70 Prozent Auslastung: Überraschender Boom für Kanaren-Tourismus


Die Tourismus-Branche der Kanarischen Inseln findet zu alter Stärke zurück. Insbesondere durch Last-Minute-Urlauber wird der September aller Voraussicht nach mit einer hohen Auslastung enden. Sogar die Betreiber geschlossener Hotels denken über Wiedereröffnungen nach.

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Eine Auslastung von 70 Prozent bis Monatsende prognostizieren Branchenkenner den Hotels der Kanarischen Inseln. Mit Werten dieser Art hatte noch zu Monatsbeginn niemand gerechnet. Doch von Woche zu Woche ziehen die Buchungen an. Hauptgrund sind Last-Minute-Reisen.

Der Präsident des Verbands für Gastgewerbe und Tourismus (FEHT) von Las Palmas de Gran Canaria, José María Mañaricúa, berichtet von Buchungs-Zunahmen um bis zu 15 Prozent allein in der Vorwoche. Zwar werde nicht wie vor der Krise etwa zwei bis drei Monate im Voraus gebucht, sondern eher zwei bis drei Wochen, „aber die Veränderung, die wie erleben, ist wichtig“.

Als Grund für die Kurzfristigkeit mancher Buchung, sieht der Experte weiterhin die aktuelle Situation. Viele Menschen befürchten Rückfälle bei den Zahlen und wollen daher lieber spontaner buchen.

Die Branche kann sich darauf einstellen und profitiert dennoch vom reaktivierten Tourismus. Immerhin gilt der September auf den Kanaren eigentlich als Nebensaison. Belegungen von 70 Prozent sind da für die zuletzt arg gebeutelte Branche Gold wert.

Kanaren: Hält der Trend, öffnen wohl auch geschlossene Hotels bald wieder

„Vor drei Wochen dachten wir, dass die Auslastung für diesen Monat bei 30 Prozent liegen würde“, sagt der FEHT-Präsident und fügt an: „Aber das Bild hat sich plötzlich gewandelt.“ Sollte sich das in den kommenden zwei bis drei Wochen bestätigen, sieht es Mañaricúa als wahrscheinlich an, dass auch die noch immer geschlossenen Hotels wieder öffnen werden.

Hinzu kommt der Ausblick auf den von Mañaricúa geprägten „Champagner-Effekt“. Diesen sieht der Fachmann eintreten, wenn die letzten Beschränkungen fallen. Dabei handelt es sich seiner Aussage nach um ein sehr plötzliches, horrendes Wachstum bei den Buchungen. Dies trete unmittelbar ein, sobald die Beschränkungen fallen.

So könne beispielsweise ab Oktober das Ampelsystem in Großbritannien beendet werden. „Ich habe immer gesagt, dass es mit Ampeln keinen Aufschwung geben wird“, sagte Mañaricúa. Sollten derlei Maßnahmen enden, erwartet er hingegen einen regelrechten „Boom“ im Tourismussektor.

Ab diesem Moment würden dann auch Buchungen weniger kurzfristig getätigt werden, hieß es. Die gesamte Tourismus-Branche könnte somit wieder besser planen, legte sich der Fachmann fest.

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Über den Autor

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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