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Freitag, 25. September 2026
Kanaren

Kanaren-Regierung fordert mehr Landebahnen, AENA lehnt Ausbau ab

Die Kanaren fordern zusätzliche Landebahnen. AENA sieht dafür keinen Bedarf. Hinter dem Streit steht ein Widerspruch: Die Flughäfen stoßen an Grenzen, doch der entscheidende Engpass liegt anderswo.
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  • Die Regierung der Kanarischen Inseln fordert im Entwurf der Mobilitätsstrategie EMSICAN neue Start- und Landebahnen für Flüge zwischen den Inseln auf Teneriffa und Gran Canaria.
  • Der Flughafenbetreiber AENA lehnt eine Erweiterung ab und betont, die zugesagten Millionen dienten weiterhin nur dem Umbau, nicht dem Ausbau.
  • Kritiker sehen den eigentlichen Engpass nicht in den Pisten, sondern in der überlasteten Abfertigung der Passagiere in den Terminals.
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Eine eigene Start- und Landebahn für Flüge zwischen Kanarischen Inseln auf Gran Canaria und eine zweite Rampe für Teneriffa: Mit diesem Plan möchte die Regierung der Kanarischen Inseln auf das gestiegene Flugaufkommen reagieren. Die Debatte ist nicht neu, allerdings konterkariert sie vorherige Behauptungen.

Der gerade erst geplatzte Umbau des Flughafens Teneriffa-Süd (mehr dazu am Text-Ende) hat seit Beginn der Planung Zweifel an den Aussagen von AENA aufkommen lassen. Der teilprivatisierte Flughafen-Betreiber kündigte 500 Millionen Euro für einen Umbau an, betonte jedoch zugleich, dass dieser ausdrücklich nicht der Erweiterung diene.

Genau das wird auf den Kanaren vielschichtig diskutiert. Viele Einwohnende fordern ein Ende der unreflektierten Erweiterung um jeden Preis und sehen den Kanaren-Tourismus an seinem Maximum angelangt. Die Politik hingegen hat andere Ziele, wie die jüngste Forderung für Teneriffa und Gran Canaria jetzt zeigt.

Kanaren-Flughäfen: Regierung fordert eigene Pisten für Inselflüge

Seit Donnerstag liegt der Entwurf für die «Strategie für nachhaltige und intelligente Mobilität der Kanarischen Inseln» vor, kurz EMSICAN. Im nächsten Schritt wird das Konzept der obligatorischen Umweltverträglichkeitsprüfung sowie einer öffentlichen Anhörung unterzogen. Das Dokument fordert zahlreiche Maßnahmen, darunter auch neue Start- und Landebahnen.



Die zentrale Idee ist nicht neu: Die Kanaren diskutieren seit mehr als zwei Dekaden über eigene Pisten für Interinsularflüge, also Verbindungen zwischen einzelnen Inseln. Die dafür genutzten Maschinen sind kleiner und leichter. Ihnen genügt eine kurze Startbahn. Im Alltag, so die Logik der Kanaren-Politik, nehmen die kleinen Maschinen den großen den Platz weg.

Die für Touristenflieger nötigen Start- und Landebahnen haben eine Länge von drei Kilometern. Interinsularverbindungen benötigen nur die Hälfte. Mit ausreichend Abstand zur Hauptpiste könnte so ein Flugbetrieb zum Festland und der zu anderen Inseln parallelisiert werden.

Flughafenbetreiber AENA lehnt zusätzliche Pisten weiterhin ab

Auch AENA kennt die Debatte. Der Betreiber lehnte eine Erweiterung zuletzt wiederholt ab. Auch in diesem Jahr erteilte das Unternehmen dem Bauprojekt eine Absage. Die Kanaren-Politik wiederholte die Forderung hingegen erneut.

Die Gründe für die Haltung von AENA liegen auch in der Kapazität begründet. Zwar gibt es immer wieder Debatten über Warteschlangen an den Kanaren-Flughäfen, doch die jüngst freigegebenen Millionen sollen genau das Problem lösen. In der Folge sind keine weiteren Ausgaben nötig, um Erweiterungen herbeizuführen. Sind erst mehr Kapazitäten für ankommende und abgehende Maschinen nötig, müsste auch in der Abfertigung in den Terminals umgebaut werden – oder die neuen Pisten werden nicht ausgelastet.

Teneriffa und Gran Canaria haben besondere Flughafenstrukturen

Die Haltung der Kanaren-Politik passt zum Kurs der stetigen Erweiterung des wichtigsten Wirtschaftsmotors. Zudem wird er nur zum Teil der Realität gerecht. Denn Teneriffa-Süd hat strenggenommen schon eine ausgelagerte zweite Landebahn: den Flughafen Teneriffa-Nord. Aufgrund der Sonderstellung der größten Kanaren-Insel mit zwei internationalen Flugplätzen gehen am größeren Airport nur gut acht Prozent der Flüge auf andere Inseln. Am kleineren und damit für solche Flüge geeigneteren Nordflughafen fällt das Verhältnis stärker zugunsten Interinsularverbindungen aus.

Auf Gran Canaria hingegen sind gut vier von zehn Flügen Insel-Verbindungen. Der Flughafen Gando hat jedoch bereits zwei Pisten. Die westliche steht ausschließlich zivilen Flügen zur Verfügung, die östliche wird zusätzlich vom dort stationierten Militär mit genutzt. Insbesondere in der Hauptferienzeit wird der zivilen Luftfahrt jedoch außerhalb von Krisenzeiten im Regelfall Vorrang eingeräumt.

Der seit etwa 25 Jahren diskutierte Vorschlag basierte auf Wachstumsprognosen, die zwar inzwischen eingetreten sind, zugleich jedoch auch die weiteren Bereiche der Airports an ihre Belastungsgrenzen brachten. Der aktuelle Flaschenhals ist also nicht die Piste, sondern die Abfertigung kommender und gehender Touristen. Und selbst da sieht der stellvertretende Geschäftsführer Javier Marín «Kapazitätsreserven». Wie die mit Blick auf die immer wieder kursierenden Videos von stundenlang wartenden Urlaubern ohne den geplanten Umbau gehoben werden sollen, ist unterdessen ein anderes Rätsel.

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