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Öl-Probebohrungen vor den Kanaren zunächst gescheitert


Von Johannes Bornewasser Lesedauer: 2 Minuten

Für die Gegner der Öl-Bohrungen vor den Kanarischen Inseln ist es ein Etappenerfolg, für Spaniens Industrieminister eine herbe Niederlage: Die Probebohrungen vor den Kanarischen Inseln sind vorerst beendet worden. Zwar entdeckte das Bohrschiff kleine Vorkommen, diese seien für einer Förderung jedoch nicht umfangreich genug, hieß es. Dennoch sind die Gegner des Projekts nur verhalten Optimistisch. Es gebe Fallstricke.

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“Kein Öl vor den Kanarischen Inseln”, titeln dieser Tage diverse Zeitungen im In- und Ausland. Diese Schlagzeile ist jedoch grundfalsch. Das Bohrschiff Rowan Renaissance fand sehrwohl Öl- und Gas-Reserven unter dem Atlantik zwischen den Kanaren und Afrika. Rund 60 Kilometer von den Küsten Fuerteventuras und Lanzarotes hatte die Besatzung des Schiffes über Wochen nach den fossilen Brennstoffen gesucht – und war fündig geworden.

Öl-Vorkommen vor den Kanaren zu gering

Die Vorkommen seien gering und von schlechter Qualität, hieß es zunächst. Aus diesem Grund würden die Probebohrungen beendet, das Bohrschiff zurück in den Heimathafen von Angola geschickt. Die Bohrlizenz bleibe jedoch gültig. Während sich Minister José Manuel Soria, selbst ein gebürtiger Kanario, aus wirtschaftlicher Sicht enttäuscht über dieses Ergebnis zeigte, rechnen Gegner des Projekts mit einem zweiten Anlauf.

“Wenn wirklich nicht ausreichend Öl vor den Inseln zu finden ist, sollte die Lizenz entzogen werden. Sie bleibt aber für insgesamt drei Jahre erhalten”, sagt ein Aktivist zu Teneriffa News. “Sicher geht es nach den anstehenden Wahlen einfach weiter”, wittert der Umweltschützer. Und tatsächlich stehen in diesem Jahr Wahlen an. Ob hinter dem Stopp der Öl-Suche jedoch Kalkül steckt oder die Vorkommen tatsächlich zunächst nicht angezapft werden sollen, ist ungewiss.

Kosten der Öl-Förderung übersteigen deren Nutzen

Sicher dagegen ist, dass Spanien das benötigte Öl und Gas fast ausschließlich importieren muss. Dass also früher oder später auch kleinere Vorkommen gefördert werden, ist durchaus denkbar, aktuell jedoch noch nicht wahrscheinlich. Die Kosten würden beim aktuellen Rohölpreis den Nutzen übersteigen. Wie das jedoch eine Dekade weiter aussieht, können derzeit auch Experten noch nicht final einschätzen.

Während sich das Industrieministerium derzeit geschlagen gibt, bleiben die Aktivisten also zunächst in Lauerstellung. Sicher ist derzeit nur, dass die aktuelle Bohrphase ohne größere Zwischenfälle beendet wurde. Für die stark vom Tourismus anbhängigen Kanaren ein Teilerfolg im Existenzkampf.


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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von Johannes Bornewasser.

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