Achtung, Taschendiebe! Neue Tricks auf Teneriffa

Taschendiebe und andere Gauner haben sich auf Teneriffa neue Betrugsmaschen einfallen lassen. Der perfide Plan: Die Täter setzen auf Mitleid, Hilfsbereitschaft oder Unwissen. Dann schlagen sie eiskalt zu. Doch es gibt auch echte Dauerbrenner und nie geahnte Methoden. Wir erklären die aktuellen Betrugsmaschen. Schicken Sie uns dazu jetzt auch Ihre Erfahrungen!

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Die Tricks der Taschendiebe und Betrüger

In diesem Beitrag erklären wir Ihnen die Maschen der Taschendiebe auf Teneriffa. Im zweiten Teil behandeln wir dann weitere gängigen Betrügereien. Um möglichst viele Urlauber von vornherein zu sensibilisieren, bitten wir am Ende beider Beiträge auch um Ihre aktive Mithilfe. Doch zunächst zu den Maschen der Taschendiebe:

Supermarkt-Trick: Taschendiebe setzen auf Hilfsbereitschaft

Die Täter setzen bei der neuen Masche auf Mitleid: „Im Supermarkt täuschte uns ein Mann eine Behinderung vor und bat uns, eine bestimmte Palette von einem oberen Regal zu heben“, sagt der Betroffene Erwin K. zu Teneriffa News. Der Münchner reagierte selbstverständlich hilfsbereit und half dem Mann.

Nachdem K. die Palette angereicht hatte, habe der Täter vermeintlich festgestellt, dass es sich wohl doch um das falsche Produkt handelte. Er bedankte sich überschwänglich für die Hilfsbereitschaft. Dabei kam der Täter dem Opfer sehr nah. K. habe zunächst gedacht, dass es dem Mann schlicht unangenehm gewesen sei, vermeintlich unnütz um Hilfe gebeten zu haben. Zwar habe er sich über den überschwänglichen Dank gewundert, „ansonsten habe ich mir aber erstmal nichts weiter dabei gedacht“, erzählt er.

Erst später bemerkte der Langzeiturlauber, dass sein Portemonnaie fehlte. „Ich habe einen extra festen Klettverschluss an meiner Hosentasche und war mir immer sicher, dass da niemand ran kommt, ohne, dass ich es spüre oder wenigstens höre,“ sagt uns das Opfer des Taschendiebstahls. Zudem habe seine Ehefrau gleich daneben gestanden. Auch sie habe nichts bemerkt.

Bei der anschließenden Recherche stellten die Beiden fest, dass auch andere Opfer der gleichen Masche aufgesessen sind. Für K. steht nun fest: „Ich werde ab sofort misstrauischer sein. Wenn wieder jemand um Hilfe bittet, muss er fünf Meter abstand halten. Andernfalls werde ich mich einfach umdrehen und gehen.“ Das sei zwar schade für Menschen, die wirklich auf Hilfe angewiesen sind, aber noch einmal lasse er sich nicht derartig vorführen.

Taschendiebe lauern Wanderern auf

Zudem berichten weitere Opfer von einer anderen Betrugsmasche. Dabei hätten es die Gauner gezielt auf Wanderer abgesehen. Auf abgelegenen Wanderwegen würden Gruppen von meist drei bis vier Personen beim so genannten „Weg-Trick“ Wanderer nach dem Weg fragen und dabei umstellen. Während gemeinsam der Weg erörtert werde, nehme einer der Täter die Wanderer unbemerkt aus.

Wie Taschendiebe Ihr Portemonnaie vor Ihren Augen leeren

Eine Leserin, die unerkannt bleiben möchte, berichtet von einem Bekannten, der am Rande des Marktplatzes von El Medano angesprochen worden sei. Der Trickdieb habe einen sehr gepflegten Eindruck gemacht. Er habe sich als Zahnarzt ausgegeben und eine teure Uhr am Handgelenk getragen. Der Mann habe nach der libanesischen Bank gefragt und einen entsprechenden Geldschein vorgezeigt. Im Laufe des Gesprächs wurde dann die Herkunft des Opfers thematisiert.

Deutschland war das Stichwort und so wollte der Mann etwas spezielles auf den deutschen Euroscheinen zeigen. Ohne zu zögern, hatte das Opfer seine Scheine gezückt. Der Täter habe dann in die Börse gegriffen und die Scheine herausgeholt. Nach einem kurzen Gespräch gab der Täter seinem Opfer die Scheine zurück. Erst später bemerkte der Mann, dass ein Teil der Scheine fehlte.

Kein Platz: Der Taschendieb-Trick in engen Gängen

Unser Leser Volker D. berichtet von einem weiteren Trick: In einem Lokal bei Masca habe ihm ein Mann im sehr engen Gang zwischen Gastraum und Toilette telefonierend den Weg versperrt. In der Zwischenzeit räumte ein zweiter Mann hinter ihm die Hosentasche aus. Der Trick dabei: Beide Männer machten den Eindruck, als kannten sie sich nicht. Der telefonierende Mann wirkte durch das Gespräch beschäftigt, so dass sich das Opfer nichts bei der kurzen Weg-Sperre dachte. Eine dritte Beteiligte stand derweil „schmiere“. Als der Diebstahl auffiel, war es natürlich längst zu spät.

Taschendiebstahl im dichten Gedränge

Dichtes Gedränge ist bei Taschendieben offensichtlich sehr beliebt. Immer wieder schildern uns Opfer, dass sie beispielsweise im Gedränge an Bus-Haltestellen beraubt wurden. Zuletzt schrieb uns Leser Artur G., dass er in Playa San Juan an einer Haltestelle nur durch Zufall bemerkt habe, wie ein Taschendieb nach seinem Handy griff. Offensives Ansprechen habe dann dazu geführt, dass der „wie ein junger Tourist“ aussehende Mann „rasch wegging“. Daher gilt: Achten Sie besonders im Gedränge auf Ihr Hab und Gut!

Vorsicht vor Diebstahl in Umkleidekabinen

Ein weiterer Leser berichtet von einem Diebstahl in der Umkleide-Kabine eines Geschäfts in Puerto de la Cruz im Norden Teneriffas. Dabei sei während der Anprobe aus der Nachbarkabine die Handtasche um Wertgegenstände und die Geldbörse erleichtert worden. In diesem Fall stand die Tasche auf dem Boden, so dass der oder die Täter leichtes Spiel hatten: „Wir hatten Kontakt zu dem äußerst sympathisch wirkenden, älteren und gut gekleideten Pärchen aus der Nachbarkabine, das natürlich, als wir an der Kasse standen und den Diebstahl bemerkten, schon längst das Geschäft verlassen hatte.“

Vorsicht, Betrüger: reagieren Sie sehr bestimmt

In diesen und allen weiteren, vielleicht auch erst im zweiten Moment seltsam wirkenden Fällen, ist äußerste Vorsicht geboten. Betroffenen, denen Personen unangenehm nah kommen, wird geraten, diese sehr bestimmt ein Stück von sich zu weisen. Und auch, wenn Sie beim Wandern sehr freundlich angesprochen werden, sollten Sie sich auf keine längeren Konversationen einlassen.

Wir empfehlen, besonders auf den bekannten Wanderrouten, niemals allein unterwegs zu sein. Und wenn Sie erst einmal angesprochen wurden und man Sie nach entsprechender Bitte dennoch nicht umgehend in Ruhe lässt, sollten sie sich schnellstmöglich entfernen, je nach Situation vielleicht sogar per Telefon oder einfach Laut um Hilfe rufen, um die Gauner so in die Flucht zu schlagen.

Jetzt mithelfen: Welche Betrugsmasche haben Sie erlebt?

Welche Betrugsmaschen haben Sie erlebt? Schildern Sie uns jetzt per Mail (hier) oder Leserkommentar (unten) Ihre Erfahrungen. Wir möchten auf diese Weise eine kleine Betrugs-Datenbank zusammenstellen, um andere Urlauber zu sensibilisieren. Alle Einsendungen werden auf Teneriffa News gesammelt. Wir danken im Namen aller potenziellen Opfer für Ihre Mithilfe! Denn: Verschiedene Leser haben uns bereits davon berichtet, durch unseren Beitrag vor einem Diebstahl geschützt worden zu sein!

Vorsicht, Betrüger auf Teneriffa – Jetzt weiter lesen:

Sie haben gelesen: Teil 1: Achtung, Taschendiebe! Neue Tricks auf Teneriffa
LESEN SIE JETZT: Teil 2: Betrüger auf Teneriffa: So werden Sie reingelegt

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9 Kommentare

  1. Rainer Schöning schrieb am

    Ich war 2015 im September auf Teneriffa im Hotel Pez Azul in Urlaub. Ich lag am hoteleigenen Pool, wo mir sofort eine größere einheimische Familie auffiel, die von der Straße direkt auf das Poolgelände kam. Das war ohne Weiteres möglich, da man nicht durch den Empfang musste, sondern vor dem Hotel durch einen schmalen Gang direkt zum Pool gehen konnte. Ich ging hoch, da ich auf meinem Zimmer im 2. Stock etwas ruhen wollte.
    Nachdem ich mich hingelegt hatte, allerdings – da es sehr warm war – mit einem Spalt breit geöffneter Tür, bin ich leicht eingeduselt. Durch ein Geräusch schreckte ich auf und sah einen Mann im Zimmer. Ich brüllte ihn an und er raste mit hohem Tempo aus dem Zimmer. Ich versuchte noch ihn aufzuhalten und ihm ein Bein zu stellen, aber er sprang drüber und lief durch den Flur zu einer Feuertreppe, die zum Pool hinunter führte.
    Da er auch von einer Angestellten gesehen wurde, konnten wir ihn später bei der Polizei identifizieren. Allerdings waren die Geldbörse und ein hochwertiges Handy, das in einem Regalfach lag, da ich vor hatte, in die Stadt zu gehen, beide weg. Obwohl der Täter identifiziert war, ist natürlich nichts mehr aufgetaucht. Die Polizei hat sich auf jeden Fall sehr darum gekümmert. Allerdings habe ich, da ich sehr viel im Ausland bin, die Angewohnheit, zwei Geldbörsen mit zu führen. Und zwar eine mit einem geringeren Betrag – wie in diesem Fall Gott sei Dank nur ca. 180 Euro – und die andere Geldbörse mit allen Karten usw. im Tresor. Schade war es um das teure Handy.
    Es ist mir in all den Jahren, wo ich beruflich bedingt in fast allen Ost- und Westeuropäischen Ländern war, nie passiert, dass ich bestohlen wurde. Und ausgerechnet im Urlaub passiert mir das in meinem 71. Lebensjahr.

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