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Influenza bringt Kanaren-Krankenhäuser an ihre Grenzen


Die Grippewelle legt mehrere Krankenhäuser der Kanarischen Inseln lahm. Patienten werden auf den Fluren zwischengeparkt. Der Verkauf von Grippe-Medikamenten und Coronatests steigt deutlich.

Lesedauer: 2 Minuten

Die Situation in den Notaufnahmen der Kanaren-Krankenhäuser ist prekär. Das melden Pflegende der Hospitäler und Gewerkschaften auf den Inseln. In den vergangenen Tagen habe sich der ohnehin bereits hohe Versorgungsbedarf nochmal verschärft.

Grund sei eine weitere Zunahme der akuten Atemwegsinfektionen. Diese hätten im vergangenen Monat nochmal um 41 Prozent zugelegt. Dabei stehe die Grippe an erster Stelle der Infektionen.

Das Hospital Doctor Negrín sowie das Insular-Krankenhaus auf Gran Canaria melden eine Überlastung der Notaufnahme. In der Folge werden Patientinnen und Patienten auf den Fluren der Krankenhäuser geparkt.

Grippe legt mehrere Kanaren-Krankenhäuser lahm

Im Doctor-Negrín-Hospital seien mehrere Betten nach Angaben des Krankenhauses außerhalb der Notaufnahme platziert worden. Im Insular-Krankenhaus seien die Flure ebenfalls belegt. Dort werde bereits auf andere Bereiche ausgewichen, beispielsweise auf den Eingang zur Radiologie oder den Zugang zu den Aufzügen in der ersten Etage.

“Wir haben wieder drastische Zahlen erreicht”, beklagte jüngst der Delegierte der Krankenpflege-Gewerkschaft “Satse” im Krankenhauskomplex Materno Infantil Insular, Juan Trenzado.

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Nach Angaben des Gewerkschafters befanden sich am Dienstag gegen Mittag etwa 215 Patienten in der Notaufnahme und 120 warteten auf ihre stationäre Aufnahme. “Auf den Fluren der Notaufnahme und in den umliegenden Bereichen befinden sich etwa 50 Patienten auf Bahren”, sagte Trenzado Inforcasa.

Experte: Kanaren-Krankenhäuser agieren “seit Jahren am Limit”

“Der Zusammenbruch ist chronisch. Das feine Gleichgewicht wird aufgrund einer Überalterung der Bevölkerung, der chronischen Natur vieler Krankheiten und wegen des Mangels an Sozial- und Gesundheitsbetten regelmäßig gestört”, sagte Trenzado weiter.

Der Zusammenbruch der Notaufnahme auf Gran Canaria sei inzwischen ebenso wie “die Überfüllung ein allgemeiner Trend”. Das sagte der Sprecher der Gewerkschaft “Intersindical Canaria”, Ruymán Pérez, und ergänzte, dass es zuletzt sogar auf den Fluren kaum noch freie Plätze gab.

Am Dienstag seien in der Notaufnahme 337 Personen innerhalb von 24 Stunden behandelt worden, so dass die Nachtschicht die Zahl der Mitarbeiter verdoppelt habe. Aus dem Umfeld des Krankenhauses melden Mitarbeitende, dass Zahlen wie diese zur aktuellen Jahreszeit normal und damit vorhersehbar seien.

Kanaren: Mehr chronisch Kranke und weniger Grippe-Impfungen

Hinzu komme, dass die meisten Patienten, die in die Notaufnahmen kommen, älter seien und oft chronische Erkrankungen aufweisen würden. Die Atemwegserkrankungen würden diese verschlimmern, so dass die kommenden Wochen absehbar hart würden.

Der kanarische Epidemiologe Amós García sagt: “Der Höhepunkt der Infektionen wird zwischen der zweiten Januarhälfte und dem Februar erwartet.” Allerdings liege die Zahl der Grippeimpfungen in diesem Jahr rund 15 Prozent unter denen des Vorjahres. Dies könne auch den üblichen Verlauf der Welle verändern.

Verkauf von Grippe-Medikamenten und Antigentests steigt auf den Kanaren deutlich

Dagegen steht eine vermehrte Zahl verkaufter Antigentests. Die Pharmazeutische Genossenschaft der Kanarischen Inseln, Cofarca, spricht von einer immer weiter zunehmenden Nachfrage.

Das bestätigen auch weitere Branchenverbände. Das Apothekerkollegium von Las Palmas sehe zudem eine zunehmende Nachfrage bei Medikamenten zur Linderung von Grippesymptomen. Zudem würden in Apotheken vermehrt Fragen zu Corona und Influenza gestellt.


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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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