Mit einem Vorstoß, den sie selbst als historisch bezeichnet, ist die Partei Nueva Canarias-Bloque Canarista (NC-BC) ins Parlament der Kanarischen Inseln gezogen. Es geht um eine Steuererleichterung für junge Menschen, die ihnen den Zugang zu Wohnraum auf dem Archipel ebnen soll. Vorgestellt hat die Initiative die Abgeordnete Carmen Hernández, die Debatte darüber soll in der kommenden Woche stattfinden.
Im Kern sieht die geplante Steuerreform Abzüge bei der Einkommenssteuer von bis zu 1100 Euro vor, dazu kommen niedrigere Sätze bei der Grunderwerbssteuer. Für große Eigentümer ist ein eigener, neuer Steuersatz gedacht. Hernández machte deutlich, dass die Wohnungsnot vor allem die unter 40-Jährigen trifft und ihre Unabhängigkeit ebenso wie ihre Lebensplanung stark einschränkt.
Konkret soll die kanarische Absetzbarkeit bei Mietzahlungen auf 35 Prozent steigen. Als Obergrenze nennt der Vorschlag 900 Euro, für Steuerzahler bis 40 Jahre sogar 1100 Euro. Bei der Grunderwerbssteuer wiederum würde der Satz für junge Menschen von fünf auf drei Prozent fallen, sofern ihr Einkommen bei höchstens 45.500 Euro liegt und der Immobilienwert 150.000 Euro nicht übersteigt.
Kanaren diskutieren Steuervorteile für junge Immobilienkäufer
Um Spekulation mit Immobilien einzudämmen, soll für Großeigentümer und für Transaktionen im Bereich der Ferienwohnungen ein Steuersatz von 20 Prozent gelten. Auch ein reduzierter Satz von einem Prozent im kanarischen Mehrwertsteuersystem ist eingeplant. Hinzu kommt ein umfassendes Jugendwohnungsprogramm, bei dem 30 Prozent der neuen öffentlichen Mietwohnungen für Personen unter 35 Jahren reserviert werden sollen.
Vorgesehen sind außerdem Mietzuschüsse und öffentliche Bürgschaften, die dafür sorgen sollen, dass die Miete nicht über 30 Prozent des Einkommens hinausgeht. In Gegenden, in denen der Druck auf den Immobilienmarkt besonders hoch ist, will der Vorschlag zudem Mikrowohnungen und kooperative Nutzungsmodelle fördern.
Leerstand auf den Kanaren soll reduziert werden
Ein weiterer Schwerpunkt liegt darauf, leerstehende Wohnungen in Bewegung zu bringen, etwa durch öffentliche Ankäufe für den sozialen Wohnungsbau. Für Großinvestoren, die Immobilien leer stehen lassen, sollen progressive Zuschläge auf die Grundsteuer erhoben werden. Ebenfalls Teil der Initiative sind die Regulierung und Begrenzung des Ferienwohnungsmarktes in angespannten Gebieten sowie die Umleitung von Tourismuseinnahmen in Jugendwohnprogramme.
Zur Debatte stehen wird auch die Schaffung eines Jugendwohnungsobservatoriums sowie eines umfassenden Emanzipationsplans. Das Ziel: Innerhalb von 15 Jahren soll der öffentliche Bestand an erschwinglichen Mietwohnungen auf neun Prozent steigen, bei einer jährlichen Mindestinvestition von 0,4 Prozent des regionalen BIP.















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