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Montag, 8. Juni 2026
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Leser schreiben für Leser

So rapide haben sich die Kanaren verändert

Die Kanaren haben sich enorm verändert. Doch dazu musste zunächst etwas geschehen. Dann ging alles ganz schnell.

Von Marlis Zoschke

Im November 1975 starb General Franco und aus der Diktatur in Spanien wurde innerhalb weniger Tage eine parlamentarische Monarchie. 50 Jahre sind seitdem vergangen und Teneriffa, wie die Kanaren allgemein, hat sich sehr verändert.

Damals erinnerte der Süden an eine Wüste. Es gab ein paar einfache Dörfer und hin und wieder eine bescheidene Kneipe. Als Tourist musste niemand Angst haben. Es gab keine Überfälle oder Diebstähle. Allerdings hatten die Einheimischen auch viel Zeit. Es wurde nie ein voller Tag gearbeitet.

Wir hatten immer das Gefühl, dies liegt an der Hitze. In den „Gaststätten“ wartete man oft bis zu zwei Stunden, um ein bescheidenes Mittagessen zu bekommen. Waren wurden noch viel auf dem Kopf getragen – und das nur von Frauen.

Ab 1976 ändern sich die Kanaren rapide

Doch ab 1976 gab es sehr schnelle Veränderungen. Baukräne gehörten zum Urlaubsbild. Bei den Einheimischen permanent das Wort „Autonomie“. Viele von ihnen wussten ganz bestimmt nicht, was da alles auf sie zukommt. Jeder hat wohl nur daran gedacht, dass es jetzt viel zu verdienen gibt.

Gaststätten wurden oft von Ausländern betrieben. Jetzt hieß es, aufpassen! In den Speisekarten standen oft andere Preise als auf der Rechnung.

Wollte jemand etwas Besonderes kaufen, fuhr er nach Puerto de la Cruz. Eigentlich war die damals kleine Stadt zusammen mit Bajamar der Urlaubsort auf Teneriffa schlechthin. Dort gab es damals schon Hartschalenkoffer, Funktelefone und viele andere Elektroartikel, die es in der Heimat so noch nicht gab. Funktelefone waren damals in Deutschland verboten, da sie nicht sicher waren. Wir haben trotzdem eins gekauft und hatten viel Spaß damit.

Viele Golfplätze entstanden auf den Kanaren

Es ist gut, dass es zum Vorteil der Bevölkerung so viele Veränderungen gab. Doch es ist auch viel Nachteiliges entstanden. Wäre es nicht besser gewesen, für die überflüssigen Baumaßnahmen etwas mehr für die Bildung der Heranwachsenden zu unternehmen? Wozu braucht man die vielen Golfplätze? Bei Wind, und den gibt es ja recht oft, fliegt der Ball schon von allein irgendwo hin. Selbst das Tennisspielen ist Glückssache – auch wenn Planen um den Platz gespannt sind.

Jetzt muss auch eine Entsalzungsanlage her. Die Bauern brauchen das Wasser, doch die Fischer sind die Verlierer. Das Salz, was dem Wasser entzogen wird, wandert natürlich zurück ins Meer und die Fische sterben oder verlassen den Ort.

Kanaren im Wandel: Von Abwasser bis Bildung

Die Kanalisation ist eine Katastrophe. In verschiedenen Zeitungen wird schon darüber geschrieben, dass Teneriffa als Urlaubsort doch lieber gemieden werden sollte. Teneriffa leitet von allen Kanaren-Inseln das meiste Abwasser ungeklärt ins Meer.

Die Gesundheit der Bevölkerung, und auch der Touristen, interessiert im Cabildo wohl nicht. Und die Bildung der jungen Leute blendet die Politik offenbar aus – obwohl sie als eine der wichtigsten Investitionen gilt.

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