Busfahren auf den Kanaren soll kostenlos werden – die Infos


Der öffentliche Personen-Nahverkehr soll auf den Kanarischen Inseln kostenlos werden. Die Betreiber stellt das vor Probleme. Daher kann die Einführung dauern - vielleicht sogar kippen. Das sind die Infos zum kostenlosen Nahverkehr auf den Kanaren.

Lesedauer: 3 Min.

Die Nachricht hat für Jubel gesorgt. Bei den Verantwortlichen herrscht unterdessen Katerstimmung. Denn dass der öffentliche Personen-Nahverkehr auf den Kanaren kostenlos werden soll, ist gut für die Umwelt und entlastet Menschen und Straßen. Allerdings sind die Verkehrsbetriebe der Inseln noch nicht auf diesen Schritt vorbereitet.

Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um den kostenlosen Personen-Nahverkehr auf den Kanarischen Inseln nach bisherigem Informationsstand:

Ab wann soll Busfahren auf den Kanaren kostenlos werden?

Die regionale Regierung hat sich in Abstimmung mit Madrid darauf geeinigt, dass der Nahverkehr ab dem 1. Januar 2023 kostenlos werden kann. Dafür müssen jedoch offene Fragen geklärt werden.

Wie kam es zu dem Schritt?

Im Sommer war ein 50-Prozent-Rabatt verabschiedet worden. Das Angebot wurde gut angenommen. Zur weiteren Entlastung der Bürger soll nun ein 100-Prozent-Rabatt folgen. Der entlastet nicht nur die Menschen finanziell, sondern auch die Umwelt und die auf vielen Inseln vollen Straßen.


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Wie lang soll das Angebot aufrecht erhalten bleiben?

Die Regierung der Kanarischen Inseln kündigte an, dass die Maßnahme nicht nur auf das Jahr 2023 beschränkt bleiben soll. Man habe sich zum Ziel gesetzt, einen längeren Zeitraum kostenlose Busse anzubieten.

Könnte der kostenlose Nahverkehr auf den Kanaren noch kippen?

Das ist denkbar, wahrscheinlicher ist jedoch, dass lediglich der Start-Termin verschoben wird. Denn der zu erwartende Zustrom stellt die Verkehrsbetriebe derzeit vor große Probleme. Der Minister für öffentliche Arbeiten, Verkehr und Wohnungsbau auf den Kanaren, Sebastián Franquis, sagte, dass mindestens 130 Busse fehlen würden. Die Anschaffung liegt bei 250.000 bis 300.000 Euro pro Fahrzeug. Das kann nur mit Mitteln aus Madrid gestemmt werden. Und auch dann könnte es dauern, bis die Busse bereit stehen.

Mit welchem Fahrgastaufkommen muss gerechnet werden?

Als im Sommer das 50-Prozent-Ticket kam, der Preis für den Nahverkehr also um die Hälfte reduziert wurde, gab es über alle Kanaren-Inseln etwa 15 Prozent mehr Fahrgäste. Wird das Ticket nun kostenlos, rechnen die Verantwortlichen mit einer erneuten, deutlich steigenden Nachfrage. Geplant wird mit nochmals bis zu 20 Prozent mehr Fahrgästen. Das Aufkommen würde dann bei 66 Millionen bewegter Fahrgäste pro Jahr oder sogar noch höher liegen.

Können die Inseln die Kosten überhaupt stemmen?

Der Abgeordnete für Mobilität des Cabildo de Tenerife, José Alberto León, sagte, dass die kostenlosen öffentlichen Verkehrsmittel eine „deutliche“ Erhöhung der damit verbundenen Kosten verursachen werden. Für die Inseln bedeute das einen „zusätzlichen Aufwand“, der im Haushalt für 2023 nicht vorgesehen sei. Dort habe man lediglich den 50-Prozent-Rabatt eingerechnet. León plädiert daher dafür, zunächst einen Plan mit Madrid auszuhandeln, bevor der Erlass in Kraft tritt.

Wer kann auf den Kanaren kostenlos mit dem Bus fahren?

Das kostenlose Bus-Ticket ist für Einwohner der Kanarischen Inseln vorgesehen. Das 50-Prozent-Ticket gilt auch für Residenten, also für Personen ausländischer Herkunft, die ihren Wohnsitz auf den Inseln gemeldet haben. Aus diesem Grund ist es wahrscheinlich, dass auch Personen mit Residenten-Status in den Genuss des kostenlosen Nahverkehrs kommen werden.

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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Er ist auf den Kanaren zuhause und schreibt bereits seit vielen Jahren unter anderem über die Inseln.

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Kommentare zu:

Busfahren auf den Kanaren soll kostenlos werden – die Infos

  1. Antal Tamás Illés schrieb am

    Das allein löst das Problem nicht. Es braucht andere, begleitende Maßnahmen:
    Zumindest zu den Stosszeiten müsste die Überholspur auf der Autobahn für PKW mit nur einer Person gesperrt sein – oder nur für ÖPNV und Notfalldienste.
    An wichtigen Bushaltestellen müsste es ausreichend Parkplätze geben.
    Es fehlt eine App für Fahrgemeinschaften.
    Arbeitgeber ab einer bestimmten Anzahl Beschäftigter, müssten verpflichtet werden, den Transport ihrer Mitarbeiter zu organisieren. Das dürfte auch etwas kosten – etwa so viel, wie das eigene Auto.
    Gemeinden müssten Sammeltaxis, am besten E-Kleinbusse anbieten.
    Am Besten wäre natürlich eine Bahn mit Parkplätzen und Zubringerdienst.

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