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200 Tonnen importiert: “Kartoffel-Krise” auf den Kanaren beendet


Schädlinge haben einen Import-Stopp erzwungen. In der Folge gab es auf den Kanarischen Inseln zu wenig Kartoffeln. Die Preise stiegen explosionsartig. Doch die "Kartoffel-Krise" der Kanaren soll nun enden.

Von Juan Martín Lesedauer: 3 Minuten

Die ersten 200 Tonnen Kartoffeln aus Großbritannien nach der “Kartoffel-Krise” sind eingetroffen. Nach einem kurzfristigen Import-Stopp aufgrund von Schädlingsbefall fehlte eine der wichtigsten Grundzutaten der kanarischen Küche von heute auf morgen. Mit allen Konsequenzen.

Denn der Kartoffel-Preis stieg zwischenzeitlich auf bis zu fünf Euro pro Kilogramm. Die Landwirte der Kanarischen Inseln können den Bedarf des Archipels von bis zu drei Millionen Kilogram pro Woche nicht allein decken.

Eingekauft wird daher in Großbritannien. Schon der Brexit erschwerte den Import. Als im Vereinigten Königreich dann eine Schädlingsplage aufkam, wurde der Import jäh gestoppt. Bis jetzt. Denn nun sind die ersten Container wieder zugelassen worden. Was das für den Markt bedeutet.

Kartoffeln für die Kanaren: Import-Stopp aus UK beendet

Der plötzliche Ausfall bei gleichzeitig dürrebedingtem Rückgang des lokalen Anbaus sorgte für Preis-Anstiege in nie geahnte Höhen. Sogar der Schwarzmarkt florierte zwischenzeitlich, weshalb die Supermärkte den Verkauf rationierten.

Die Kanarischen Inseln hatten ihren Bedarf daraufhin durch Importe aus Ägypten, Zypern und Israel gedeckt. Der Kartoffel-Preis sank daraufhin wieder auf etwa 1,80 Euro pro Kilogramm.

Nun soll sukzessive alles zum Alten zurückkehren. Denn der Importstopp wurde aufgehoben und die erste Ladung ist auf dem kanarischen Markt eingetroffen. Über Puerto de la Luz sind die Container auf den Kanaren angekommen. Die ersten 200 Tonnen Kartoffeln haben so den Weg in die Supermärkte gefunden.

80 Container mit Kartoffeln sind aus Großbritannien ausgeschifft worden, wodurch der kanarische Kartoffel-Markt allmählich zur Ruhe kommen soll. Die Zulassung für den Verkauf erhielten bisher jedoch nur acht von ihnen. Gesundheitskontrollen verzögern den Weitertransport.

Kanaren-Importe: Kartoffeln müssen aufwendig gereinigt werden

Denn der Schädlingsbefall gilt lediglich als eingedämmt, nicht aber als abgewendet. Und so bleiben die Lebensmittelkontrollen streng. In der Konsequenz könne der Preis sogar nochmal steigen, hieß es aus dem kanarischen Gesundheitsministerium. Denn die Begutachtungen könnten längerfristigen Einfluss auf Erzeugungs- und Import-Prozesse nehmen.

Teil des neuen Prozesses sei, dass die exportbereiten Kartoffeln einem Reinigungsverfahren unterzogen werden. Zunächst würden sie gebürstet und dann gewaschen. Auf diese Weise sollen Erdreste, die Schädlinge beinhalten können, entfernt werden. Maximal 0,5 Prozent Erde seien akzeptabel, hieß es. Auf eine Tonne Kartoffeln dürfen also maximal fünf Kilo Erdreste entfallen.

Hinzu kommen neue Kennzeichnungen. Neben den bereits heute festgeschriebenen kartoffelspezifischen Daten, wie Art, Erzeugercode, Sorte, Größe und Verpackungsdatum, muss die Kennzeichnung nun auch eine Rückverfolgbarkeit gewährleisten. So sollen das Erzeugungsgebiet und sogar die Parzelle identifizierbar werden. Und es müsse klar ersichtlich sein, dass die Kartoffeln dem geforderten Reinigungsprozess unterzogen wurden.

Wartezeiten: Alle Kartoffel-Lieferungen auf die Kanaren werden inspiziert

Saatkartoffeln dürfen in Gebinden von maximal 25 Kilogramm importiert werden. Speisekartoffeln sind in Behältnissen bis zu 1,5 Tonnen erlaubt. Auch dadurch soll eine Ausbreitung von Schädlingen eingedämmt werden.

In den kommenden Wochen sollen ausnahmslos alle ankommenden Kartoffel-Lieferungen analysiert werden. Das führte zuletzt dazu, dass immer nur kleine Mengen für den Verkauf abtransportiert werden konnten.

Der Großhandelspreis lag daraufhin bei 1,25 Euro pro Kilo. Die Importeure hoffen allerdings, dass Routine die Zulassung beschleunige, hieß es aus dem Handel. In dieser Woche sollen es auch die 72 ausstehenden Container auf den kanarischen Markt schaffen. In der Zwischenzeit werden weitere Schiffe aus Großbritannien erwartet.


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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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