Rauch-Unfall im Billigflieger nach Teneriffa

Erneut sind zwei Flugzeuge aufgrund von Rauch an Bord evakuiert worden. Die 323 Passagiere einer „Thomas Cook“-Maschine auf dem Weg nach Teneriffa kamen noch mit dem Schrecken davon. In Glasgow gab es derweil auf einem Flug nach Alicante mehrere Verletzte.

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Für Stephen McFadden und die anderen 188 Passagiere auf dem Flug „LS 177“ von Glasgow nach Alicante begann der Urlaub am Morgen mit einem Albtraum. Die Boeing 737 war um 7.40 Uhr kurz vor dem Abheben, als der Pilot die Notbremsung auslöste.

„Der Pilot rief: Raus hier – sofort alle raus. Und die Leute begannen zu rennen“, wird McFadden, der mit seiner neun Wochen alten Tochter an Bord war, von der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ zitiert.

Die Maschine des britischen Billigfliegers „Jet2“ wurde über aufblasbare Not-Rutschen evakuiert, weil Rauch in Cockpit und Kabine gedrungen war. Es gab 20 Verletzte.

323 Passagiere nach Teneriffa kommen mit dem Schrecken davon

Nur wenige Stunden später wurde offenbar aus ähnlichen Gründen auch eine „Thomas Cook“-Maschine evakuiert. Die Boeing 767 war mit 323 Passagieren von Manchester nach Teneriffa unterwegs und musste in Dublin notlanden – wegen „kleinerer technischer Probleme“, wie eine „Thomas Cook“-Sprecherin den Medien sagte. Eine andere Meldung, nach der auch in dieser Maschine Rauch beobachtet worden war, wollte sie unterdessen nicht kommentieren.

Während in der „Thomas Cook“-Maschine niemand zu Schaden kam, gab es in der „Jet2“-Maschine in Glasgow Verletzte. Ein Sprecher des Flughafens sagte: „Fünf verletzte Personen wurden ins Krankenhaus gebracht, 15 wurden wegen kleinerer Verletzungen direkt am Flughafen behandelt.“

Eine „Jet2“-Sprecherin teilte am Nachmittag mit, der Großteil der Passagiere habe die Reise Stunden später mit einem Ersatzflugzeug fortgesetzt. „Wir haben mit den staatlichen Stellen eine umfangreiche Untersuchung zu den Ursachen des Zwischenfalls eingeleitet“, sagte sie. Die „Thomas Cook“-Sprecherin kündigte ebenfalls eine technische Prüfung des Vorfalls an.

Zwischenfälle in jüngster Vergangenheit

Anfang des Monats wurde bekannt, dass am 19. Dezember 2010 auch eine „Germanwings“-Maschine in Köln nur knapp einer Katastrophe entkam. Die Piloten mussten wegen giftiger Dämpfe im Cockpit ihre Sauerstoffmasken aufsetzen und konnten das Flugzeug nur noch mit Mühe landen.

Nach Angaben des Hamburger Luftfahrt-Experten Heinrich Großbongardt gehören die so genannten „Smoke-and-Smell“-Zwischenfälle zu den großen Geheimnissen der modernen Luftfahrt. „Jedes Jahr werden weltweit rund 100 Zwischenfälle mit unklaren Dämpfen an Bord gemeldet“, sagt Großbongardt, „derart dramatische Fälle wie jetzt in Glasgow oder 2010 in Köln kommen im Schnitt aber nur einmal pro Jahr vor.“

Ursachen weiter unklar

Die Ursachen der Zwischenfälle von Köln und Glasgow sind noch völlig unklar. Laut Großbongardt suchen die Ingenieure den Fehler für diese Art Vorfall aber meistens im Bereich der Turbine: Da die Luft in der üblichen Reiseflughöhe von mehr als 10.000 Metern minus 60 Grad Celsius misst, muss sie angewärmt werden, bevor sie als Atemluft ins Flugzeug kommt.

Aus diesem Grund saugen fast alle Jets ihre Außenluft über die Triebwerke an, die offenbar anfällig für austretendes Motoröl sind. Die genaue Ursache wurde aber trotz jahrelanger Forschung noch nicht gefunden. Die komplizierten Verhältnisse in einer Turbine auf Reiseflughöhe lassen sich am Boden kaum nachstellen.

Nur bei einem Flugzeugtyp scheinen derartige Probleme ausgeschlossen zu sein: Der neue Dreamliner von Boeing saugt die Luft am Flugzeugboden an. Sie wird elektrisch erhitzt.

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Veröffentlicht in: Teneriffa, Aktuelle Nachrichten

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