Rekord: Ausländer kaufen jede zweite Immobilie auf den Kanaren


Die Kanarischen Inseln registrieren eine deutliche Zunahme der Immobilien-Verkäufe an Ausländer. Experten halten die Rendite für besonders gut.

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Ausländer kaufen mehr Immobilien auf den Kanarischen Inseln denn je. Das melden die kanarischen Behörden. Demnach ist die Zahl der Haus- und Wohnungs-Verkäufe an Personen oder Unternehmen aus dem Ausland deutlich angestiegen.

Die Steigerung im Vergleich zum Vorjahr lag 2022 bei 52 Prozent. Sogar im Vergleich zu 2017, ein Jahr, das als besonders lukrativ für die immobilien-Branche galt, stiegt die Absatzrate nochmal um 16 Prozent.

Seit Bestehen der Aufzeichnung gab es keinen höheren Wert. Und damit ist die Pandemie-Zeit auch aus Sicht der Makler beendet. Sie sehen insbesondere hohe Renditen als Grund für den aktuellen Trend.

Immobilien-Markt der Kanaren erwacht aus dem Pandemie-Schlaf

Eine andere Herleitung sieht Investoren, die ihr Geld zuvor ganz oder teilweise in der Ukraine gelassen haben, als Grund. Auch diese Geldgeber seien umgeschwenkt und hätten unter anderem die Kanarischen Inseln entdeckt, heißt es aus Branchenkreisen.

Der Markt kommt damit aus seinem Dornröschen-Schlaf, der seit der Pandemie herrschte. Das gefällt jedoch nicht allen. So sieht die Partei Nueva Canarias (NC) darin eine Gefahr für die Inseln. Insbesondere die Themen Überbevölkerung und Preisentwicklung werden von dort bemüht (mehr dazu am Textende).


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Kanaren diskutieren Immobilien-Kauf-Grenze für Ausländer

Die Folge könnte darin bestehen, den Balearen zu folgen. Dort wurde seitens der Politik ein erster Schritt in Richtung Begrenzung der Immobilienverkäufe an ausländische Investoren getan. Und auch Kanada hat kürzlich eine entsprechende Beschränkung auf den Weg gebracht.

Auf den Kanaren wird eine solche Bremse bei den handelnden Personen unterdessen kritisch gesehen. Isidro Martín, Delegierter des Berufsverbands der Immobiliensachverständigen (APEI) auf den Kanaren, sagt: „Was würde es bedeuten, wenn jeder dritte Erwerb mit einem Federstrich verschwinden würde?“

Der Experte meint, dass ein Stopp für Investitionen dieser Art per Gesetz an verschiedenen Stellen Nachteile bringen würde. „Es würde bedeuten, dass Arbeit bei Notaren, Immobilien-Agenturen oder auch beim Verkauf von Möbeln oder Dekoration wegfallen würde“, sagte Martín. Zudem erinnerte der Experte an die Steuereinnahmen, die mit jedem Immobilien-Geschäft einher gehen.

Laut Martín bedeute dies auch einen Rückgang der Ankünfte von Touristen, die ihre Immobilien besuchen um vielleicht sogar ganze Monate auf den Inseln zu verbringen. Damit verbunden seien auch Umsätze in Bars, Restaurants und Supermärkten.

Immobilien-Käufer auf den Kanaren stammen aus UK, Deutschland, Italien und Polen

Daten des Ministeriums für Verkehr, Mobilität und Städtebau zeigen, dass im vergangenen Jahr mehr als jede zweite Immobilie an Personen aus dem Ausland oder an Dauerurlauber mit ausländischem Pass verkauft wurde. Dabei stechen insbesondere Briten und Deutsche heraus. Allerdings kamen in den vergangenen Jahren auch Italiener und Polen hinzu. Und das, so bestätigt auch Martín, treibe die Preise tatsächlich sukzessive in die Höhe.

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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Er ist auf den Kanaren zuhause und schreibt bereits seit vielen Jahren unter anderem über die Inseln.

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