Die Naturschutzorganisation „Asociación Tinerfeña de Amigos de la Naturaleza“ (ATAN) kritisiert ein von Spanien vorangetriebenes Projekt mit Unterstützung der Kanaren zur Einführung der industriellen Ringwadenfischerei und der Thunfisch-Aquakultur in den Gewässern des Archipels. Die Naturschützer sind in Sorge vor den Konsequenzen.
Die von der Europäische Union geförderte Initiative basiert auf einem Vorschlag, der bei der 29. Sitzung der Internationalen Kommission zur Erhaltung des Atlantischen Thunfischs (ICCAT) im November in Sevilla präsentiert wurde.
ATAN sagte, dass der europäische Vorschlag auf eine Anfrage des spanischen Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung zurückgehe. Ziel sei die Genehmigung eines Pilotprojekts zur Zucht von Blauflossen- und Gelbflossenthun im kanarischen Fischereigebiet. Die Organisation kritisiert die Kanaren-Regierung scharf.
Umstrittene Fischereipraktiken vor den Kanaren
Die Organisation teilte mit, dass die Regierung der Kanaren an den vorbereitenden Sitzungen und Debatten in Sevilla teilnahm, da die regionale Verwaltung in der Aquakultur exklusive Kompetenzen besitze.
ATAN warnt, dass dieses Projekt künftig die Genehmigung der industriellen Ringwadenfischerei erleichtern könnte. Diese Methode ist im kanarischen Fischereigebiet aufgrund ihrer Auswirkungen auf die Fischbestände und die marine Biodiversität verboten. Zweck des Pilotprojekts sei, die Bedingungen für Fischerei, Mast und Zucht dieser Arten zu bewerten, um mögliche zukünftige Entwicklungen zu prüfen.
Die Organisation erinnerte daran, dass sowohl die industrielle Ringwaden- als auch die Schleppnetzfischerei im kanarischen Fischereigebiet verboten sind, da diese Methoden negative Auswirkungen auf das Meeresökosystem haben. Dennoch kritisiert ATAN, dass die zuständige Fischereibehörde weiterhin die Schleppnetzflotte mit Mitteln des Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (FEMPA) subventioniere, obwohl diese Gelder für die Förderung nachhaltiger Praktiken vorgesehen seien.
ATAN argumentiert, dass diese Unterstützung den Umweltzielen des FEMPA zuwiderlaufe und stellt die Kohärenz der kanarischen Regierung in Bezug auf den Meeresschutz in Frage.
Laut der Organisation fügt sich die Entscheidung, die Initiative des Ministeriums zu unterstützen, in eine Reihe von Politiken ein, die ihrer Meinung nach den Schutz der Biodiversität auf den Kanaren nicht priorisieren. Seitens der Regierung gab es bislang keine Reaktion auf die Vorwürfe.
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Kritik an Kanaren-Regierung wegen Förderung der Industrie-Fischerei
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