Auf dem Hypothekenmarkt der Kanaren ist im Juli spürbar Ruhe eingekehrt. Nach Angaben des Statistikamts ISTAC wurden 2106 neue Hypotheken abgeschlossen. Das waren 11,2 Prozent weniger als im selben Monat des Vorjahres. Bei der Kreditvergabe für Wohneigentum fiel das Niveau auf den Inseln damit erstmals seit langem wieder klar unter den Vorjahreswert.
Gleichzeitig zeigt die Preis-Entwicklung in die entgegengesetzte Richtung: Der Wohnungspreisindex des ISTAC legte im vierten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahresquartal um elf Prozent zu und stieg auf 179 Punkte. Dass die Immobilienpreise nun seit 49 Quartalen mit steigenden Immobilienpreisen nach oben schießen, zeigt, wie sich Wohnraum auf den Kanaren seit Jahren ohne Unterbrechung verteuert. Auch die jüngsten Rekordwerte beim Quadratmeterpreis lassen kaum Hoffnung auf eine Trendwende zu.
Vor Kurzem wies die Statistik noch in die entgegengesetzte Richtung: Der Preisdruck hatte mehr Bewohner der Inseln in Hypotheken getrieben. Mit dem Juli-Wert wurde diese Bewegung nun umgekehrt. Politisch verlagert sich die Debatte derweil auf die Käuferseite. Die Kanaren-Regierung versucht nun, in Brüssel Grenzen für den Erwerb von Zweitwohnungen durch ausländische Investoren durchzusetzen.
Kanaren werben in Dublin für Grenzen beim Wohnungskauf
Wie die kanarische Regierung am Montag mitteilte, hält sich Präsident Fernando Clavijo dazu drei Tage lang in Dublin auf. Geplant ist dort ein Treffen mit John Cummins, dem irischen Staatssekretär für Wohnen, Kommunalverwaltung und Kulturerbe. Beide Seiten kündigten an, ihre Ansätze beim Zugang zu bezahlbarem Wohnraum zu vergleichen. Irland hat im zweiten Halbjahr des Jahres den regelmäßig wechselnden Vorsitz im Rat der Europäischen Union inne.
Clavijo will mit der irischen Regierung die Strategie erörtern, mit der die Kanaren in Brüssel den Kauf von Zweitwohnungen durch Personen aus dem Ausland beschränken wollen. Der Entwurf eines europäischen Gesetzes über bezahlbares Wohnen eröffnet angespannten Wohnungsmärkten bereits die Möglichkeit, den Markt-Zugang für die ansässige Bevölkerung zu schützen.
Diesen Weg wollen die Kanaren nun nutzen und bemühen sich dafür um die Rückendeckung aus Dublin bei entsprechenden Debatten in Brüssel. Irland kennt die Problematik: Dort wird vor allem in der Hauptstadt und ihrem Umland mit stark wachsender Nachfrage und einem zu knappen Angebot an Wohnungen und Häusern gerungen.













«Kanaren: 11,2 Prozent weniger Hypotheken - Wohnungen werden teurer»
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