Kanaren: Tourismus nimmt Fahrt auf – doch es drohen Probleme


Die Tourismus-Zahlen der Kanarischen Inseln übertreffen alle Erwartungen. Allerdings bedrohen die enormen Treibstoff-Preisanstiege und die Inflation den Erfolg des Archipels.

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Die Tourismusbrache auf den Kanarischen Inseln hat die Erwartungen nach oben korrigiert. Nach zwei Jahren mit zwischenzeitlichem Null-Tourismus sieht es so aus, als würde das laufende Jahr bis zu 90 Prozent der Zahlen von vor der Pandemie erreichen. Experten sind äußerst zufrieden.

Grund für den Aufschwung ist die ungebrochene Reiselust im In- und Ausland. Viele Familien hätten eigens für den ersten Urlaub nach den Beschränkungen gespart, hieß es bereits zu deren Ende. Und diese Prognose bestätigt sich nun.

Allerdings drohen auch Probleme. Insbesondere der Anstieg der Treibstoffpreise, die internationale Inflation sowie wirtschaftliche und politische Unsicherheiten in der Folge des Ukraine-Konflikts trüben derzeit den Optimismus.

Dennoch startete die Nebensaison, die nun im Sommer ansteht, auf den Kanarischen Inseln positiv. Das „Urlaubsbarometer“ für die Hauptsaison im Winter zeigt also gute Vorzeichen. Daten des nationalen Statistikinstituts INE zufolge seien schon im März mehr als 1,1 Millionen Gäste auf die Kanarischen Inseln gereist. Das war, vergleichen mit dem Vormonat, ein Plus um acht Prozent.

Im März waren die Kanaren damit sogar das Hauptreiseziel aller spanischen Urlaubsdestinationen. Knapp 28 Prozent aller Spanien-Urlauber reisten auf die Inseln.

Kanaren-Urlaub: Touristen buchen spontaner

Allerdings stellt der Sektor grundlegende Änderungen fest. So werde nicht mehr so weit im Voraus gebucht wie früher. Das sei darauf zurückzuführen, dass Touristen spontaner auf aktuelle Umstände reagieren möchten. Der Branche nimmt das die Planbarkeit. Außerdem wird das Thema Nachhaltigkeit immer wichtiger. Auch darauf achten immer mehr Urlauber bei ihrer Buchung.

Die wichtigsten Märkte bleiben unterdessen konstant. So ist Großbritannien weiterhin der wichtigste Urlaubsmarkt, gefolgt von Deutschland und spanischen Inlands-Touristen. Immerhin steigen die Zahlen aus Frankreich, Skandinavien und den USA.

Internationale Wirtschaft bedroht Tourismus der Kanarischen Inseln

Im ersten Quartal des laufenden Jahres lagen die kumulierten Ausgaben internationaler Touristen bei 4,22 Milliarden Euro. Das sind fast 1000 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, als die Touristenzahlen bedingt durch die internationale Gesundheitskrise noch deutlich niedriger waren.

Ob die Zahlen jedoch so positiv bleiben, hängt derzeit maßgeblich von der internationalen Wirtschaft und Politik ab. Die Kanaren selbst müssen ihre Angebote auf die steigenden Anforderungen an nachhaltigen Tourismus anpassen. Insbesondere mit Blick auf die kommenden Jahre erwarten Experten, dass immer mehr Urlauber darauf achten werden.

Die übrigen Parameter liegen hingegen in der Hand anderer. Insbesondere der weitere Anstieg der Flugpreise könnte den guten Zahlen und Prognosen einen herben Dämpfer versetzen. Für den Moment zeigt sich die Branche jedoch sehr zufrieden und hofft auf weiteren Rückenwind aus der Neben- in die Hauptsaison.

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Über den Autor

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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