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Wassernotstand auf Teneriffa: Was ist mit den Golf-Plätzen?

Gehört Golf wirklich zu einem erlebnisreichen Urlaub dazu? Unser Leserreporter kritisiert den verschwenderischen Umgang mit Trinkwasser auf den Kanaren.

Von Leserreporter – Lesedauer: 2 Minuten – 1 Leserkommentare bei Teneriffa News

Von Marlis Zoschke

Teneriffa hat schon immer unter Wassermangel gelitten. Wenn es mal regnete, führten die Finca-Besitzer einen Freudentanz auf. Da war mal für einen Tag das mühselige Gießen der Bananen und Tomaten erledigt. Doch jeder wußte: Wasser fehlt an allen Ecken und Enden.

Wie konnte da die Inselregierung so taub sein und an die (mutmaßlichen) Versprechungen der alles schönredenden Investoren glauben. „Wenn Golfplätze vorhanden sind, kommen doch sehr viel mehr gut zahlende Touristen“ und so weiter: Muss eine Vulkaninsel solch einen überflüssigen Luxus haben? Hat sich jemand mal die Mühe gemacht, auszurechnen wieviel Wasser ein Golfplatz benötigt?

Jährlich kommen 50.000 Golfspieler nach Teneriffa. Und sie verteilen sich auf neun Golfplätze. Nun kann sich jeder selbst ausrechnen, wie viele Spieler sich an 365 Tagen auf den Plätzen tummeln. Der Wasserverbrauch wird bei wenigen Spielern allerdings wohl auch nicht geringer sein.

Teneriffas Golf-Plätze brauchen Hunderttausende Liter Wasser

Jedes Loch braucht pro Jahr erfahrungsweise 100.000 Liter Wasser. Da hier das ganze Jahr über Golf gespielt werden kann, könnte sich der Verbrauch sogar noch erhöhen. Hier gibt es keine Bäume, die – wie in Europa – große Hitze abhalten können und Schatten spenden. Durch die Gluthitze werden der Boden und somit auch die Golf-Fairways noch zusätzlich ausgetrocknet.

Und nun sind wieder die Touristen gefragt: Sie sollen jetzt alle für die wenigen Spasshabenden bezahlen. Die Insel-Präsidentin hat wirklich ein sonniges Gemüt. Was will sie denn mit den Eintagsbesuchern von den „Luxusschiffen“ erreichen (mehr dazu hier)?

Touristensteuer als mögliche Teil-Lösung

Es ist richtig, dass von allen Besuchern eine Kurtaxe, Bettensteuer, Umweltbeitrag oder wie es sonst bezeichnet werden soll, gezahlt wird. Aber bitte, Frau Präsidentin, nicht auf diese Art und Weise.

Der Wassernotstand geht alle etwas an. Auch die Einheimischen sollten, so gut es geht, mit Wasser sparsam umgehen. Denn ohne Wasser gibt es kein Leben.

Unsere Leserreporterin Marlis Zoschke schreibt regelmäßig über ihre Erfahrungen aus vielen Jahrzehnten auf den Kanaren. Weitere Beiträge finden Sie hier.


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Diskussion

Leserkommentare zu:

Wassernotstand auf Teneriffa: Was ist mit den Golf-Plätzen?


  1. Kurt Helmut Mogy schrieb am

    Wieso wird im Artikel nicht erwähnt, dass es Golfplätze gibt, die das Wasser, das sie brauchen um den Golfplatz zu pflegen, aus dem Meer beziehen und dabei sogar noch den lokalen Bauern davon kostenlos zur Verfügung stellen?

    Ist das bewusst weggelassen oder nicht sorgfältig recherchiert worden?
    Wie auch immer: Es wäre wünschenswert, wenn das in jeder Hinsicht die Realität wiedergeben würde.

    Oder täusche ich mich da etwa? Dann bitte ignorieren Sie meinen Kommentar.

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