Wegen Corona: Kanaren erwarten den schwächsten Monat ihrer Geschichte


Die dritte Welle des Corona-Virus trifft die Kanarischen Inseln erneut hart. Durch sinkende Nachfrage haben die Fluggesellschaften ihre Verbindungen drastisch reduziert. Nichtmal ein Viertel der Kapazitäten wird überhaupt zur Verfügung gestellt. Und auch die werden kaum abgerufen.

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Im Februar werden die wenigsten Flugzeuge in der jüngeren Geschichte der Kanarischen Inseln auf dem Archipel landen. Das geht aus Daten des regionalen Tourismusministeriums hervor. Es erhebt monatlich die Marktsituation und rechnet sogar mit schlechteren Werten, als sie noch im bereits schwachen Januar vorherrschten.

Im laufenden Monat sind 482 wöchentliche Flugverbindungen zwischen den Kanarischen Inseln und den angeschlossenen Zielen geplant. Davon sollen 315 die Brücke zum Ausland herstellen – einschließlich Marokko und Mauretanien. Die anderen Flüge erreichen das spanische Festland.

Diese Zahlen bedeuten einen Rückgang um rund 71 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damals waren rund 2000 wöchentliche Flugverbindungen registriert worden.

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Trotz Corona: Deutschland stellt die meisten Kanaren-Flüge

Die meisten Flüge sollen die Kanarischen Inseln aus Deutschland erreichen. 119 Verbindungen planen die Tourismuskonzerne zwischen der Bundesrepublik und dem Archipel. Dabei richtet Tuifly mit 67 geplanten Verbindungen mehr als die Hälfte der Flüge aus. Die übrigen entfallen auf die sechs Konkurrenten in diesem Markt. Aus Großbritannien sind 83 Flüge geplant, Schweden kündigte 16 Verbindungen an, Irland 13, die Niederlande elf, die Schweiz neun und Italien acht.

Bezogen auf die Inseln liegt Gran Canaria vorn. Der Flughafen Gando bereitet sich auf 165 Flüge vor, davon 67 mit dem Ausland, von denen 39 nach Deutschland gehen. Teneriffa-Süd bekam 125 Flugverbindungen angekündigt, von denen nur neun im Inland verbleiben. Mehr benötigt es nicht, da Teneriffa-Nord 55 weitere Verbindungen mit dem spanischen Festland herstellt.

Lanzarote plant derweil 66 Flüge, davon 20 ins Inland. Auf Fuerteventura sollen 63 Linien-Maschinen landen. Zudem sollen acht Flüge zwischen La Palma und dem europäischen Festland stattfinden, davon drei ins Inland, vier nach Deutschland und einer nach Belgien.

Kanaren-Flüge: Viele der knapp 400.000 Sitze bleiben leer

Werden alle geplanten Flüge zusammengerechnet, entsteht im Februar ein Potenzial von knapp 396.000 Sitzen. Davon sollen rund 127.000 auf Verbindungen mit dem spanischen Festland entfallen. Die übrigen etwa 270.000 Plätze stehen für Verbindungen mit dem Ausland zur Verfügung.

Verglichen mit dem Vorjahr bedeutet das einen deutlichen Rückgang. Damals standen rund 1,4 Millionen Sitzplätze zur Verfügung. Doch nicht nur die potenziellen Sitze sind das Problem. Auch die erwartete Auslastung der vergleichsweise wenigen Verbindungen wird als niedrig eingeschätzt. So rechnen die kanarischen Behörden netto mit nochmal deutlich weniger ankommenden Touristen.

Corona auf den Kanaren: Hotels sehen kaum „Licht am Ende des Tunnels“

Das wiederum zieht eine erwartet geringe Auslastung der Hotels nach sich. Die wenigen weiterhin geöffneten Häuser meldeten bereits im Januar eine durchschnittliche Auslastung von nur etwa fünf Prozent. Nur durch Wochenend-Belegungen mit kanarischen Ausflüglern sei die Quote zumindest tageweise aufgewertet worden.

Die Hoffnung des kanarischen Tourismus, der zu normalen Zeiten immerhin rund 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht, liegt nun auf dem Corona-Impfstoff. Die Branche forderte die spanische Regierung wiederholt auf, Druck bei der EU auszuüben, damit die Impfungen schneller vollzogen würden.

Drastischer drückte es der Generaldirektor der „Be Cordial & Resorts“-Hotels aus. Nicolás Villalobos sprach von einem Lichtblick, als der Impfstoff im vergangenen Jahr angekündigt wurde. Die Realität sei dann jedoch anders gekommen: „Es schien uns, als sei am Ende des Tunnels Licht. Aber es war ein Nahverkehrszug, der uns entgegen kam.“ Der Tourismusexperte richtete mit Blick auf die marode Branche einen dringenden Appell an die Politik: „Wir bitten die Verwaltungen um maximale Geschwindigkeit.“

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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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