Wenig Sport und viel am Handy: Die Kinder auf den Kanaren sind zu dick


Die Kinder auf den Kanarischen Inseln bewegen sich viel zu wenig und sitzen zu viele Stunden pro Tag vor dem Handy- oder Computer-Bildschirm. Zu dem Ergebnis kommt die spanische Gesundheitsministerin María Luisa Carcedo nach einer großen Erhebung. Auf den Kanaren ist die Lage noch einmal deutlich ernster als auf dem spanischen Festland.

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Vier von zehn Kindern in Spanien erreichen nicht ihr tägliches Bewegungsziel und neigen zu Übergewicht. Auf den Kanarischen Inseln sind es sogar sechs von zehn. Zu dem Ergebnis kommt eine große Erhebung. Demnach verbringt der Nachwuchs zu viel Zeit mit dem Handy oder anderen bewegungsarmen Beschäftigungen.

Besonders betroffen sind der Erhebung zufolge die acht bis 16-Jährigen. Das soll nun durchbrochen werden. Die Politik berät aktuell über einen Ernährungsplan und verordnete Sport-Einheiten. Durchgeführt werden soll dies dann unter anderem über die Schulen. Mindestens eine Stunde Bewegung pro Tag soll es werden. In der Realität sind es aktuell meist nur zwei Schulstunden pro Woche.

Zwei NBA-Profis als Gesichter der Kampagne gegen Übergewicht bei Kindern

Gesichter der Kampagne sind Pau und Marc Gasol. Die Brüder sind beide in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA aktiv und gelten in Spanien als Idole. Die gemeinsam ins Leben gerufene „Gasol Foundation“ möchte unter anderem dieses Projekt fördern. Und das fußt auf neuartigen Erhebungen.

Der Studienleiter Santiago Gómez spricht von „bahnbrechenden Ergebnissen“, da die Studie eine strenge Methodik verfolge „und die Ergebnisse auf die spanische Bevölkerung hochgerechnet werden können“. Die größte Entdeckung sei dabei die Veränderung in der täglichen Bewegung mit zunehmendem Alter der Kinder: „Was unsere Aufmerksamkeit am meisten erregt hat, ist, dass die Minuten an körperlicher Bewegung der Kinder pro Tag zurück gehen. Von der 3. Klasse der Grundschule zur vierten Stufe der Mittelschule nimmt die aktive Bewegung um 106 Minuten ab“. Diese rund Eindreiviertelstunde weniger Bewegung entspreche spanienweit in etwa der Zunahme der Bildschirmzeit der Kinder, berichtet Gómez.

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Jedes zehnte Kind auf den Kanaren gilt als fettleibig

Auf das ganze Land gesehen, habe jedes vierte Kind zu viel Bauchfett. Auf den Kanaren ist die Problematik noch größer: Laut Studie ist es die spanischen Region mit den am stärksten übergewichtigen Kindern. Die National Health Survey von 2017 kommt sogar zu dem Ergebnis, dass dort jedes vierte Kind mehr wiegt als es sollte und jedes zehnte demnach sogar als fettleibig gilt.

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Auf den Kanaren soll das Programm entsprechend tendenziell strenger als auf dem Festland ausgelegt werden. Entstehen wird es in den kommenden Monaten. Geplant sei ein Minimum von drei Stunden Sportunterricht pro Woche. Dies entspräche dem „Allgemeinen Rat für den Sportunterricht“ der Regierung. Zur konkreten Umsetzung sollen nun auch Sportlehrer in die Planung mit einbezogen werden.

Süße Produkte und wenig Bewegung: Die Kanaren brauchen ein Umdenken

Allerdings, so mahnen bereits erste Pädagogen, müsse das gesamte Umfeld der Kinder und Jugendlichen dieses Umdenken mittragen. Es kommt also auch darauf an, ob es das Bewusstsein für bessere Ernährung und mehr Bewegung bis nach Hause schafft. Und dort werden aktuell tendenziell süßere Produkte als auf dem Festland serviert.

Die Gasol-Brüder haben also noch einen weiten Weg zu gehen. Gut, dass Pau mit 39 Jahren kurz vor der Basketballprofi-Rente steht. Langweilig wird es dem 2,13-Meter-Mann und seiner Stiftung so schnell also nicht.

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