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Kein Nachwuchs: Kanaren fürchten um Fischerei-Sektor


Die Fischerei hat ein Alters-Problem. Auf den Kanarischen Inseln fehlt der Nachwuchs. Die Branche könnte langsam verschwinden.

Von Johannes Bornewasser Lesedauer: 2 Minuten

Die Fischerei auf den Kanarischen Inseln könnte sukzessive aussterben. Rund die Hälfte der Fischereiflotte könnte laut Experten in den kommenden 20 Jahren verschwinden. Grund dafür ist eine Überalterung des Berufsstands und kaum Nachwuchs.

Derzeit sind 72 Prozent der Beschäftigten im Fischerei-Sektor mehr als 40 Jahre alt. Nur neun Prozent der Arbeitenden sind dagegen 30 Jahre oder jünger. Auch das kanarische Parlament beschäftigt sich bereits mit dem Thema.

Manuel Abrante Brito, Mitglied der sozialdemokratischen Fraktion, hält die Zahlen für alarmierend. Der Abgeordnete brachte nun eine offizielle Anfrage in den parlamentarischen Ausschuss ein. Laut Abrante Brito müsse politisch bei einem Generationswechsel im Fischereisektor geholfen werden. Das sind seine Argumente.

Kanarische Inseln fordern Änderung der EU-Politik

Der Politiker schlägt vor, den Primärsektor aufzuwerten und die Fischerei für junge Menschen attraktiver zu gestalten. Abrante Brito sprach sich zudem für die Förderung des Fischkonsums und eine nachhaltige Modernisierung der Flotte aus.

Auch der Abgeordnete Narvay Quintero schlägt in diese Kerbe. Er sieht die Fischerei vor ähnlichen Problemen wie Landwirtschaft und Viehzucht. Allerdings erhalte sie deutlich weniger Aufmerksamkeit. Quintero kritisierte die europäische Politik, die eine Reduzierung der Fischereiflotten vorsehe. Im Gegenteil müsse der Fokus auf die Reduktion der Fischerei mit riesigen Trawlern gelegt werden.

Auch Quintero sprach sich für eine Förderung des Fischkonsums aus. Zudem müsse die Ausbildung im Fischereisektor gefördert und verbessert werden. Ansonsten rechne er damit, dass in den kommenden 20 Jahren etwa die Hälfte aller Fischer verschwinden würden, sagte Quintero. Dies liege auch an einer “falschen” EU-Politik.

Kanaren-Fisch wird auf dem Festland verarbeitet und zurückgeschickt

Entsprechend seien EU-Hilfen nötig, um die Flotte der kleinen Fischerei-Schiffe der Kanaren in Schuss zu halten. Außerdem müsse die Verarbeitung verändert werden. Quintero kritisiert, dass der gefangene Fisch zunächst zum Festland geschickt, dort veredelt und dann zurück auf die Kanaren transportiert werde.

Es müsse politische Anreize geben, diese Arbeit auf den Kanarischen Inseln zu halten, sagte Quontero. Durch eine Verbesserung der Wertschöpfungskette könne der Sektor auch für den Nachwuchs wieder attraktiver werden.


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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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