Studie: Rekord-Hitzewellen auf den Kanaren dauern bald sechs Monate


Sommer wie der aktuelle werden bald ganz normal. Das besagen Studien. Menschen müssen sich an immer neue Hitzerekorde und mehr Waldbrände gewöhnen. Doch können sie das überhaupt?

Lesedauer: 3 Min.

Auf der ganzen Welt hat es im Sommer teils beispiellose Hitzewellen gegeben. In Spanien gab es mehrere Rekorde. Auch die Kanaren blicken auf Rekord-Hitze zurück. Es könnte für die Inseln der heißeste Sommer aller Zeiten werden (mehr dazu hier). Hinzu kommt die Prognose für die kommenden Jahre, dass diese Phänomene anhalten und aufgrund des Klimawandels weltweit häufiger auftreten.

Seit Mitte dieser Woche legt die Hitze auf den Kanaren eine Pause sein. Höchste Zeit, eine kleine Bilanz zu ziehen. Denn die Hitze-Rekorde und ihre einhergehenden Feuer, wie das, was am vergangenen Mittwoch zwischen den Gemeinde-Grenzen von Santa Cruz de Tenerife und El Rosario ausbrach, konnte nur soeben stabilisiert werden, bevor es vollends außer Kontrolle geriet. Und auch in Tirajafe (La Palma) laufen Löscharbeiten aufgrund eines Waldbrands.

Zum Waldbrand auf Teneriffa ist anzumerken, dass Mitglieder der Forstbrigaden weiterhin in einem Gebiet von rund 20 Hektar arbeiten. Auf La Palma war der Brand punktueller. Doch auch dort stellten die Löscharbeiten die Wehrleute vor Herausforderungen.

Zwei Studien über Hitzewellen von den Universitäten Harvard und Washington wurden zuletzt in der wissenschaftlichen Zeitschrift „Nature“ veröffentlicht. Sie besagen, dass unsere Klimabedingungen bis zum Ende dieses Jahrhunderts normaler und sogar an Intensität zunehmen werden.

Sechs Monate voller Hitzewellen in Zukunft auf den Kanaren?

Zudem heißt es dort, dass sowohl die Auswirkungen als auch die Dauer wesentlich von den Emissionen klimaschädlicher Gase abhängen werden, die wir heute erzeugen: „Phänomene im Zusammenhang mit der extremen Hitze der vergangenen Sommer werden in Ländern wie Nordamerika und Europa viel häufiger vorkommen“, sagt der Hauptautor der Studie, Lucas Vargas. Er ergänzt: „Vielerorts wird es bis zum Jahr 2100 gefährlich sein, mehr als die Hälfte des Jahres im Freien zu arbeiten – selbst wenn wir beginnen, die Emissionen zu reduzieren.“


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Damit liegt der Schlüssel zu weniger Hitzewellen und Waldbränden in der Zukunft also in unserem Konsumverhalten und einer damit einhergehenden Reduzierung der Treibhausgase in der Gegenwart. Dennoch werden die Auswirkungen unserer Entscheidungen der Vergangenheit zu mehr Hitzewellen in der Zukunft führen, sagen die Forscher.

Und damit gehen auch Belastungen für den menschlichen Körper einher. Die Studie untersucht eine Kombination aus Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit und misst, wie sich dieser Hitzeindex auf die menschliche Gesundheit auswirkt.

Zunehmend tropisches Klima auf den Kanaren erwartet

Zudem zeigen die wissenschaftliche Erkenntnisse, dass die Klimakrise die Menge an Wärme in der Atmosphäre erhöht. Auch dies habe Einfluss auf die Klimastabilität, heißt es. Die Folge: Die Sommer sollen länger werden. So könne es sein, dass Phasen mit Hitzewellen in Regionen wie den Kanarischen Inseln in Zukunft bis zu sechs Monate andauern.

Das Szenario soll nicht erst 2100 eintreten, sondern sich über die kommenden Jahrzehnte mit schon jetzt spürbaren Änderungen aufbauen. Die Prognose besagt, dass in Gebieten mit gemäßigtem Klima, wie es auf dem europäischen Festland vorherrscht, der Sommer im Vergleich zu Frühling und Herbst mehr Raum einnehmen und bis zu sechs Monate andauern wird.

Die Kanaren erwarten unterdessen zunehmend tropischeres Klima. Diese Prognose deckt sich mit ersten Erkenntnissen, die aus auf den Inseln durchgeführten Studien hervorgehen.

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Johannes Bornewasser sw klein

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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