Mehr als jeder zweite Kanaren-Urlauber aus Deutschland und Großbritannien würde freiwillig eine Kurtaxe auf den Kanaren bezahlen. Das zeigt eine Umfrage des Kanarischen Statistikinstituts ISTAC.
Laut der Erhebung wäre es für 54,4 Prozent der Urlauber aus den beiden wichtigsten Herkunftsländern in Ordnung, ein bis zwei Euro mehr pro Urlaubstag auf den Kanarischen Inseln zu bezahlen. Bei einheimischen Urlaubern sind es 44 Prozent.
Die Debatte entstand, nachdem auf Gran Canaria die erste Gemeinde eine Kurtaxe ankündigte. Dort werden in einem ersten Schritt pro Person und Übernachtung 15 Cent fällig. Dennoch ist längst nicht jeder für diese zusätzliche Gebühr – sowohl unter den Gästen als auch auf den Inseln selbst.
Kanaren diskutieren flächendeckende Kurtaxe
Die Touristenabgabe würde in Hotels, Appartements, Herbergen und Pensionen entrichtet werden. Und sie spaltet sowohl das politische Spektrum als auch die Gesellschaft der Kanaren.
Eingeführt wurde die „Touristensteuer“ in Folge der Anti-Massentourismus-Demonstrationen auf den Inseln. Dort war eine entsprechende Abgabe als Mindest-Forderung gestellt worden.
Viele Unternehmen zeigen sich besorgt. Sie fürchten, dass weitere Preissteigerungen dem Tourismus schaden könnten. Und so kündigten erste Tourismus-Verbände eine Klage gegen die Einführung einer Kurtaxe an.
Kanaren-Touristen befürworten Kurtaxe
Derweil geben 50,8 der Befragten an, dass eine Abgabe zwischen einem und zwei Euro pro Nacht in Ordnung wäre. Mehr als drei Euro pro Kopf und Nacht würden hingegen nur noch 15,7 Prozent der Befragten bezahlen.
Wichtig ist den Befragten dabei, dass die Gewinne für den Schutz der Umwelt und der Instandhaltung von Einrichtungen wie öffentlichen Ständen eingesetzt werden.
Allerdings gab auch jeder vierte Urlauber an, bei Einführung einer Kurtaxe in egal welcher Höhe den Kanaren den Rücken zu kehren. Den Vorstoß hatte die Gemeinde Mogán auf Gran Canaria eingebracht.
Die dortige Bürgermeisterin Onalia Bueno teilte mit, pro Tag 3330 Euro aus öffentlichen Mitteln für den Tourismus auszugeben. Das seien bei aktuellen Zahlen pro Urlauber und Tag 15 Cent, die man sich seit Dienstag zurück holen möchte, damit Einheimische mit ihren Steuern nicht für die Instandhaltung touristischer Infrastruktur belastet würden. Jährlich kommen so mehr als 1,2 Millionen Euro zusammen.
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