Die Kanarischen Inseln melden die zweithöchste Fehlquote im Job in ganz Spanien. Auf den Inseln verpassten die Beschäftigten im vierten Quartal 2024 durchschnittlich 38 Stunden Arbeitszeit, meist wegen Krankheit.
Pro Tag erschienen in ganz Spanien durchschnittlich 1,46 Millionen Arbeitnehmende nicht an ihrem Arbeitsplatz. Davon meldeten sich 1,14 Millionen Betroffene krank. Der Wirtschaft entsteht damit ein enormer Schaden.
In Spanien gehen daher immer mehr Arbeitgebende den Gründen nach. Dafür kommen Detektive zum Einsatz. Wer häufig fehlt, muss damit rechnen, heimlich kontrolliert zu werden. Eine Detektei auf den Kanaren meldet deutlichen Zulauf.
Kanaren: Unternehmen engagieren Detektive bei hohen Fehlzeiten
Auf den Kanarischen Inseln melden sich insbesondere Beschäftigte in der Industrie krank. Es folgt der Dienstleistungssektor, zu dem auch der Tourismus zählt, vor dem Baugewerbe.
Die Zahlen sind seit der weltweiten Krise gestiegen. Das zeigen Daten des Spanischen Statistikinstituts INE. Unternehmen würden allerdings meist erst dann Detektive einschalten, wenn bereits ein Verdachtsfall vorliege, berichtet Julio Gutiez von der Detektei Mira Detectives.
Die Detektei hat Büros in Madrid und auf Gran Canaria. Die Dependance auf den Kanaren meldet etwa ein Drittel mehr Aufträge für die Suche nach Hinweisen auf Arbeitszeitbetrug.
Kanaren: Detektive suchen zunächst im Internet
Die Arbeit der Detektive beginnt meist im Internet: Auf den Profilen in sozialen Medien wird nach Hinweisen gesucht. Dort würden oft Bilder von Sportveranstaltungen oder anderen Freizeitaktivitäten gepostet. Fällt der Termin mit einer Krankschreibung zusammen, gibt es einen ersten Hinweis auf Betrug.
Unternehmen dürfen in Spanien, und damit auch auf den Kanaren, allerdings nicht einfach so einen Ermittler einschalten. Dazu bedarf es eines berechtigten Verdachts. Dieser ist laut Gesetz beispielsweise dann gegeben, wenn Arbeitnehmende regelmäßig rund um Wochenenden ausfallen.
Kanaren: Krankmeldungen stiegen zuletzt deutlich
Die Fehlzeiten in Spanien stiegen im zweiten Quartal 2025 um 9,6 Prozent im Vergleich zum letzten Quartal des Vorjahres. Inzwischen fallen damit täglich bis zu 1,6 Millionen Beschäftigte aus. Als Hauptgrund gilt Krankheit.
Trotz der stark gestiegenen Fehlzeiten ist nicht jeder Fall, bei dem ein Detektiv einen krankgeschriebenen Arbeitnehmenden im Freien antrifft, gleich ein Kündigungsgrund. Ähnlich wie in Deutschland gilt, dass zunächst alles erlaubt ist, das der Genesung nicht im Weg steht.
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Krank im Job: Kanaren melden zweithöchste Fehlzeiten Spaniens![]()














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Kanaren: Unternehmen setzen immer öfter Detektive auf Krankfeierer an
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