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Nach Erdbeben: Teneriffas Vulkan-Status niedrig, La Palma auf Stufe Gelb

Unter Teneriffa bleibt die Erde in Bewegung: Neue Messungen zeigen zahlreiche kleine Erdbeben. Experten beobachten die Aktivität auf den Kanaren genau.

Von Juan Martín – letzte Änderung: – Lesedauer: 3 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Das Wichtigste in Kürze:
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  • Unter Teneriffa wurden innerhalb einer Woche 330 kleine Erdbeben registriert, die meisten blieben unbemerkt. Das stärkste erreichte Magnitude 2,4.
  • Der vulkanische Warnstatus für Teneriffa, El Hierro, Lanzarote und Gran Canaria bleibt auf Grün, La Palma steht weiterhin auf Gelb.
  • Experten sehen trotz erhöhter CO2-Emissionen und anhaltender Mikrobeben-Serie am Teide keine unmittelbare vulkanische Gefahr.

Der Boden unter Teneriffa kommt nicht zur Ruhe. Messstationen registrieren weiterhin seismische Aktivität unter der größten Kanaren-Insel. Die meisten dieser Bewegungen bleiben so schwach, dass sie von der Bevölkerung nicht wahrgenommen werden. Für Fachleute sind sie dennoch wichtige Hinweise darauf, was tief unter den Kanarischen Inseln und dabei besonders dem Teide geschieht.

Ein Beispiel dafür ereignete sich am Wochenende im Norden Teneriffas. Die Messgeräte registrierten ein Erdbeben der Magnitude 2,3 in der Gemeinde Santa Úrsula. Das Beben lag in einer Tiefe von 17 Kilometern unter der Erdoberfläche. Trotz der messbaren Erschütterung blieb der Vorfall für die meisten Anwohner unbemerkt.

Parallel dazu setzt sich eine Serie sehr kleiner Erschütterungen in der Umgebung des Nationalparks rund um den Teide fort. Allein innerhalb von 24 Stunden registrierten Wissenschaftler in der westlichen Zone der den Teide umgebenden Cañadas 65 sogenannter Mikrobeben. Die aktuellen Messungen passen dabei in ein größeres Bild, auch über Teneriffa hinaus:

330 Erdbeben unter Teneriffa

Innerhalb einer einzigen Woche wurden auf Teneriffa 330 Erdbeben geringer Stärke registriert. Das stärkste dieser Ereignisse erreichte eine Magnitude von 2,4. Es trat am Montag auf und wurde zwischen Teneriffa und Gran Canaria lokalisiert. Solche Beben entstehen häufig entlang aktiver geologischer Bruchzonen unter dem Atlantik, in diesem Fall am Untersee-Vulkan Enmedio.

Wie das Instituto Volcanológico de Canarias im wöchentlichen Vulkanbericht GUAYOTA mitteilt, konzentriert sich ein großer Teil der seismischen Aktivität derzeit auf Teneriffa. Auch auf anderen Inseln des Archipels wie Gran Canaria, El Hierro und La Palma werden kleinere Beben registriert. Auf La Palma ist die Aktivität inzwischen deutlich schwächer als während und kurz nach dem großen Vulkanausbruch im Jahr 2021.

Trotz der zahlreichen Messwerte sehen Fachleute derzeit keinen Anlass zur Sorge. Die insgesamt freigesetzte seismische Energie der vergangenen Woche beträgt etwa 0,08 Gigajoule. Dieser Wert liegt im Bereich der üblichen tektonischen Aktivität der Region und deutet nicht auf eine bevorstehende vulkanische Krise hin.

Hunderte kleine Erdbeben auf den Kanaren

Entsprechend bleibt der vulkanische Warnstatus auf mehreren Inseln weiterhin niedrig. Für Teneriffa, El Hierro, Lanzarote und Gran Canaria gilt weiterhin die grüne Stufe des vulkanischen Ampelsystems. Das bedeutet, dass es keine Hinweise auf eine unmittelbare vulkanische Gefahr gibt und der Alltag für Einwohner sowie Touristen ohne Einschränkungen weiterlaufen kann.

Etwas anders ist die Situation auf La Palma. Dort bleibt die Warnstufe weiterhin auf Gelb. Mehr als drei Jahre nach dem Ende der Eruption haben einige geophysikalische und geochemische Parameter noch immer nicht vollständig das Niveau erreicht, das vor dem Ausbruch gemessen wurde. Behörden raten deshalb weiterhin zu Aufmerksamkeit gegenüber offiziellen Informationen des Katastrophenschutzes.

Auch andere Messdaten werden fortlaufend überprüft. In der vergangenen Woche konnten Wissenschaftler keine bedeutenden Veränderungen der Bodenverformung auf den Inseln feststellen. Gleichzeitig messen sie weiterhin erhöhte Werte bei der Freisetzung von Kohlendioxid aus dem Untergrund.

Teide stößt weiterhin viel CO2 aus

Die höchsten diffusen Gasemissionen werden weiter auf Teneriffa registriert. Forschende beobachten dort seit 2016 eine langsame Druckzunahme im vulkanisch-hydrothermalen System unter der Insel. Nach Einschätzung der Wissenschaft handelt es sich dabei um einen Prozess, der in aktiven Vulkanregionen über kurze und mittlere Zeiträume hinweg als normal gilt.

Für Geologen sind diese Messungen ein wichtiger Teil der langfristigen Beobachtung auf den Kanaren. Jede kleine Erschütterung liefert zusätzliche Daten über das Verhalten der Erdkruste und der Magmasysteme unter den Inseln. Solange sich die Werte innerhalb der bekannten Schwankungen bewegen, gelten sie als Teil der natürlichen Dynamik dieser vulkanisch geprägten Region.


Quellen:
  • Instituto Volcanológico de Canarias: Vulkanbericht GUAYOTA
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Über den Autor

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Juan Martín

Juan Martín ist Journalist bei Teneriffa News. Er ist auf den Kanaren zu Hause und kennt sich dort bestens aus. Zum Autorenprofil von Juan Martín.

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