Sahara-Volk wirft Kanaren Sand-Klau vor


Für die Pflege ihrer künstlichen Strände importieren die Kanarischen Inseln seit Jahrzehnten Unmengen Sand. Nun wird der Regierung vorgeworfen, sich dabei des Diebstahls mitschuldig zu machen. Es geht um Sand-Lieferung aus der Sahara. Der Sand sei mehrfach illegal abtransportiert und im Anschluss nicht ausreichend behandelt worden.

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Einer der bekanntesten Strände Teneriffas ist die Playa de las Teresitas in der Nähe der Hauptstadt Santa Cruz. Für Teneriffa ungewöhnlich, besteht der Strandabschnitt aus hellem Sand. Las Teresitas ist ein Beispiel für künstlich angelegte Strände auf den Kanaren. Tonnenweise Saharasand wurde in den 1970er-Jahren aufgeschüttet, um den Bereich zu schaffen. Und seit bald 50 Jahren muss regelmäßig nachgearbeitet werden, da immer wieder Teile des Sandes ins Meer gespült werden.

Dieser zur Pflege von Las Teresitas und vielen anderen Stränden der Kanaren benötigte Sand soll weiterhin aus der Sahara geholt werden. Allerdings illegal. Dieser Vorwurf wurde nun aus dem afrikanischen Raum laut.

Importieren die Kanaren illegal Sand aus Afrika?

Die Sahara ist die größte Trockenwüste der Erde. Sie liegt nur rund 300 Kilometer westlich der Kanarischen Inseln. Aufgrund ihrer Größe von rund neun Millionen Quadratkilometern scheint der Abtransport weniger Schiffsladungen Sand pro Jahr auf den ersten Blick unproblematisch. Die einheimischen Völker sehen hierin jedoch ihre Rechte verletzt.

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Konkret geht es um Lieferungen, die von zwei verschiedenen Schiffen zwischen dem 19. Februar und 7. Mai durchgeführt worden sein sollen. Die Transporter hätten dann verschiedene Häfen auf Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote und Teneriffa angesteuert, hieß es.

In einem Schreiben sollen sich mehrere afrikanische Zusammenschlüsse bei der Regierung der Kanarischen Inseln über diesen aus ihrer Sicht illegalen Import beschwert haben. Dabei sei auf Urteile des europäischen Gerichtshofs verwiesen worden, die besagten, dass die Westsahara und Marokko als getrennte Gebiete zu sehen seien. Marokko sei demnach eine Besatzungsmacht in der Westsahara, die keine wirtschaftlichen Tätigkeiten in dem besetzten Gebiet durchführen dürfe. Mögliche Absprachen mit Marokko seien demnach hinfällig. Das saharaurische Volk hingegen habe keine Verträge über Sandlieferungen an die Kanarischen Inseln getroffen, hieß es.

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Kanaren sollen „Sand-Quarantäne“ nicht einhalten

Hinzu käme, dass auf Seiten der belieferten Kanaren eine Behandlung importierten Sandes erfolgen müsse. Dies gehe aus einer Verordnung des Ministeriums für Territorialpolitik und Umwelt der Regierung der Kanarischen Inseln vom 6. August 2001 hervor. Diese Behandlung sei wichtig, um keine Lebewesen einzuschleppen, die die heimische Flora und Fauna gefährden könnten. Doch sie erfolge weder im Rahmen der Überführung noch nach der Löschung der Schiffe, hieß es weiter.

Auf Seiten der Kanarischen Inseln gab es zu den Vorwürfen bisher keine Reaktion. Insbesondere nach Unwettern werden jedoch auch künftig viele Tonnen Sand benötigt, um fortgespülte Strand-Abschnitte zu erneuern.

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