sich in Japan weiterbilden. Die Urologin Almudena Monllor vom Universitätskrankenhaus Nuestra Señora de la Candelaria sieht den Preis nach fünf anstrengenden Ausbildungsjahren als Beginn ihres Berufslebens und weiterer Qualifizierung. Juan Francisco García, Neurologe am Universitätskrankenhaus Doctor Negrín, wertete die Auszeichnung als Anerkennung für jahrelange Ausbildung, Forschung und Patientenversorgung. Das Geld will er für seine weitere klinische und wissenschaftliche Arbeit einsetzen.

Dieser Beitrag

«Typ-1-Diabetes bei Kanaren-Kindern wird nun genetisch erforscht»

Kommentare (0)

Noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Kommentieren ist Teneriffa-News-Mitgliedern vorbehalten. Jetzt anmelden oder Mitglied werden.