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Airlines schließen Kanaren-Standorte – Hunderte Mitarbeiter betroffen


Von Johannes Bornewasser Lesedauer: 2 Minuten

Norwegian und Ryanair machen ernst: Nachdem beide Fluggesellschaften bereits vor Wochen angekündigt hatten, ihre Standorte auf den Kanarischen Inseln schließen zu wollen, wird es nun konkret. Betroffen sind mehrere Hundert Mitarbeiter vor Ort.

Beim skandinavischen Billigflieger Norwegian sind 335 Personen von der Schließung der Kanaren-Standorte betroffen. Konkret geht es um 124 Piloten und 251 Mitarbeiter des Kabinenpersonals.

Norwegian-Schieflage: 335 Mitarbeiter auf den Kanaren betroffen

Norwegian Air hatte nach der Ankündigung, die Standorte auf den Kanarischen Inseln schließen zu wollen, zunächst die Arbeitsvereinbarungen mit ihren vor Ort stationierten Mitarbeitern ausgesetzt. Diese hatten daraufhin Streiks angekündigt. Der gesamte spanische Luftverkehr wäre davon betroffen gewesen. Um zu zielführenden Gesprächen zurückkehren zu können, haben beide Seiten verbal abgerüstet und sich wieder an einen Tisch gesetzt.

Norwegian hatte aufgrund von Finanzschwierigkeiten angekündigt, sechs Basen zu schließen. Davon sind neben Teneriffa und Gran Canaria auch die Basen in Palma de Mallorca und Rom-Fiumicino sowie die an zwei US-Airports betroffen. Die norwegische Fluglinie befindet sich seit Monaten in finanziellen Schwierigkeiten. Die Aktie sank zwischenzeitlich auf den niedrigsten Stand aller Zeiten.

Ryanair schließt Kanaren-Station

Auch bei Ryanair wird es offenbar ernst: Dort verlaufen die Gespräche mit den Mitarbeitern jedoch wie bereits mehrfach in der Vergangenheit weniger konstruktiv. Nachdem Gewerkschaften mit Streiks gedroht hatten, kündigte Ryanair an, die Basis auf den Kanaren schließen zu wollen. Der irische Billigflieger macht nun ernst und erklärte, das vor Ort stationierte Personal sowie die beiden Maschinen abziehen zu wollen.

Offiziell ist nicht bekannt, ob die Schließung mit den jüngsten Arbeitsniederlegungen zu tun hat. Mit Blick auf das Vorgehen der Airline in der Vergangenheit, gilt ein Zusammenhang jedoch als wahrscheinlich.

Kanaren: Tourismusbrache setzt auf ruhige Gespräche bei Norwegian

Derzeit geplante Flüge sind von den Maßnahmen ausdrücklich nicht betroffen. Mittelfristig können die aktuellen Entwicklungen bei Norwegian und Ryanair jedoch weitere Einschnitte für die Kanarischen Inseln bedeuten. Beispielsweise werden Auswirkungen wie weniger oder unzuverlässigere Flugverbindungen bei den beiden Airlines befürchtet.

Nach der Pleite von Air Berlin im Jahr 2017 sowie der Insolvenz von Germania in der vergangenen Woche zeigte sich die Tourismusbranche der Kanarischen Inseln durch die jüngsten Ankündigungen entsprechend besorgt. Branchenverbände hoffen, dass zumindest bei Norwegian wieder Ruhe einkehrt. Die Ankündigung von konstruktiven Gesprächen statt eines gegenseitigen Wettrüstens wurde daher mit viel Wohlwollen wahrgenommen.

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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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