Die Plaza del Charco auf Teneriffa verdankt ihren Namen dem Meer. Früher wurden dort Waren aus dem Hafen gelagert. Wurde die See rauer, trat sie über die Ufer. Die Folge waren Pfützen auf dem wichtigsten Platz der Altstadt von Puerto de la Cruz. Damals galten diese als „Garnelenpfützen“. Doch Unwetter Emilia hatte etwas anderes mit der Plaza vor.
Am Samstag stand der gesamte Platz unter Wasser. Diesmal trug nicht die raue See die Schuld, sondern der Regen. Unwetter Emilia hat bis zu 145 Liter Regenwasser pro Quadratmeter über die Inseln gegossen. Die Folge: Richtung Meer stürzende Wassermassen.
In Puerto de la Cruz sorgte das wegen des mitgerissenen Schlamms für tiefbraunes Wasser, wie das folgende Video zeigt. Und der Norden Teneriffas war kein Einzelfall:
Unwetter Emilia bringt Überschwemmungen nach Teneriffa
Am Tag danach sieht die Welt in Puerto wieder nach Postkartenidylle aus. Der schneebedeckte Teide erinnert an typische Kanaren-Winter früherer Tage. An den Küsten scheint die Sonne und in höheren Lagen können Winterspaziergänge unternommen werden:
Dass keine 48 Stunden zuvor Teile von Erkern aus Hochhäusern gerissen wurden, wie der folgende Clip beispielhaft zeigt, wirkt mit Blick in den Montagshimmel wie Science Fiction. Lediglich leicht zu niedrige Durchschnittstemperaturen und der weiterhin aufgewühlte Atlantik erinnern an die Szenen, die sich keine zwei Tage zuvor auf Teneriffa, Gran Canaria & Co. abspielten:
Flugausfälle, verspätete Fähren und jede Menge Einsätze für lokale und regionale Aufräumtrupps waren die Folge. 1500 Zwischenfälle zählte allein die Notrufnummer der 112 Canarias. Einige Felsabgänge werden noch mehrere Tage lang aufgeräumt. Die Einsätze werden nach Priorität gesteuert.
Auch diesmal galt besondere Wachsamkeit an den Küsten, denn erneut mussten Helfer ihr eigenes Leben riskieren. Ein Mann wurde von einer Welle ins Meer gezogen, zwei Feuerwehrmänner sprangen hinterher. Das Trio überstand den Einsatz unverletzt.
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Kanaren-Unwetter Emilia: Ein Wochenende, zwei Gesichter
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